Assassins (2020)

  1. 104 Minuten

Filmkritik: Making two murderers

16. Zurich Film Festival 2020
So sehen doch keine Killer aus?!
So sehen doch keine Killer aus?! © Zurich Film Festival

2017 wurde der Halbbruder des nordkoreanischen Machtinhabers Kim Jong-un am Flughafen in Kuala Lumpur vor laufenden Überwachungskameras ermordet. Zwei junge Frauen rieben ihm das tödliche Nervengift VX ins Gesicht und wurden kurz darauf verhaftet. Vor Gericht behaupten sie jedoch, dass sie glaubten, Teil eines Scherz-Videos mit versteckter Kamera gewesen zu sein und dass es sich bei der Flüssigkeit um Babyöl gehandelt habe. Doch was ist wirklich passiert, und wer sind die Drahtzieher des Attentates?

Es dauert eine Weile, bis man sich in dem Wirrwarr von Namen und Zusammenhängen zwischen den Figuren zurechtfindet. Doch hat man sich orientiert, zieht die Geschichte in ihren Bann. Packend wie ein Thriller inszeniert, deckt die Doku den abstrusen Fall auf. Dank dem Bezug zum Social-Media-Phänomen der sogenannten «Prank»-Videos sind auch beinahe satirische Züge in der tragischen Geschichte vorhanden. So schrecklich die Inhaftierung der zwei jungen Sündenböcke ist, so clever ist der Plan, der dazu führte. So eine unglaubliche Geschichte kann eigentlich nur echt sein, und Assassins ist ein Must see für alle True Crime-Fans.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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