Nothing But the Sun - Apenas el sol (2020)

Nothing But the Sun - Apenas el sol (2020)

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  2. 75 Minuten

Filmkritik: Never forget where you're coming from

Bi de Lüüt
Bi de Lüüt © cineworx

In unseren Breitengraden sind die Ayoreo, die in den tiefen Wäldern Paraguays leben, weniger bekannt als andere indigene Völker. Die Schamanen, Jäger und Sammler wurden (erst) vor etwas mehr als 50 Jahren aus ihrem Territorium verjagt. Weisse Missionare trieben sie aus dem Wald und brachten sie in neuen Siedlungen unter, wo sie ihnen den christlichen Glauben vermittelten. Mit einem Kassettenrekorder sammelt Mateo Sobode Chiqueno Zeugenaussagen, Erfahrungsberichte, Lieder und Geschichten eines Volkes, dem der Identitätsverlust droht.

Apenas el sol mit seinem reduzierten inhaltlichen Konzept ist optisch äusserst toll gemacht. Die Furchen in den trockenen Landschaften und in den Gesichtern der indigenen Bevölkerung werden in eindrücklichen Bildern festgehalten. Eindrücklicher noch sind die Geschichten, welche die Ayoreos über ihre Vertreibung durch die weissen Missionare erzählen. Die Geschichte der Ayoreos widerspiegelt sich überall auf der Welt und erzählt von der Gefahr des Identitätsverlustes ganzer Kulturen. Mateo Sobode Chiqueno, der anhand seiner Interviews die Geschichten festhalten möchte, trägt zu einer wichtigen kollektiven Erinnerung bei. Filmemacherin Arami Ullón unterstützt ihn dabei mit diesem wundervollen Porträt.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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Trailer Originalversion, mit deutschen und französischen Untertitel, 02:05