76 Days (2020)

76 Days (2020)

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  2. 93 Minuten

Filmkritik: Definitiv keine Verschwörung

45th Toronto International Film Festival
Power Nap? Wohl eher Power Crash!
Power Nap? Wohl eher Power Crash! © Zurich Film Festival

Zu Beginn des Jahres 2020 sind die Strassen im chinesischen Wuhan aufgrund des Ausbruchs von Covid-19 wie leer gefegt. Im Gegensatz dazu herrscht in den Spitälern Hochbetrieb. Das geht soweit, dass in den Krankenhäusern immer wieder Leute abgewiesen werden müssen, weil es keine leeren Betten und freie Beatmungsgeräte mehr gibt. Ein Dokumentarfilmteam begleitet die Spitalarbeiter bei ihrem Covid-Alltag und zeigt, wie sie versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Dabei kommt es auch immer wieder zu herzzerreissenden Momenten. Doch die völlig überarbeiteten Ärzte und Pfleger geben trotz Schlafmangels alles.

Ohne Kommentar zeigt 76 Days den Covid-Albtraum. Eltern, die nicht zu ihrem Neugeborenen können und Pfleger, die zwecks Hinterbliebenen-Kontaktaufnahme einen Berg von Smartphones abarbeiten müssen, sind nur zwei Beispiele. Doch es bleiben einem auch Bilder von unglaublicher Menschlichkeit, wenn Schutzanzüge bemalt werden oder einem Rentner mal wieder in aller Ruhe erklärt werden muss, dass er weiterhin nicht nach Hause darf. Zwar hätte dem Film eine Fokussierung auf einzelne Leute gutgetan, doch angesichts des Covid-Chaos ist es nichtsdestotrotz erstaunlich, was für ein eindrücklicher Film hier geschaffen wurde.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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