Zombieland: Double Tap (2019)

Zombieland: Double Tap (2019)

Zombieland: Doppelt hält besser
  1. , ,
  2. 99 Minuten

Filmkritik: Nicht totzukriegen

Academy Award Winner Emma Stone
Academy Award Winner Emma Stone

Zehn Jahre sind vergangen, seitdem die Zombie-Apokalypse ausgebrochen ist und der schüchterne Columbus (Jesse Eisenberg) mit dem raubeinigen Tallahassee (Woody Harrelson) und den beiden Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) eine Ersatzfamilie gefunden hat. Mal abgesehen von den Zombies könnte für die vier in ihrem neugewählten Zuhause, dem Weissen Haus in Washington, alles so friedlich sein. Doch dann macht Columbus Wichita einen Heiratsantrag, was diese dazu veranlasst mit ihrer Schwester am nächsten Morgen das Weite zu suchen.

Feuer frei für Runde zwei
Feuer frei für Runde zwei

Sehr lange hält die reine Männer-WG jedoch nicht. Beim Besuch eines verwüsteten Einkaufszentrums treffen Tallahassee und Columbus auf die nicht sehr helle Madison (Zoey Deutch), welche sogleich ins Weisse Haus miteinzieht. Als dann jedoch Little Rock mit dem jungen Hippie Berkeley (Avan Jogia) durchbrennt, braucht Wichita notgedrungen die Hilfe von Tallahassee und Columbus. So geht's für alle - inklusive Madison - auf einen schrägen Roadtrip.

Zehn Jahre nach dem ersten Teil konnte das Team von Zombieland wieder zusammengebracht werden. Für die Fortsetzung wird auf viele bewährte und ein paar wenige neue Elemente gesetzt. Spass macht dies vor allem immer noch aufgrund des im Zentrum stehenden schrägen Quartetts sowie der von Zoey Deutch gespielten Madison. Man merkt jedoch schon, dass die Zombies besser wieder unter der Erde verschwinden sollen. Denn Zombieland: Double Tap beweist, dass die Luft bei den Untoten langsam draussen ist.

Insbesondere für Fortsetzungen in der Filmwelt sind zehn Jahre eine lange Zeit. Die Fans von Zombieland waren auf jeden Fall während all dieser Zeit nie müde zu betonen, dass sie so gerne ein Sequel zum Überraschungshit von 2009 hätten. Ihr Wunsch wurde nun erfüllt, wobei die Wartezeit vornehmlich mit den vollen Terminkalendern der Darsteller und Macher zusammenhing. Insbesondere Jesse Eisenberg und Emma Stone haben seit dem ersten Zombieland deutlich an Bekanntheit dazugewonnen, während Regisseur Ruben Fleischer mit Venom einen Hit feierte und die Autoren Rhett Reese und Paul Wernick Deadpool zu zwei erfolgreichen Filmen verholfen haben. So gesehen ist es schon erstaunlich, dass hier alle wieder mitmachen konnten/wollten. Zwar schafft es Zombieland: Double Tap nicht in die kleine Gruppe von Filmen aufzuzeigen, deren Fortsetzungen besser als das Original sind, doch für etwas mehr als 90 Minuten gute Unterhaltung reicht es ihm allemal.

Die grosse Freude bereitet alleine die Tatsache, diese Figuren wiederzusehen. Wie die vier zu Beginn in Zeitlupe Zombies abknallen, zaubert einem einfach schon mal ein Grinsen auf das Gesicht. Allgemein setzt der Film gross auf die Nostalgie-Karte, indem er viele beliebte Elemente des ersten Streifens wieder einbaut. Das reicht von Columbus' Regeln-Vernarrtheit bis hin zu Tallahassees Hass auf Minivans. Dazugedichtet wurde bei Letzterem eine Verehrung für Elvis Presley. Diese führt die Zombie-Killer bis nach Graceland, wo das sonst zügige Erzähltempo zum Stillstand kommt. Der Film ist immer dann am besten, wenn die Figuren unterwegs sind; diese Verschnaupfause in Elvis' Anwesen langweilt im Grunde nur.

Zum Glück haben die Autoren noch neue Figuren eingeführt. Während die Parts von Rosario Dawson und Avan Jogia allerdings kaum zu überzeugen wissen, ist der von Zoey Deutch gespielte blonde Doofi das grosse Highlight. Auf dem Papier klingt diese Madison wie nach dem nervigsten Charakter überhaupt. Doch Deutch legt ihre überzeichnete Rolle als dermassen verpeilt aus und spielt sie mit einer Freude, dass man ihre Figur schon fast ins Herz schliesst. Vor allem bringt sie herrliche Reaktionen des Hauptdarsteller-Quartetts hervor.

Die Zombies derweil sind kaum der Rede wert - vor allem auch weil man fühlt, dass das Untoten-Thema allmählich auserzählt ist. So wusste kürzlich auch ein Jim Jarmusch mit The Dead Don't Die nicht mehr viel Schlaues mit den Menschenfleischfressern anzufangen. In Zombieland: Double Tap rücken sie eher in den Hintergrund, auch wenn es immer noch Preise für die besten Zombie-Kills zu verteilen gibt. Reese und Wernick haben gut daran getan, sich auf die Lebenden zu fokussieren und dank diesen ist diese Fortsetzung letzen Endes auch ein solcher Spass, bei dem man mehrfach laut herauslachen kann, besonders nach dem Abspann. Also, nicht gleich nach der letzten Szene weglaufen/abschalten, sonst verpasst ihr was!

/ crs

Kommentare Total: 2

sma

Uninspirierte Fortsetzung und eine merkwürdige Zeitreise ins Jahr 2009. Um Zombies geht es kaum, dafür viel um Terminator 2.
Zoey Deutch ist witzig und sehr liebenswert.

crs

Filmkritik: Nicht totzukriegen

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