Wonder Park (2019)

Wonder Park (2019)

Willkommen im Wunder Park
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  3. 85 Minuten

Filmkritik: Chilbi-Zeit!

Knuddelzeit!
Knuddelzeit!

Die kleine June (Stimme von Brianna Denski) verbringt ihre Tage am liebsten mit Mutti (Stimme von Jennifer Garner), denn die beiden haben gemeinsam «Wonder Park» geschaffen: einen Freizeitpark voller Fantasie, den sie mit verschiedenen Modellen und Basteleien vervollständigen und somit im Kinderzimmer und mit ihrer Vorstellung zum «Leben» erwecken. Doch zwischen Achterbahnen und Süsswarenläden tauchen bald dunkle Wolken auf, als die Mutter krank wird und sich längere Zeit im Spital behandeln lassen muss. Diesen Eingriff in das wunderbare Verhältnis der beiden macht auch vor dem Spielmodell nicht halt, das nun von June langsam aber stetig abgebaut wird.

Kopfüber ins Abenteuer!
Kopfüber ins Abenteuer!

Als June aus einem Schulcamp abreist und auf dem Heimweg durch den Wald läuft, macht sie eine seltsame Entdeckung: Ein Achterbahnwägelchen steht parat und wird natürlich sofort erkundet. Sie wird damit in einen offenbar veralteten und nicht mehr aktuellen Vergnügungspark gefahren, der ihr irgendwie bekannt vorkommt. Als sie dann auch die verschiedenen Maskottchen und Bewohner trifft, die ihr allesamt bekannt sind, ist ihr klar, dass sie sich inmitten des ihr ausgedachten «Wonder Park» befindet. Und dieser ist in grösster Gefahr, denn eine Armee von Spielzeugaffen will den Park überrennen und somit endgültig schliessen. Diese Herausforderung nimmt June mithilfe ihrer Freunde an, denn der «Wonder Park» darf nicht sterben!

Wonder Park startet auf schwere Art, kompensiert das dann mit allerlei Action und kindgerechtem Spass, bevor dann gegen Ende auch noch etwas an der Spannungsschraube gedreht wird. Das hätte eigentlich ein richtig schönes Abenteuer werden können, doch der Animationsfilm schafft es in keiner der angesprochenen Thematiken, auf ein überdurchschnittliches Niveau zu kommen. Immerhin ist der Film gelungen animiert und dürfte vor allem den jüngeren Zuschauern gefallen.

Wer Animationsfilm hört, denkt wohl erstmal an die Branchenkings wie Pixar oder Disney (wobei, das ist ja eigentlich das gleiche, oder?). Zwischen den diversen aufwändigen und meist sehr starken Produktionen dieses Studios hat es aber auch immer wieder Platz für Filme, die vielleicht nicht das ganz grosse Budget zur Verfügung haben, aber trotzdem einiges bieten können. Einer dieser Filme möchte Wonder Park sein, der nicht nur im Trailer mit viel Slapstick, lustigen (Tier-)Figuren und bekannten Stimmen wie Jennifer Garner und Mila Kunis auffährt, sondern auf den zweiten Blick auch eine etwas ernstere Message bietet.

Denn der Film mag zwar in einem grossen Teil auf bunte Figuren und etwas plumpe Komik setzen, versucht aber auch, die Problematik der Beziehung zwischen Mutter und Tochter einzufangen und lässt als Bedrohung komische Äffchen auf unsere Protagonisten los. Das gibt immerhin Gründe für Diskussionen nach dem Schauen des Films, denn unterhaltungstechnisch mag Wonder Park nicht mit den «grossen» Kollegen mithalten. Die Figuren sind eindimensional gezeichnet, die Spässe enttäuschend selten und selbst die Geschichte mit dem Vergnügungspark läuft sehr schnell mal ins Leere.

In solchen Filmen können Nebenfiguren und Sidekicks noch zum Unterhaltungswert beitragen. In Wonder Park funktioniert das leider nur sehr zäh. Selbst die zwei in der deutschen Filmfassung von den Schweizer Popmusikern Lo und Leduc gesprochenen Biber bespassen mit ihren Sprüchen hauptsächlich das jüngere Publikum.

/ muri