The Witcher - Season 1 (2019)

The Witcher - Season 1 (2019 / Serie)

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  3. 60 Minuten

Kommentare Total: 3

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muri

Serien-Review: «Your Mother f*ck a Snowman?»

yan

Nach den ersten zwei Folgen wollte ich schon beinahe aufgeben: wirr, zusammenhangslos, holprig in der Inszenierung und teilweise schwach gespielt, hatte ich grosse Mühe mit der ersten Staffel warm zu werden. Doch mit den weiteren Folgen entwickelt sich die Serie dann doch. Es gibt zwar auch im Verlauf noch ein paar eigenartige Momente und die unnötig wirre Erzählstruktur ist oft eine Herausforderung. GoT ist zwar noch weit entfernt, aber unterhaltsam ist die Welt von The Witcher allemal. Potential ist vorhanden und mit Yennefer von Vengerberg hat die Serie eine Figur, die Henry Cavills Geralt locker das Wasser reicht.

db

The Witcher - Season 1

Das Flaggschiff von CD Projekt Red erhält die eigene Serie Adaption und macht seine Sache ganz ordentlich. Es ist eine erwachsene Angelegenheit, nackte Haut und Blut ist ebenfalls vorhanden und mit Henry Cavill haben sie auch einen Schauspieler gecastet der nicht nur ein Fan vom Material ist, sondern die Figur auch mit Respekt adaptiert.

Also ist das ein nächster Game of Thrones Kandidat? Leider nein - oder besser, noch nicht. Schon von Anfang an ist klar, dass hier nicht die Stärke eines HBO dahintersteckt und in vielen Momenten ist es offensichtlich, dass sie mit Budget, Umsetzung und CGI gekämpft haben. Vieles sieht einfach meh aus und das zieht sich durch viele Szenen durch. Klar kann vieles mit Story und Schauspiel kompensiert werden, aber oft wirkt es wie eine dieser vielen willkürlich gecancelten Syfy Produktionen anstatt eines Epos.

Von der Handlung her ist es - vor allem für Frischlinge - eine mehr oder weniger schwer zugängliche Produktion. Die Story wird non-linear erzählt und da die Serie auch überhaupt keine Hinweise gibt, sieht man oft völlig zusammenhangslose Szenen, welche erst am Ende der Staffel Sinn ergeben. Leider ist das nicht Westworld, wo alles sehr gut zusammen gepasst hat, es wirkt einfach unnötig kompliziert und bringt auch nicht wirklich einen Mehrwert für die Handlung sondern macht es lediglich bemühend kompliziert.

Ein zweites grosses Problem ist Worldbuilding. Wer Game of Thrones oder Lord of the Rings gesehen hat, das ist exzellentes Worldbuilding wo nicht nur die Welt, die Fraktionen und auch die verschiedenen Charaktere sehr gut vorgestellt werden. All dies findet sich bei Witcher kaum. Selbst nach einer Season wurde keine Übersicht über die Welt geboten in der wir uns bewegen. Die verschiedenen Fraktionen kennt man meistens nur beim Titel und selbst der Witcher wird erst spät wirklich vorgestellt. Selbst der eigentliche Gegenspieler, das Nilfgaard Empire, bleibt eine grob ausskizzierte Armee welche einfach die Länder annektieren will, aber kaum eine wirkliche Motivation erhält.

Fazit: The Witcher gehört zu den besseren Game / Buch Adaptionen und im Gegensatz zu vielen, Respektieren sie auch das Sourcematerial. Als Serie ist sie in der ersten Staffel enorm holprig. Erzählstruktur ist mühsam, viele Charaktere bleiben Hüllen ohne klar ausgezeichneten Motivationen und vom Casting her, ist es auch eher Miss als Hit. Mit mehr Worldbuilding, besseren Erklärungen und auch klar geführter Erzählstruktur - mit einem deutlich grösseren Budget - können sie da noch viel draus machen. Als Einstieg bleibt es jedoch eine recht verwirrende und zeitweilen schwer zugängliche Produktion bei der es wirklich alle Episoden benötigt, um wirklich aufzugehen. Deshalb guter Auftakt, doch da gibt es noch viel Raum nach oben.

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