Terminator: Dark Fate (2019)

Terminator: Dark Fate (2019)

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  3. 128 Minuten

Filmkritik: Baaaack to the roooots

"I'm back."
"I'm back."

Es sind mehr als zwei Jahrzehnte vergangen, seitdem Sarah Connor (Linda Hamilton) die Zukunft veränderte und dadurch den Tag der Abrechnung verhinderte. Die Maschinen haben dank ihr am 29. August 1997 nicht die Kontrolle übernommen und die Menschheit in einen Krieg gestürzt. Die meisten Leute haben von diesen Begebenheiten nie etwas erfahren. Wie zum Beispiel die junge Dani Ramos (Natalia Reyes), die mit ihrem Bruder (Diego Boneta) ein einfaches Leben in Mexico City führt.

"Me tooooo."
"Me tooooo."

Danis Leben wird auf den Kopf gestellt, als eines Tages an ihrem Arbeitsort ein aus der Zukunft geschickter, hoch entwickelter Terminator (Gabriel Luna) auftaucht, um sie umzubringen. Mit viel Glück sowie der Unterstützung der Supersoldatin Grace (Mackenzie Davis) gelingt es Dani zu entkommen. Auf ihrer Flucht werden die beiden Frauen auch auf die Hilfe von Sarah Connor angewiesen sein, die sich in den letzten Jahren auf das Jagen von Terminatoren spezialisiert hat.

Terminator: Dark Fate huldigt den ersten beiden Filmen der Reihe, indem er ihrem Storymuster folgt und mit dem neuen Terminator eine Mischung aus T-101 und T-1000 präsentiert. Das macht den Film von Tim Miller zu einer Kopie von dem, was zuvor gekommen ist. Die Kopie gelingt, da die drei zentralen Frauenfiguren alle überzeugend sind und die gezeigte Action am Ende einen auf positive Art und Weise überrollt.

Zurück zu den Wurzeln: Nachdem die letzten zwei Terminator-Filme mit postapokalyptischer-Action und Zeitreise-Shenanigans mehr schlecht als recht funktionierten, konzentrierte sich das Team unter der Leitung von Franchise-Vater James Cameron bei Terminator: Dark Fate wieder auf die ursprünglichen Zutaten: Eine Maschine aus der Zukunft wird in die Vergangenheit geschickt, um eine sich dereinst als wichtig erweisende Person frühzeitig zu eliminieren, was jemand zu verhindern versucht. Auch 2019 funktioniert die simple Struktur des Plots noch immer durchaus anständig.

So sehr Arnold Schwarzenegger mit der Reihe verbunden ist, macht Terminator: Dark Fate unmissverständlich klar, dass das Franchise eigentlich Linda Hamiltons Sarah Connor gehört. Sie ist in diesem Film eine unglaublich coole Heldin, die mit ihrer No-Bullshit-Attitüde gefällt. Weil Hamilton anno dazumals mit ihrer angedachten Rolle in Rise of the Machines nichts anfangen konnte, lehnte sie den Part ab und Sarah Connor wurde zu Beginn dieses dritten Teils für tot erklärt. Ihre Wiederauferstehung wird hier ermöglicht, indem die Macher einfach das sämtliche Geschehene nach Terminator 2 ignorieren. Passend dazu beginnt dieser neue Film mit einer Szene aus Judgment Day. Damit aber genug der Inhaltsangabe, denn gleich in der ersten richtigen Szene gibt es eine Überraschung, die Auswirkungen auf den ganzen restlichen Plot hat.

Nebst Hamilton verkörpern Natalia Reyes und Mackenzie Davis zwei weitere energiegeladene Ladys, wobei Letztere als genetisch erweiterter Supersoldat schlichtweg umwerfend spielt. Bei so viel Frauenpower müssen die Herren hintenanstehen. Ja, auch ein Arnie, welcher erst nach gut einer Stunde ins Geschehen eingreift. Gefühlt etwas mehr Screentime erhält der böse Terminator, der auch als Reverenz an die ersten zwei Filme funktioniert. Denn das von Gabriel Luna gespielte Terminator-Model Rev 9 besitzt ein Metallskelett, welches mit flüssigem Metall überzogen wurde. Dass sein Inneres und Äusseres unabhängig voneinander agieren können, macht ihn zu einem überaus bedrohlichen Gegenspieler und auch zu einer Vermischung aus T-101 und dem T-1000. Wie so häufig bei den von Cameron inszenierten Werken zwingt der Gegner die Figuren dabei immer wieder in neue halsbrecherische Situationen. Action eskaliert in immer noch mehr Action. In den letzten 40 Minuten gibt es deshalb keine Verschnaufpause mehr. Wegen der vielen taffen Charaktere entsteht jedoch selten Spannung. Tim Millers Werk ist in erster Linie eine riesige Materialschlacht, welche die Mängel der Storyline nicht immer kaschieren kann.

Mit seinem altbekannten Plot bedient Terminator: Dark Fate natürlich vorwiegend die nostalgische Ader. Trotzdem hat Dark Fate genügend Drive, um während zwei Stunden gut zu unterhalten. Die Macher täten aber gut daran, den Terminator nun in Rente zu schicken. Denn dieser Streifen bietet einen anständigen Abschluss der Reihe, den es nicht mit einem weiteren Sequel zu verbocken gilt.

/ crs

Kommentare Total: 4

behar

Wenn man ins Kino ohne Erwartungen geht weil man nicht all zu fest enttäuscht werden möchte, und dann noch viel enttäuschter raus kommt, und wenig überlegen muss was hat einem gefallen hat, und sehr nüchtern feststellt: eigentlich wenig. So ist dieser Film eher misslungen. Mit Tim Miller, wollten die offenkundig am Budget sparen, denn für mich viel zu wenig Erfahren. Der Cast, mit den Neubestzungen ist ebenfalls misslungen. Die Rollen nimmt man den Darstellern schlicht nicht ab. Auch für einen Action-Streifen, gibt es viel zu krasse Unlogiken, weil diese dann zu schlecht wirken, und davon sind leider viel zu viele da. Und es sind eben doch auch die kleinen Dinge die wichtig sind. Der Film ist kaum Dystopisch, viel zu Hell, die Musik ein Graus, also alle Elemente die Die Teil I & II ausgemacht haben. Das düstere sucht man hier vergebens. Die Politische Korrektheit tut dem Film absolut keinen Gefallen, ganz im Gegenteil!
Die Story ist okay, mehr nicht. Die Action, ebenfalls nur okay. Arnie & Hamilton liefern gut ab. Für mich ist dieser 6. Teil der schlechteste von allen bisher.

muri

Wann lernen die Leute da drüben endlich, dass man Filme aus den 80ern und 90ern nicht einfach so mirnichts dirnichts fortsetzen kann und erwarten darf, dass die Leute darauf anspringen. Was damals mit T2 hervorragend klappte, ist heute zwar nett, aber lebt vor allem von der spektakulären Action, die mit nicht sauber gemachten Effekten zu kämpfen hat.

Hamilton/Arnold sind alt geworden und die junge Garde kommt nie an die Intensität heran, welche zB. im T2 versprüht wurde. Trotzdem ist dieser Terminator sehenswert, weil man die schwache Story (ein Abklatsch der alten Filme) genug gut aufgepeppt hat und der böse Terminator (der "Ghostrider" bei "Agents of S.H.I.E.L.D.) mit seinem sturen Blick auf sein Ziel halt schon recht stark ist.

Hat trotz all dem Ärger eigentlich gut gefallen. Inhaltlich okay, die neuen Darsteller blass, aber die Action stimmt. Jetzt sollte aber Ende im Gelände sein für die Franchise. Lasst die Maschinen ruhen und freut euch daran, dass T2 wohl weiterhin einer der besten Actionflme aller Zeiten ist.

db

Terminator - The Machine Awakens - oder "Killbox" das Wort des Tages

Grundsätzlich erwartete ich wenig von Terminator: Dark Fate. Die letzten Terminator Streifen waren nur noch ein Schatten ihrer selbst und besonders Genesis war in allen Bereichen ein Armutszeugnis. Der einzige Grund weshalb noch einen Funken Hoffnung auf einen guten Film bestand, war die Rückkehr von Cameron.

Aus der Distanz betrachtet ist Terminator: Dark Fate - wie schon Star Wars The Force Awakens von Episode 4 - primär ein rehash von Terminator 2. Die Handlungsmeilensteine sind die gleichen, wobei er auch wegen seiner harmlosen Natur nie die Intensität des Vorbildes erreicht. Das Ganze wird überdeckt und eingepackt mit einer grossen Portion Nostalgie, denn ähnlich wie auch bei Star Wars, misslingt es ihnen, die nächste Generation von Helden zu etablieren. Der Star des Filmes bleibt Linda Hamilton welche selbst mit über 60 die abgewrackte Kämpferin grossartig verkörpert. Arnold Schwarzenegger schiebt hier klar eine ruhigere Kugel und überlässt einen Grossteil der Kampfsequenzen der jungen Generation, doch im Bereich Dialoge hat er klar die Highlights.

Hollywood goes Woke macht auch vor Terminator nicht halt und im Vorfeld hat Regisseur Tim Miller den Film als "Will ‘Scare the F*ck' Out of Misogynistic Internet Trolls" angekündigt. Leider ist er dafür schon einige Jahre zu spät. Sarah Connor ist bereits seit über 25 Jahren eine Action Ikone und einen weiblichen Terminator hatten wir bereits mit Kristanna Loken in T3 und Summer Glau in SCC. Also nix Neues und dummerweise sind genau diese ach-so-modernen Aspekte die grossen Schwachpunkte des Filmes. Selbst wenn Cameron eine bessere Balance findet wie viele der heutigen politisch korrekten Mainstream Produktionen, gibt es im Bereich der Dialoge so manchen Augendreher, welche nicht hätten sein müssen. Natalia Reyes gibt sich redlich Mühe als Sarah Connor 2.0, kann sich aber nur bedingt von Emilia Clarke abheben, welche wie Natalia Reyes zu jung für die grosse Rolle wirkte. Supersoldier Mackenzie Davis macht als Kämpferin aus der Zukunft eine gute Figur - dennoch stellt sich die Frage, warum sie für den weiblichen Kämpfer die androgyne Route gewählt haben, denn damit bewegt man nicht wirklich Berge.

Fazit: Terminator: Dark Fate ist wie schon The Force Awakens eine in Nostalgie gepackte Produktion welche die Schwächen der neuen Generation mit Schwergewichten wie Linda Hamilton, Arnold Schwarzenegger und vielen Referenzen zu den ersten beiden Filmen zu überdecken versucht. Das Resultat funktioniert wohl gerade deswegen, weil die beiden Schauspieler auf 25 Jahre Geschichte zurückblicken können. Das junge Gemüse gibt sich kräftig Mühe mit den alten mithalten zu können, doch der neue Terminator wie auch die neue Mutter der Zukunft plus Bodyguard hinterlassen kaum viel Eindruck der über den Abspann nachhallt. Falls dies der letzte Terminator Film gewesen ist, dann war es ein ordentlicher Abschluss, der die Fehlschüsse der vergangenen Jahre etwas bereinigt. Filme wie Terminator 1 oder Terminator 2 kann er jedoch nicht mal ansatzweise das Wasser reichen.

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