Stuber (2019)

Stuber (2019)

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Filmkritik: Silent, but deadly!

Dabei hatte ich doch erst gerade aufgeräumt!
Dabei hatte ich doch erst gerade aufgeräumt!

Stu (Kumail Nanjiani) muss sich als Zweitjob als Uber-Fahrer durchs Leben schlagen, will seiner Kollegin seine Liebe gestehen und gleichzeitig dafür schauen, dass er bei seinem Fahrdienst weiterhin gut benotet wird. Er braucht eine 5-Sterne-Bewertung und hat dafür einiges an Diensten in seinem Fahrzeug parat gestellt. Nun aber begegnet er Polizist Vic (Dave Bautista), der von einer Augenoperation kommt, noch nicht richtig sehen kann und dabei aber einen Verbrecher jagt, der vor einiger Zeit seine Partnerin erschossen hat.

"Einen kleinen Spaziergang mit dem Hündchen hatte ich mir anders vorgestellt...!"
"Einen kleinen Spaziergang mit dem Hündchen hatte ich mir anders vorgestellt...!"

Während nun Vic also den völlig überforderten Stu quer durch die Stadt jagt und immer wieder in gefährliche Situationen bringt, muss sich dieser als «Augen» für den cholerischen und kraftvollen Cop beweisen. Die Spur des Falles führt das ungleiche Duo bald in noch gefährlichere Gegenden, in denen der friedliebende Stu bald über seine Grenzen gehen muss, um sein Leben zu retten. Dabei ist ihm Vic keine grosse Hilfe, obwohl die gegenseitige Sympathie und der Respekt der beiden verschiedenen Persönlichkeiten langsam wächst.

Stuber ist ein flotter Spass, der auf die Stärken seiner Stars setzt. Das Hauptdarstellerduo hat eine angenehme Chemie und die Figuren spielen sich die verbalen Bälle in schöner Regelmässigkeit zu. Wenn das Ganze jetzt noch in einer spannenderen Story verpackt gewesen wäre, hätte das Stuber sicherlich geholfen. So bleibt das Vetrauen, dass Batista auch lustig sein kann. Vielfach unabsichtlich, aber immerhin darf gegrinst werden.

Nach dem Ende seiner Wrestlingkarriere hat sich Dave Bautista über die Jahre zu einem recht erfolgreichen Hollywoodschauspieler gewandelt. Natürlich kennen wir den sympathischen Brocken vor allem aus Guardians of the Galaxy, aber auch Final Score und Bushwick sind mehr als sehenswert und beweisen, dass nicht alles, was aus dem Wrestlingring kommt, schauspielerisch unbegabt ist.

Sein neuester Film Stuber bietet Bautista dabei eine weitere Möglichkeit, mehr Facetten von sich zu zeigen. An der Seite des Komikers Kumail Nanjiani (schaffte mit The Big Sick 2017 seinen eigenen Durchbruch als Schauspieler in Hollywood) vermag Bautista seinen Witz und Humor an den Mann zu bringen. Die Zwiegespräche, Streitereien und Diskussionen zwischen Uber-Fahrer und Fahrgast sind dann auch die Highlights von Stuber. Denn wenn die beiden Figuren losgelassen werden, spielt der Film seine Stärken aus. Das alles drumherum ist dann leider doch eher Mittelmass.

So müssen sich Bautista und Nanjiani durch eine unspektakuläre Geschichte kämpfen, sich mit gesichtslosen Bösewichten abgeben und ein paar eigene Problemchen lösen, die nicht so recht zum Ton des Films passen wollen. So will Stuber eine Actionkomödie sein, die leider am schwachen Drehbuch zu scheitern droht, sich aber voll und ganz auf seine beiden Hauptdarsteller verlassen kann. Dabei geht auch der Twist verloren, den die Macher angesetzt haben, um die Spannung anzukurbeln. Aber diese Überraschung ging recht daneben.

/ muri