Spider-Man: Far From Home (2019)

Spider-Man: Far From Home (2019)

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  2. 129 Minuten

Filmkritik: And Eiiii will always looove you!

Pete, Quentin. Quentin, Pete.
Pete, Quentin. Quentin, Pete. © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Peter Parker (Tom Holland) ist nach seiner fünfjährigen Abwesenheit nach dem «Snap» und den traurigen Ereignissen rund um Mister Stark wieder in seiner Heimat angekommen. Und er braucht eine Pause vom Superheldentum und einfach auch von all den Problemen. Da kommt der grosse Schulausflug mit seiner Klasse grad richtig. Tante May (Marisa Tomei) schmuggelt ihm das Superheldenkostüm in den Koffer und ab geht's nach Europa. Kumpel Ned (Jacob Batalon) will den Jungesellen raushängen lassen und Peters Schwarm «MJ» (Zendaya) will erobert werden. Doch so ganz einfach, wie sich Peter das vorgestellt hat, wird es dann eben doch nicht.

Happy, du Lappi!
Happy, du Lappi! © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Kaum in Venedig angekommen, wird Parker Zeuge eines Wasserungeheuers, das in den Kanälen wütet und die Stadt zerstört. Das Auftauchen eines mysteriösen neuen Helden, Quentin Beck (Jake Gyllenhaal) von einer fremden Erde (Multiverse, juhee!), lässt zwar die erste Bedrohung abwehren, aber diese Wesen (basierend auf den vier Elementen) sind deswegen noch lange nicht besiegt. Nick Fury (Samuel L. Jackson) beauftragt Peter, oder eher «Spider-Man», mit Beck gemeinsam diese Angriffe zu bekämpfen. Dabei wollte er doch nur «MJ» endlich seine Gefühle offenbaren.

Dass nach Avengers: Endgame grad noch so ein Film wie Spider-Man: Far from Home unter die Leute gebracht wird, überrascht. Die Story hält, was sie verspricht, die Darsteller spielen richtig stark und vor allem in der zweiten Hälfte geht die Post ab. Es werden Twists gross aufgeführt, Überraschungen geboten und fürs Herz ist ebenfalls was dabei. Bravo, MCU!

Mit Avengers: Endgame haben die Marvel Studios eigentlich die dritte Phase abgeschlossen. Zumindest hat man uns die so weissmachen wollen. Denn nur ein paar Monate nach dem grossen Drama um Iron Man und Kollegen schmeissen die Studios mit Spider-Man: Far from Home den endgültigen Phasen-Abschlussfilm auf den Markt und liefern dabei etwas, das die Fans weltweit begeistern wird und den Kritikern eigentlich fast keinen Grund gibt, irgendwelche Makel zu finden.

Die erste Hälfte von Spider-Man: Far from Home ist ein wunderbarer Film geworden über einen jungen Mann, der nebst seiner Superheldentätigkeit doch eigentlich nur mal eine Auszeit für sich und seine Gefühle haben möchte. Das präsentieren Tom Holland und seine Kollegen mit viel Witz, Herz und Charme und lassen die Zuschauer so mehr als einmal lauthals auflachen. Ach, so herzig! Und auch das Auftauchen von Jake Gyllenhaal als «Mysterio» ist perfekt umgesetzt - genau so möchten wir das haben im MCU. Vor allem wenn die Chemie zwischen Holland und Gyllenhaal so fantastisch ist!

Dann aber geht Spider-Man: Far from Home einen Schritt weiter. Unser Peter wird vor Probleme gestellt, die er scheinbar nicht bewältigen kann, sein Mentor Tony Stark wird vermisst, die Action wird auf die nächste Stufe gehoben und visuell kriegen wir Bilder und Effekte geboten, die wir lange nicht mehr gesehen haben. Und interessanterweise lässt die Story weiterhin keine Schwächen zu, wenn auf der Leinwand die Action-Post abgeht. Mittendrin steht Tom Holland seinen Mann und führt ein Ensemble an, das in den verschiedenen Rollen aufgeht und somit ein schlichtweg wahnsinnig gutes Stück Kino liefert.

Wir wissen es, im MCU muss man im Saal sitzen bleiben. Es folgen ein paar Sequenzen während des Abspanns («Oh Mann, das können die doch nicht machen!»), und auch wenn alle Credits durch sind, ist noch nicht fertig. Viel Spass!

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 5

abt

Schokolade geniessen
Mit Spider Man - Far From Home (2019) gelingt Regisseur Jon Watts ein unterhaltsamer Film über das Erwachsenwerden jungen Menschen und der Gesellschaft im 21. Jahrhundert.
Peter Parker half als Avenger bei der Rettung der Erde, mit zarten sechzehn Jahren. Da scheint es nur verständlich, möchte er seine Klassenfahrt geniessen. Dass er als Superheld lieber den Fokus auf seine Klassenfahrt legt und nicht auf die Verhinderung eventueller Bedrohungen zeigt deutlich, wie Jugendliche ticken: Auch wenn sie in der Schule tagtäglich aufmerksam sein und ihre Leistung liefern sollten, wie Peter Parker als Spider Man, so passiert in ihren Gedanken etwas ganz anderes; nämlich Mädchen und Jungen. Die Welt um sie herum mag brennen oder versinken, letzten Endes zählt nur die Aufmerksamkeit des Schwarms. Dass das zu grobe Herausreissen aus den eigenen Problemen, das zu frühe Aufbürden grosser Verantwortung und das Schauen der Welt durch die Brille eines Erwachsenen ein junger Erwachsener nicht problemlos bewältigen kann, überrascht nicht.
Vor allem die Barszene zwischen Mysterio und Peter Parker verdeutlicht diesen inneren Konflikt in Jugendlichen par excellence. Auf der einen Seite sitzen sie in einer Bar, einem Etablissement, das für Erwachsene gedacht ist, auf der anderen Seite trinkt Peter seine Limonade mit kindlicher Haltung und Strohhalm. Zudem sitzt neben ihm ein heldenhaftes Mannsbild in Form von Mysterio, wo sich viele kleine Jungen wohl wünschen, auch einmal so zu werden: Ein wallender Umhang, breite Schultern, kantiges und bärtiges Gesicht. Peter befindet sich in dieser Barszene im Hauptkonflikt eines jeden jugendlichen Menschen: Einerseits will man auch so erwachsen und cool sein, andererseits möchte man mit seinen Freunden spielen und seinen Schwarm anhimmeln gehen.
Doch der Film geht ab dieser Barszene noch weiter und verlässt den Bereich des Individuellen hin zur Gesellschaft. Die Umwälzung durch die Digitalisierung wird das Zusammenleben unter Menschen vielerorts auf den Kopf stellen. Technische Fortschritte und Entwicklungen erlauben schon jetzt und werden in Zukunft noch mehr Dinge erlauben, von denen lange Zeit nur geträumt werden konnte. Die dystopischen Elemente des Films beruhen allesamt auf digitalem Fortschritt und zeigt das Pubertierende der Gesellschaft: Alles, was irgendwie geht, soll ausprobiert werden, Grenzen getestet und überwunden werden, ohne an die Konsequenzen oder Schäden zu denken. So wie es Jugendliche auch tun, sei es in Bezug auf ihre Bekleidung, ihr Konsum- und Ausgehverhalten oder auch im Verhalten gegenüber anderen Menschen. Grenzen werden ausgetestet. Schliesslich muss der eigene Platz im Leben gefunden werden.
Das Problem dieses Austestens der Grenzen auf digitaler Ebene scheint aber nach hinten loszugehen, wie Jon Watts mit eindrücklichen CGI-Effekten zeigt. Spätestens seit Kant wüsste die Gesellschaft um den Wert von aufgeklärtem Gedanken. Geht es um die Digitalisierung, wird dieses jedoch ausgeblendet. Spider Man - Far From Home zeigt uns, dass wir als Gesellschaft entscheiden sollten, welche technischen Möglichkeiten auch wirklich umgesetzt werden sollten. Und welche nicht. Es ist wie beim Essen: Nur weil man eine ganze Tafel Schokolade essen kann, muss man sie nicht vollständig verschlingen. Schliesslich würde einem danach schlecht. Besser scheint es, ein zwei Stücke bewusst zu geniessen und entsprechend sinnvoll zu geniessen.

daw

Finde die aktuelle Bewertung (5+) und die Kritik auch eher übertrieben. Der zweite Teil des Films macht den faden ersten wieder etwas wett, aber grundsätzlich fehlt es mir ein bisschen an Witz und Logik. Alles in allem ein guter Spider-Man Film, aber nach dem tollem "Homecoming" habe ich schon etwas mehr erwartet.

crs

"Spider-Man: Far From Home" fällt die undankbare Aufgabe zu das MCU wieder anzuschieben, nachdem die Reihe doch nach "Avengers: Endgame" recht gut abgeschlossen wurde. Die Leichtigkeit wie "Far From Home" dies schafft, ist bewunderswert. Dem Film fehlt die "Epicness" von Endgame, doch war das nie das Ziel. Für sich gesehen ist dieser Film eine herzige Teenager-Komödie mit einem Paar, denen man ein Zusammenkommen auch tatsächlich wünscht. Tom Holland und Zendaya sind einfach putzig.

Jon Watts und die Drehbuchautoren haben auch den zweiten Spidey-MCU-Solofilm perfekt auf ihre geschaffene Teenager-Spinne zugeschnitten: Peter darf an sich selbst zweifeln und ein paar Mal sogar groben Mist bauen. Das macht diesen Spider-Man überaus sympathisch, weil er sich eben nicht immer wie der grosse Held benimmt. So ist die erste Hälfte überaus unterhaltsam und ganz nett.

Dann aber steigert sich der Film in der zweiten Hälfte zum visuell atemberaubenden Blockbuster mit kreativen Sequenzen, bei denen sich die Macher dank des gewählten Gegenspielers so richtig austoben können, auch wenn es vom Plan her bereits ähnliche Gegenspieler im MCU gab.

Trotzdem, diese Mischung aus Teenager-Komödie und Actionfeuerwerk (das Finale stellt vieles im MCU in den Schatten) geht wunderbar auf, es gibt viele kleine Details im Zusammenhang mit der ganzen Thanos-Sache zu entdecken und die letzte After-Credit-Szene beseitigt sogar noch aufkommende Zweifel bei einer nicht unwichtigen Figur. Dieser Film scheint von A bis Z genau durchdacht zu sein und gehört neben "Spider-Verse" und Raimis "Spider-Man 2" zu den besten Spidey-Filmen aller Zeiten.

5.5*

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