Skyfire (2019)

Skyfire (2019)

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  2. 97 Minuten

Filmkritik: Hätten sie doch nur auf Papa gehört!

«Expecto Löschus!»
«Expecto Löschus!» © Alive AG

Meng Li (Hannah Quinlivan) hat als kleines Mädchen ihre Mutter bei einem Vulkanausbruch verloren, bei dem Vater Wentao (Yuegi Wang) vergebens versuchte, sie zu retten. Heute arbeitet er als Geologe und warnt in Schulen vor der Gefahr eines solchen Ausbruchs. Tochter Meng hingegen kraxelt noch immer im gefährlichen Gebiet herum, setzt Sensoren ins Innere des Vulkans und will versuchen, so künftige Ausbrüche und Aktivitäten zu messen und Katastrophen zu verhindern.

«Wird langsam heiss, gälled!»
«Wird langsam heiss, gälled!» © Alive AG

Geschäftsmann Jack Harris (Jason Isaacs) hat eine Hotelanlage am Fuss des Vulkans erbauen lassen, lockt damit reiche Touristen an und will Investoren dazu bringen, noch mehr Geld in dieses Projekt zu pumpen. Warnungen, dass der Vulkan aktiv geworden sei und demnächst ausbrechen könnte, tut er als Panikmache ab, denn schliesslich ist hier ein Haufen Geld zu machen. Als dann aber die ersten Feuerblöcke fliegen, Touristen in die Lava fallen und die Katastrophe ihren Lauf nimmt, muss Harris mit allen anderen Besuchern der Insel um sein Leben rennen. Wer entkommt dem Vulkan?

Skyfire bietet schöne und spektakuläre Szenen mit/im/über dem Vulkan, vergisst dabei aber, eine Geschichte zu erzählen, die über das übliche Wir-müssen-fliehen-Szenario hinwegtrösten könnte. So dürfen wir zwar staunen, was die Chinesen mit dem Budget angestellt haben, müssen aber am Ende merken, dass auch dieser Katastrophenfilm gut in die Reihe derjenigen passt, die optisch was zwar liefern, aber inhaltlich eher dürftig sind.

Filme aus China sind global noch nicht so kommerziell erfolgreich in Erscheinung getreten, weshalb immer wieder Versuche gestartet werden, diverse Genres (endlich) zu erobern. Skyfire ist dabei das Wagnis, die Sparte des Katastrophenfilms so imposant und spektakulär zu präsentieren. Mit vielen Geldgebern - das Intro des Films ist entsprechend mit Logos gefüllt - und Jason Isaacs (als Lucius Malfoy unter anderem in Harry Potter and the Chamber of Secrets und den folgenden Filmen der Reihe natürlich noch gut in Erinnerung) als «westliches Aushängeschild» hätte dieses Projekt auf der ganzen Welt für Geldsegen sorgen sollen. 2020 kam dann aber die Pandemie und fertig wars mit der Kinoauswertung.

Wir erinnern uns noch gern an Filme wie Dante's Peak oder Volcano, die sich damals an den Kinokassen ein Wettrennen um den besten Vulkanausbruch geliefert haben. Was für diese beiden Hollywoodproduktionen gilt, ist auch bei Skyfire das grosse Problem. Die ganze Geschichte rund um den Vulkan ist schlichtweg schwach. Zwar versucht man mit der Vater-Tochter-Story etwas ans Herz des Zuschauers zu appellieren, scheitert aber bald, weil das Ganze einfach zu wenig Fleisch am Knochen hat. Hollywoodstar Jason Isaacs durfte sich sicher über einen hohen Zahltag freuen, aber richtig was zu tun hatte der gute Mann nun wirklich nicht.

So bleibt auch bei Skyfire das Augenmerk auf den Spezialeffekten und der Zerstörung, welche durch den Ausbruch des Vulkans unaufhaltbar wird. Diese Momente und Szenen sind, trotz mitunter wackeligen Effekten, recht anständig und hätten im Kinosaal sicher die Wände zum wackeln gebracht. Leider kriegen wir in Skyfire eine ordentliche Überdosis an solchen Szenen geboten, sodass es dem Zuschauer bald mal nach einer Story dürstet. Doch diese liefert Skyfire leider nicht ab.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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