The Silence (2019)

The Silence (2019)

  1. 90 Minuten

Filmkritik: Alles Böse kommt von oben

Heutige Lektion: Staunen
Heutige Lektion: Staunen

Ein Ausgrabungsteam entdeckt tief unter der Erde eine Tierart, die bislang unbekannt ist. Die Viecher ähneln kleinen Flugsauriern, sind aber aggressiv und brutal und entledigen sich der Eindringlinge relativ rasch. Der grosse Schwarm fliegt in die Freiheit und richtet seine Flugbahn gegen den Ort, von dem der grosse Lärm kommt: die Stadt. Dort fallen sie über die Menschen her und veranstalten ein Blutbad, was durch Newssendungen auch Ally (Kiernan Shipka) erfährt. Diese führt mit ihrer Familie, Vater Hugh (Stanley Tucci), Mutter Kelly (Miranda Otto) und Bruder Jude (Kyle Harrison Breitkopf), ein spezielles Leben, denn Ally ist praktisch taub.

Keinen Mucks bitte!
Keinen Mucks bitte!

Als die Viecher nun auch das umgehende Gebiet der Stadt angreifen, muss Allys Familie die Flucht ergreifen. Gemeinsam mit Onkel Glenn (John Corbett) und ausgerüstet mit Waffen, machen sie sich auf ins Freie, wo sie schon bald merken, dass diese Viecher von Lärm angezogen werden. Das heisst, wenn Ally und ihre Familie überleben wollen, dürfen sie keinen Ton mehr von sich geben. Für ein Mädchen, das nichts hört, ist diese Herausforderung kaum zu meistern, zumal auch bald schon eine weitere Bedrohung in Form eines unheimlichen Priesters mit Anhang auftaucht.

The Silence kommt nicht an A Quiet Place und Bird Box heran. Inhaltlich ist der Film zwar ordentlich, und auch die Story hat nur wenige Aussetzer, aber die frühe Auflösung der Bedrohung und die verpasste Chance mit dem Priester nagen am Unterhaltungswert. Trotzdem macht The Silence nicht alles falsch und punktet vor allem mit starken Darstellern.

2018 überraschte A Quiet Place an den Kinokassen und wurde zum Filmhit, der nächstes Jahr eine Fortsetzung spendiert bekommt. Dann kam, "Netflix exclusive", Bird Box mit Sandra Bullock, die sich mit verbundenen Augen in einer von Monstern bewohnten Gegend zurechtfinden musste. Anscheinend hat man nun Gefallen gefunden an dieser Art von Filmen, in denen einzelne Sinne im Vordergrund stehen, denn mit The Silence startet nun der nächste Vertreter dieses Genres.

Dieser startet klassisch mit der (blutig endenden) Entdeckung einer neuen Spezies, die danach spektakulär und brutal auf Menschenjagd geht. Der Schnitt zur ruhigen und mehr oder weniger harmonischen Familie, die in Not gerät, ist nötig, um nicht bereits am Anfang das ganze SFX-Pulver zu verschiessen. Danach folgen wir den Andrews‘ durch einen Albtraum, der sich wie damals bei Hitchcocks The Birds in Anzahl und Aggressivität kaum bändigen lässt. Das ergibt einige blutige Momente, viele Schreckeffekte (die meisten davon aber mit Ansage) und Menschen in Not, die nicht wissen, was sie nun zu tun haben.

Mit Stanley Tucci (The Lovely Bones) und Miranda Otto (In her Skin) hat man, neben der jungen Kiernan Shipka, gestandene Darsteller, die ihre Rollen nicht übermässig zur Schau stellen, aber authentisch und "normal" agieren. Mit dem Auftauchen des Priesters (mitsamt Anhängern) dürfen alle Beteiligten auch eine Runde auf der Actionschiene fahren und den inneren Schweinehund rauslassen.

Natürlich stehen in The Silence vor allem die fliegenden Kreaturen im Mittelpunkt. Immer wieder tauchen sie auf, beim kleinsten Ton sind sie da und fauchen, fressen und töten. Die Tatsache, dass sich Regisseur John R. Leonetti (verantwortlich für Annabelle) dabei entscheidet, die Monster schon früh im Film zu zeigen, nimmt The Silence ein bisschen den Grusel und die Spannung. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, wir hätten erst im Finale erfahren, was das denn für Dinger sind, die so blutrünstig von oben herabstossen...

/ muri

Kommentare Total: 2

yan

Nee, das war nix! Hier störten mich die vielen Logiklöcher, die dummen Entscheidungen und die unausgegorene Story zu sehr, um darüber wegsehen zu können. Wenn man schon kein Budget hat, dann sollten solche Dinge einfach stimmen. Obwohl man den Machern nicht vorwerfen kann, sie hätten sich bei Bird Box oder Quiet Place bedient (The Silence wurde vorher produziert und ist eigentlich eine Romanverfilmung), kommt The Silence nie und nimmer an die beiden Werke ran.

muri

Filmkritik: Alles Böse kommt von oben

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Trailer Deutsch, 01:54