Shaft (2019)

Shaft (2019)

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Filmkritik: It's your duty to please that booty!

John Shaft (Samuel L. Jackson) ist ein bekannter Detektiv mit losem Mundwerk, der keiner Frau widerstehen kann. Mit Maya (Regina Hall) hat er aber einen Sohn, der über die Jahre vom Vater nicht viel sieht und (wohl auch deshalb) nicht die von Daddy gewünschte Entwicklung durchgemacht hat. Junior (Jessie Usher) ist freundlich, respektiert Frauen, verabscheut Pistolen und hat sich im FBI als Spezialist für Computerüberwachung einen Namen gemacht. Nun muss er aber einen Rückschlag hinnehmen, als sein bester Freund stirbt. Scheinbar an einer Überdosis Drogen, was für Shaft Junior natürlich nicht in Frage kommt. Er will den Fall untersuchen und holt sich dabei Hilfe von Daddy.

Damn right! Shaft gibt's jetzt gleich dreimal. Can you dig it?
Damn right! Shaft gibt's jetzt gleich dreimal. Can you dig it?

Als ungleiches Team machen sich die Shafts nun auf, in den verschiedenen Ecken der Stadt zu ermitteln und entdecken dabei, dass sie so ziemlich gegensätzliche Einstellungen zu allem und jedem haben. Allerdings ist die raue Art von Papi Shaft durchaus nützlich, wenn es darum geht, Zeugen zu verhören und sich Respekt zu verschaffen, während sich Junior bei den «neumodischen» Sachen halt besser auskennt. Als der finale Böse Bube ausfindig gemacht worden ist, wird Juniors Freundin von diesem entführt, was die ganze Sache noch persönlicher macht. Das heisst auch, dass Grossvater John Shaft (Richard Roundtree) auch noch ein Wörtchen mitreden möchte. Dreimal die Coolness und das Mundwerk à la Shaft - das dürfte auch für den bösesten Gauner zu viel sein, oder?

Shaft ist ein netter Krimi geworden, der vor allem durch Jacksons Sprüche Schwung bekommt, aber ansonsten halt recht eintönig und vorhersehbar ist. Auch der Miteinbezug des Original-Shafts ist nett gemeint, bringt aber der Story nicht viel. Aber immerhin kann man so in ein paar Jahren den nächsten Film der Reihe drehen und hat hier schon mal den Start gesetzt. Vielleicht finden wir ja noch irgendwo einen Cousin-Shaft?

In den Siebzigerjahren war Richard Roundtree als Shaft eine grosse Nummer. Viel Funk und Action machten den Helden der Strasse zur Kultfigur, der sich Samuel L. Jackson im Jahr 2000 als Shaft annahm und nochmals den Groove der damaligen Zeit erfolgreich ins Kino brachte. Nun sind wieder fast zwanzig Jahre vergangen, bis sich diese Figur erneut mit einem Film belohnt sieht. In den USA lief Shaft mehr schlecht als recht im Kino, bei uns ging's bei der Veröffentlichung direkt auf den Streamingkanal.

Samuel L. Jackson ist natürlich längst zum Kultstar geworden, dreht weiterhin fleissig Filme und verströmt im langen Mantel und mit Sonnenbrille eine ungeheure Portion Coolness, der eigentlich kaum einer entgegenwirken kann. Mit Regina Hall als Ex-Frau hat er aber immerhin einen Gegenpart, mit welchem er sich wunderbar versteht und auch entsprechend austoben kann. Das gleiche gilt für Jungstar Jess Usher (Independence Day: Resurgence), der erstmal heftig einstecken muss, bevor er sich langsam zu dem Jung-Shaft entwickelt, der mit Papa mithalten kann. Und wenn dann noch das Original, Richard Roundtree, auftaucht, ist die Coolness der drei Herren fast nicht zu toppen.

Leider hat Regisseur Tim Story (Ride Along, Fantastic Four) es nicht geschafft, die drei Figuren in eine Story zu packen, die besonders innovativ oder spannend wäre. So wird uns ein normaler Kriminalfall präsentiert, der eigentlich schon früh die böse Seite entlarvt und in welchem die Gegenspieler viel zu schwach porträtiert sind, um mit den Helden mitzuhalten. Ausserdem ist Jessie Ushers Figur seinem Film-Daddy so dermassen unterlegen, dass Samuel L. Jackson mit Leichtigkeit den Film an sich reissen kann. Das wäre ja grundsätzlich nicht schlecht, vergibt aber viele Möglichkeiten, aus einem normalen Krimi etwas Spezielles zu machen.

/ muri

Trailer Englisch, 02:14