The Secret Life of Pets 2 (2019)

The Secret Life of Pets 2 (2019)

Pets 2
  1. , ,
  2. , ,
  3. 86 Minuten

Filmkritik: Wahnsinn auf vier Beinen

Hör auf Indy!
Hör auf Indy!

Hündchen Max (neu gesprochen von Oswald Patton) ist zwar kein "Kinderhund", hat aber mit dem Kleinen seines Frauchens einen neuen besten Freund gefunden. Die zwei entdecken die Welt und Max spielt sich als grosser Beschützer auf, der nun auf eine harte Probe gestellt wird. Denn als die Familie ein paar Tage aufs Land fährt, wo sich Truthahn und Kuh gute Nacht sagen, wird Max gefordert. Unterstützt vom grummligen Wachhund Rooster (Stimme von Harrison Ford) muss er all seinen Mut zusammennehmen, um seine Ängste zu überwinden.

Jetzt gibt's Saures!
Jetzt gibt's Saures!

Gleichzeitig ist daheim in der Stadt die Hölle los. Gidget (Stimme von Jenny Slate) hat Max‘ Lieblingsspielzeug (ein Gummibienchen) verloren und das Teil ist ausgerechnet in eine von Katzen übervölkerte Wohnung gekullert. Nun muss Gidget bei Büsi Chloe Unterricht nehmen, wie man als Hund am besten als Katze "durchgeht", damit das Spielzeug wieder erobert werden kann. Ausserdem hat Karnickel Snowball (Stimme von Kevin Hart) seine Bestimmung als Superheld gefunden! Sein erster Auftrag führt ihn in einen Zirkus, wo ein armer und misshandelter Tiger befreit werden soll. Doch dieser ist schwer bewacht von einem Rudel Wölfe, das bald Witterung aufnimmt.

Pets 2 fährt eine sichere, solide und wohl auch gewinngarantierte Schiene, welche für die jüngeren Zuschauer (wohl das Hauptpublikum) sicherlich funktioniert. Wer Ecken und Kanten sucht, kriegt leider die besten Szenen mal wieder im Trailer geliefert. Trotzdem, eine der drei Stories punktet angenehm und das grosse Finale, wo alle Handlungsstränge wieder vereint werden, dürfte den meisten Zuschauern gefallen.

Die Trailer damals zu The Secret Life of Pets waren so irrwitzig, dass der finale Film danach die Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte. Trotzdem folgt nun mit Pets 2 eine Fortsetzung, welche die niedlichen Tierchen nochmals aufleben lässt und in abenteuerliche Situationen bringt. Untersützt werden die Vierbeiner im Original von illustren Sprechern wie Kevin Hart oder (zum ersten Mal als Animationsfigur zu hören) Harrison Ford.

Die Anfangsminuten sind wunderbar. Die Momente zwischen Hund und Baby (später Kleinkind) sind herzig und liebenswert. Man lässt dem harmlosen Humor freien Lauf und verbreitet eine angenehme Grundstimmung. Danach teilt sich der Film in drei Geschichten auf, die von unterschiedlicher Qualität sind. Diejenige mit Max auf dem Land bringt keine Überraschungen, sondern lässt unser Hündchen seine eigenen Grenzen überschreiten und unter der Führung eines erfahrenen Hundes ein Abenteuer erleben.

In Richtung Superheld geht's dann gleichzeitig mit dem plaudernden Häschen, dessen Rettung des Tigers viel Action und Slapstick beinhaltet, ohne dabei aber so richtig zu packen. Bei einem Charakter wie Snowball müssen einfach mehr Ecken und Kanten vorhanden sein, sonst verwässert er sich selber. Die Storyline, die am besten umgesetzt ist, gehört dem kleinen Hündchen Gidget und ihrem Katzentraining. Da werden zwar die bekannten Büsi-Klischees bedient, aber das Ganze ist hervorragend und irre witzig umgesetzt. Die Aktion mit dem Laserpointer sticht hier noch einmal obenaus.

Technisch ist der Film recht einfach gehalten. Hintergründe sind unspektaklär, die Figuren mitunter etwas klobig, aber die Hauptcharaktere herzig und passend animiert. Leider (?) bewegt sich der Humor des Films auf einem sehr liebenswerten und kindgerechten Niveau, so dass man böse Sprüche oder freche Aktionen nur sehr selten zu sehen und hören bekommt. Die Katzenvolk-Unterwanderungsstory ist da noch am ehesten ein Kandidat für solche Spässe.

Wer beim Abspann sitzen bleibt, kriegt noch ein paar Homevideos und einen Rapsong (von Häschen Snowball) geboten. Für ganz Geduldige gibt es am Schluss des Films noch ein klitzekleines Bisschen von Harrison Ford zu hören. Mehr gibt es nicht, aber irgendwie müssen ja knapp 90 Minuten auch vollgekriegt werden, wenn der eigentliche Film schon deutlich früher beendet wird.

/ muri