Sea Fever (2019)

Sea Fever (2019)

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  3. 89 Minuten

Filmkritik: Wasser ist tödlich

NIFFF 2020
Licht ist Luxus
Licht ist Luxus © NIFFF

Die junge Wissenschaftlerin Siobhan (Hermione Corfield) hat's nicht so mit sozialen Kontakten, muss aber, zwecks Untersuchungen der Unterwasserwelt, auf einem alten Fischkutter anheuern. Unter der Führung von Captain Gerard (Dougray Scott) und Freya (Connie Nielsen) legt eine kleine Crew ab und tuckert auf die offene See hinaus. Zwar wurde die Crew bezüglich eines speziellen Gebietes gewarnt, das man besser nicht durchschippern sollte. Weil diese Warnung beim Captain aber auf taube Ohren stösst, hat die Crew bald eine Begegnung der schrägen Art. Denn als das Schiff plötzlich zum Stillstand kommt und leuchtende Tentakel die Unterseite behaften, muss Siobhan erste Untersuchungen anstellen. Ist der Captain etwa in was reingefahren?

Während diese Tentakel das Schiff an der Weiterfahrt (oder Flucht?) hindern, entdeckt die Crew an den Schiffswänden eine Flüssigkeit, die sich durch das Material zu fressen scheint. Als dann auch noch die ersten Crewmitglieder mit explodierten Augen tot aufgefunden werden, kommt Siobhan der Ursache auf den Grund: Eine Art Parasit hat sich im Schiff eingenistet, bewegt sich im Wasser des Abflusses, der Dusche oder der Küche voran, und wer diesen fiesen Mistkerl einmal in sich trägt, ist bald des Todes. Auf offener See, ohne Kontakt zur Küstenwache, beginnt nun also ein Kampf ums Überleben, in dem der Parasit immer mehr Crewmitglieder infiziert und eine Rettung unmöglich scheint.

Sea Fever ist kein Schocker, der grossartige Monster liefert oder die Zuschauer gar vor Spannung in den Sessel drückt. Es ist aber ein angenehm gespielter Film, der mehr auf die Panik unter der Schiffsbesatzung setzt und dabei die Bedrohung von unten etwas aussen vor lässt. Das mag als Drama oder gar als Thriller durchaus seinen Reiz haben, aber «Horror» sucht man hier (mit einigen wenigen Ausnahmen) vergebens.

Neasa Hardiman ist eine irische Filmregisseurin, die sich ihre Sporen bislang mit TV-Episoden für Serien wie Jessica Jones oder Marvel's Inhumans abverdient hat. Mit dem als «Horrorfilm» angepriesenen Sea Fever hat sie nun einen Langfilm in ihren Schaffensrucksack packen können, der nicht nur ein paar eklige Splatteraufnahmen hat, sondern auch eine Story erzählt, die durchaus zu unterhalten vermag.

Hardiman lässt den «bekanntesten» Star des Casts, Mission Impossible II-Baddie Dougray Scott, als Captain eines heruntergekommenen Fischkutters in eine Zone schippern, in der Übles auf ihn und die Besatzung wartet. Dabei kann Scott aber kaum die Bandbreite seines Könnens zeigen, sondern beschränkt sich auf sorgenvolles Gucken und misstrauisches Gemurmel. An seiner Seite agiert Connie Nielsen (Gladiator), die sich aber leider auch nicht wirklich entfalten kann, da ihre Rolle keine besonders grosse ist.

Im Mittelpunkt steht dafür Hermione Corfield, die wir aus Rust Creek kennen und die in xXx: Return of Xander Cage mitmachen durfte. Ihre Rolle als rothaariger «Unglücksbringer» (so der Tenor auf dem Schiff) ist diejenige Figur, die sicherlich am interessantesten angelegt ist, auch wenn selbst sie als Charakter bald an ihre Grenzen kommt.

Der Hauptgrund, warum wir uns aber Sea Fever aber anschauen, ist der Parasit, dem schöne Auftritte in Augen (bevor sie explodieren) spendiert werden. Auch die Tentakel unter dem Schiff und das Ding, das man beim Wanddurchbruch sieht, sind toll anzuschauen, wobei diese Szenen dann aber zu selten sind, um so richtig Eindruck zu schinden.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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