Rattlesnake (2019)

Rattlesnake (2019)

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  2. 85 Minuten

Filmkritik: Wenn's klappert, dann beisst's auch!

Bald wird's creepy!
Bald wird's creepy!

Katrina (Carmen Ejogo) fährt mit ihrer kleinen Tochter durch die Wüste von Texas. Bei einem Halt wird die Kleine von einer Klapperschlange gebissen. Ohne Handynetz und Hoffnung auf Hilfe, scheint das Mädchen verloren, bis Kathrina eine kleine Hütte entdeckt, die von einer mysteriösen Frau bewohnt wird. Diese nimmt Töchterchen Clara bei sich auf, schickt Katrina zur Reparatur des Autos und als diese wiederkehrt, ist die Kleine geheilt. Zwar schwafelt die komische Frau noch was von «für eine gerettete Seele muss eine andere genommen werden», aber Katrina ist erstmal froh, dass Clara überlebt hat.

In der nächsten Stadt wird das Krankenhaus aufgesucht und man untersucht Clara, die ihrerseits aber keine Spuren mehr eines Schlangenbisses aufweist. Als dann ein Mann auftaucht, der die Worte der Wüstenfrau bestätigt und die Sache klärt, beginnt vor Katrina eine Aufgabe, die fast unlösbar ist. Denn um die Balance zu halten, muss Katrina nun eine Seele einfordern. Sprich, um ihre Tochter endgültig zu retten, muss sie einen Mord begehen. Und das soll bis Sonnenuntergang geschehen, sonst würde Töchterchen Clara wieder in den Zustand versetzt, in dem sie nach dem Biss war.

Rattlesnake ist ein solider Thriller geworden, der immer wieder ins Unheimliche abdriftet, im Mittelteil aber starke erzählerische Schwächen aufweist. Das Ende ist ein bisschen schwammig, aber interessant umgesetzt, zumal die Bildsprache hier eine grosse Stärke ausspielt. Zum einmal Gucken sicherlich okay.

Im letzten Drittel des Jahres kommen die Gruselfilme oder mysteriösen Thriller en Masse unter die Leute. So werden wir auch aufmerksam auf kleinere Produktionen, von denen Rattlesnake mit einer vielversprechenden Ausgangslage das Interesse weckt. Wie weit geht ein Mensch, um ein Familienmitglied zu retten? Ist der Mord an einer unbekannten Person möglich, wenn soviel auf dem Spiel steht?

Carmen Ejogo (bekannt aus Fantastic Beasts and where to find them und Alien: Covenant) gibt uns hier eine Mutter, die einen Neuanfang versucht, aber bald schon vor die ultimative Aufgabe gestellt wird. Sie verkörpert die überforderte Mutter überzeugend und mit vollem Körpereinsatz. Dass ihre Figur dabei vorwiegend am Anfang des Films interessant ist und danach nicht mehr ganz so überzeugend agiert, mag nicht an der Darstellerin liegen, sondern am Drehbuch, das mit zunehmender Filmdauer immer schwächer wird. Auch die Umsetzung desselbigen wird mühsamer und hat vor allem im Mittelteil mit grossen Schwächen zu kämpfen. Hier wird Rattlesnake zur Geduldsprobe.

Die Ausgangslage von Rattlesnake ist natürlich spannend und selbst nach Ende des Films darf man sich fragen, wie genau das jetzt gemeint war mit diesem Schluss. Im Finale holt Rattlesnake dann nochmal das an die Oberfläche, was diesen Film eigentlich hätte auszeichnen können. Die gewünschte Mystik, das Geheimnisvolle, das Unheimliche. Schade, haben die Macher diese Art nicht über den ganzen Film durchziehen können.

/ muri