Qu'est-ce qu'on a encore fait au bon Dieu? (2019)

Qu'est-ce qu'on a encore fait au bon Dieu? (2019)

Monsieur Claude 2
  1. ,
  2. 99 Minuten

Filmkritik: Meine Schwiegersöhne, ihre Väter und ich

Vor dem Abflug
Vor dem Abflug

Auch wenn es nicht einfach war, haben Claude Verneuil (Christian Clavier) und seine Frau Marie (Chantal Lauby) akzeptiert, dass ihre vier Töchter mit Männern verheiratet sind, deren Heimatland nicht Frankreich ist. Mutig stürzen sich Claude und Marie sogar in ein Abenteuer, um die Eltern ihrer Schwiegersöhne zu besuchen. Nach den Trips nach China, Israel, Algerien und zur Elfenbeinküste sind sie jedoch mehr als glücklich, wieder in der Heimat zu sein. Sie freuen sich einfach nur darauf, ihren Ruhestand zu geniessen und Zeit mit ihren Enkelkindern zu verbringen.

Ebenfalls kurz vor dem Abflug
Ebenfalls kurz vor dem Abflug

Doch dann teilen alle vier Töchter den Eltern mit, dass sie mit ihren Gatten und den Kindern ins Ausland ziehen möchten. Vor allem ihre Männer fühlen sich schon länger nicht mehr so wohl oder sicher in Frankreich. Ein echter Schlag für Claude und Marie, die aber nicht so einfach aufgeben möchten. Sie versuchen, die Männer mit Tricks zum Umdenken zu bewegen.

Hatte der erste Film noch mächtig Tempo und viele politisch unkorrekte Gags, ist die Fortsetzung nun eine lahme Weiterführung. Die Hauptfiguren sind wegen des Happy-Ends des Erstlings hier zu brav, was zu weniger lustigen Konflikten führt, weshalb der Film sich so immer wieder in die Länge zieht. Ein Sequel, das es eigentlich nicht gebraucht hätte. Oh, mon dieu!

2014 war es mal wieder so weit: Nach Amélie, den Ch'tis und Intouchables kam mal wieder einer jener französischen Filme in die Kinos, die ewig in den Lichtspielhäuser blieben, bis er von fast allen (und deren Müttern) gesehen wurde. Der Film hiess Qu'est-ce qu'on a fait au Bon Dieu - in den deutschsprachigen Regionen besser bekannt unter dem deutschen Titel "Monsieur Claude und seine Töchter". Über 539'000 Eintritte verzeichnete die Komödie am Ende. Im Gegensatz zu den anderen genannten Kassenschlagern wurde bei "Monsieur Claude" noch eine Fortsetzung produziert. Und wie so oft bei Sequels kann diese dem Erstling nicht das Wasser reichen.

Die Ausgangslage war aber auch eine schwierige. Zu den besten Elementen des Erstlings gehörten unter anderem die rassistischen Väter, gespielt von Christian Clavier und Pascal N'Zonzi. Die beiden benahmen sich im Erstling so richtig daneben, was herrlich lustig war, und Philippe de Chauveron sowie sein Drehbuchautor Guy Laurent hielten damit auch vielen den Spiegel vor. Die Läuterung zum Schluss machte natürlich bessere Menschen aus ihnen, und so sind die beiden in dieser Fortsetzung nun recht brav. Freche Sprüche gibt es nur noch ab und zu - allen voran bei einem Familiendinner, bei dem Mama und Papa Verneuil von ihrem Trip um die Welt berichten und dabei in fast jedes Fettnäpfchen treten. Doch ist dies zu wenig, um den Zuschauer über 99 Minuten bei der Stange zu halten.

Der ausgedachte Plot über den möglichen Wegzug der vier Töchter tut den Charakteren dann auch keinen wirklichen Gefallen. Zwar ist der "Schaut-wie-schön-doch-Frankreich-ist-Plan" von Claude Verneuil durchtrieben, doch beinhaltet dieser auch, dass sich Claude äusserst nett benehmen muss. Lustig ist anders. Des Weiteren werden Entscheidungen seltsam rasch getroffen und Konflikte sehr schnell zur Seite gekehrt. Wenn das Ganze dank den Darstellern so auch immer noch eine gewisse Spritzigkeit aufweist, ist Monsieur Claude 2 ein schwacher Aufguss und kein Vergleich mit dem durchwegs unterhaltsamen Erstling. Den Franzosen war das Wurst (Baguette?). Über sechs Millionen Leute sahen die Fortsetzung, was wohl auch einen dritten Teil rechtfertigen würde. Die Luft ist aber hier schon raus.

/ crs

Kommentare Total: 2

globinli

Leider nur 3 Sterne. Ist nicht mehr halb so komisch wie der erste Film. Wieder mal ein Fall, wo man besser keine Fortsetzung gemacht hätte. Erst nach der Hälfte wird der Film einigermassen so, wie man ihn vom ersten Teil an erwarten würde. Sehr schade.

crs

Filmkritik: Meine Schwiegersöhne, ihre Väter und ich

Kommentar schreiben