Project Ithaca (2019)

Project Ithaca (2019)

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  2. 85 Minuten

Filmkritik: Wo ist der Ausweg?

Eisige Stimmung
Eisige Stimmung © Meteor Film

Eine Gruppe Menschen erwacht in einem dunklen Raum, gefesselt durch Tentakel, die sich immer dann noch weiter anziehen, wenn die eigenen Emotionen Überhand gewinnen. Bedeckt mit schwarzem Schleim und unwissend, wo sie sind, kommen die Personen miteinander ins Gespräch und die einzelnen Hintergründe werden erforscht. Eine französische Nutte, ein ehemaliger Rockstar, eine Englischlehrerin, ein Häftling, ein Spezialagent und eine junge Frau, die besonders still und verwirrt zu sein scheint: Sie alle wollen wissen, was abgeht und wie sie diesen Raum (und das dahinter) schnellstens verlassen können.

Alien oder Human?
Alien oder Human? © Meteor Film

Es entwickeln sich Fragen, man ist sich uneinig, was für ein Jahr geschrieben wird, und immer wieder taucht der schwarze und schleimige Monsterkopf auf, um einen der Gefangenen zu sich zu holen. Langsam ist auch den grössten Zweiflern klar, dass man sich auf einem ausserirdischen Raumschiff aufhält und dass eigentlich keine Flucht möglich ist. Bis einer der Gefangenen sein Geheimnis offenbart und die Situation der ganzen Gruppe auf den Kopf stellt.

Project Ithaca ist einmal mehr ein Vertreter der Sorte Film, die viel versprechen, durch ein interessantes Cover Neugierde wecken und dann eben doch nicht liefern können. So entpuppen sich die Story als zäh und die Darsteller als höchst mittelmässig. Auch wenn vor dem Finale noch versucht wird, mit einem Twist nochmal anzuziehen - es klappt nicht. Dafür ist das Schlussbild des Ganzen nicht schlecht gelungen. Davon hätte man gerne mehr gesehen.

Gefangen in einem Alien-Raumschiff, überdeckt mit Schleim und bedroht von einem grusligen Monster: Der kanadische Film Project Ithaca hat ein cooles Poster zu bieten und wurde an diversen Festivals gezeigt. Er verspricht eine interessante Story, vermag aber leider, trotz einigen netten Momenten, die geschürten Erwartungen nicht zu erfüllen.

Bis man im Film angekommen ist, dauert es ein bisschen. Die Story braucht Angewöhnungszeit, der Film lässt sich mit Rückblicken immer wieder vom Thriller-Weg abbringen und versucht, die sechs Hauptfiguren mit etwas Hintergrund zu versorgen. Das ist zwar lobenswert, geht aber leider auf Kosten der Spannung. Dafür tauchen immer wieder schwarze Tentakel auf, die auch noch mit einem Demogorgon-ähnlichen Kopf ausgestattet sind. Dadurch entsteht immerhin etwas Grusel zwischen den Dialogen.

Darstellerisch übernimmt James Gallanders (könnte man am ehesten aus The Bride of Chucky kennen) den Lead und lässt seinen Kollegen nur wenige Momente, um zu glänzen. Bleibende Eindrücke machen vielleicht noch Daniel Fathers (fleissiger TV-Darsteller) und die junge Deragh Campbell, welche die interessantesten Charaktere geben dürfen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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