Playmobil: The Movie (2019)

Playmobil: The Movie (2019)

Playmobil: Der Film
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  3. 99 Minuten

Filmkritik: Everything is meh

Bei diesen steifen Beinen hilft auch kein Perskindol mehr.
Bei diesen steifen Beinen hilft auch kein Perskindol mehr.

Die junge Marla (Anya Taylor-Joy) träumt von der grossen weiten Welt, doch wird sie von der Realität eingeholt, als ihre beiden Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Nun muss sie schauen, dass Geld verdient wird, damit sie und ihr jüngerer Bruder Charlie (Gabriel Bateman) durchkommen. Zum Spielen kommen Marla und Charlie wegen dieser neuen Situation nun nicht mehr und die vielen Playmobil-Figuren in ihrem Haus scheinen nur noch zu verstauben.

"Mobil, Play-Mobil."
"Mobil, Play-Mobil."

Eines Abends haut Charlie von Zuhause ab und schleicht heimlich in eine Spielzeugausstellung, wo es auch jede Menge Playmobil gibt. Als Marla ihren Bruder dort findet, passiert etwas Seltsames: Die beiden Geschwister werden plötzlich in die bunte Spielewelt gezogen, wo sie fortan als Playmobil-Figuren versuchen müssen, einen Weg nach Hause zu finden. Keine leichte Aufgabe, wird doch Charlie sogleich von den Schergen des fiesen Imperators Maximus gefangen genommen. Mit der Hilfe des Foodtruck-Besitzers Del eilt Marla zur Rettung.

The Playmobil Movie hat dank bunten Welten und einigen lustigen Figuren seine starken Momente. Doch die Story ist zu offensichtlich nach dem Schema eines Disney-Filmes geschrieben (es gibt tote Eltern und Songeinlagen), dass es schnell mal zu stören beginnt. Diese Spielzeuge lässt man wohl lieber in der Kiste.

Phil Lord und Chris Miller haben fast Unmögliches vollbracht. Sie haben mit dem schamlos betitelten The Lego Movie einen der besten Animationfilme der letzten zehn Jahre auf die Beine gestellt, der nicht eine reine Werbeform für das Verkaufen von Spielzeug, sondern auch eine herrliche Gag-Parade mit ganz viel Meta-Humor war. Lino DiSalvo hat nun was Ähnliches mit dem ebenfalls schamlos betitelten The Playmobil Movie versucht. Gescheitert ist er jedoch an einer zu generischen Story und an zu wenig wirklich guten Einfällen.

Mit The Playmobil Movie feiert DiSalvo nicht nur sein Regie- sondern auch gleich sein Drehbuchdebüt. Zuvor war er Angestellter bei Disneys Animations-Departement, wo er unter anderem an Tangled und Frozen mitarbeitete. Der Einfluss der Disney-Jahre ist beim Playmobil-Film des Öfteren zu spüren. Statt locker leicht loszulegen, kommen zu Beginn gleich mal beide Elternteile der Protagonisten ums Leben. Das ist schon recht nach dem Handbuch des Maushauses. So lastet sich der Film gleich am Anfang viel Ballast auf und schafft es trotz vieler bunter Welten innerhalb der Playmobil-Welt nicht diesen abzuschütteln. Denn die Hauptcharaktere sollen auf ihrer Reise ja was lernen, und so hängt trotz lustiger Nebenfiguren (allen voran der sympathische Foodtruck-Fahrer Del) immer eine Schwere über dem Ganzen. Da können auch Gesangseinlagen - deren Inspirationsquelle wir wohl nicht noch einmal zu erwähnen brauchen - nichts mehr ausrichten.

Immerhin bieten die unterschiedlichen Playmobil-Welten die Möglichkeit, das Tempo hochzuhalten. Vom Vikinger-Schlachtfeld wird schnell in eine Western-Stadt gewechselt, in einen Club und ein Kolosseum geht es dann auch noch. Zusammen mit den Figuren ergibt das einige ganz lustige Momente, an denen die lieben Kleinen eine wahre Freude haben werden. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass diese Gag-Parade gänzlich ohne in Playmobil-Körpern gefangene Menschen besser funktioniert hätte. So ist hier eben nicht alles "awesome", sondern eher vieles nur "meh".

/ crs

Kommentare Total: 2

muri

Enttäuschend, weil der ganze (erhoffte) Witz à la Legomovie total fehlt, die SingsangSongs grauenhaft langweilig sind und immer wieder störend eingefügt werden und sich die Story bereits nach wenigen Minuten in einer Fahrbahn befindet, die öde und schon 1000x gesehen daherkommt.

Dass man (mangels Lizenzen) keine grossen Überraschungen erwarten konnte, war klar. Dass dabei aber so ein langweiliger und harmloser Kiddie-Film rauskommt, ist enttäuschend. Ich mag Playmobil im Kinderzimmer, aber in Sachen Film hat man mit der "was Lego kann, können wir auch" Einstellung ziemlich viel falsch gemacht.

crs

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