Playing with Fire (2019)

Playing with Fire (2019)

Chaos auf der Feuerwache
  1. ,
  2. 96 Minuten

Filmkritik: Tatütata, der Wrestler ist da!

It's Party Time!
It's Party Time!

Wenn in den grossen Naturparks in Amerika Feuer ausbricht, Menschen in Gefahr sind und die "normale" Feuerwehr nicht mehr helfen kann, werden die "Smokejumpers" geschickt. Jeweils mit Helikopter fliegen sie an, lassen sich ins Notfallgebiet abseilen und retten diejenigen, die sonst in den Flammen umkommen würden. Jake Carson (John Cena) ist so ein Jumper, der sein Team (Keegan-Michael Key, John Leguizamo, Tyler Mane) anführt und grad aktuell in einem Blockhhaus einen Einsatz hat. Das Team rettet dabei drei Kids, die nun auf der Wache umsorgt werden. Wie es sich bald herausstellt, haben Brynn (Brianna Hildebrand), Will (Christian Convery) und die herzige Zoey (Finley Rose Slater) allerdings keine grosse Lust, sich den strengen Regeln Carsons zu unterwerfen und probieren auf der Wache so ziemlich alles aus, was sie in die Finger kriegen.

Das sind die Bösen!
Das sind die Bösen!

Carson und seine Crew sind zwar Spezialisten in der Feuerbekämpfung, aber von der Handhabung von drei Kids haben sie nicht die geringste Ahnung. So ist es nur eine Frage von Stunden, bis auf der Wache das grosse Chaos ausbricht, das die starken Männer an ihre Grenzen bringt. Mit Unterstützung von Dr. Amy Hicks (Judy Greer) versuchen die Feuerwehrmänner den Rackern Herr zu werden und machen sich dabei mehrmals zum Affen. Als dann auch noch auskommt, dass Brynn und ihre Geschwister aus einem Waisenhaus stammen und auf der Suche nach Eltern sind, werden Carson und Kollegen noch mehr in eine Rolle gedrängt, der sie kaum gewachsen sind.

Nein, Playing with Fire ist leider keine gelungene Komödie geworden, sondern ein Kinderquatsch, der niemanden hinter dem Ofen hervorlockt und nach wenigen Minuten bereits sicher und ohne Aufregung auf sein Happy-End zielt. Mit John Cena hat man einen grossen Namen verpflichtet, doch seine Figur kommt nicht über die klischierte Version eines korrekten Mannes hinaus, der das Ganze ja "nur" wegen seines Daddys macht. Das langweilt und interessiert bald nicht mehr, so dass Playing with Fire nur eine Familienkomödie unter vielen, vielen anderen geworden ist.

Die Filmkarriere von Wrestler John Cena ist ein stetiges Auf und Ab. Einmal hat er ein glückliches Händchen (Bumblebee), dann liefert er zähes Material (The Reunion). Und trotzdem steht er für kommende Blockbuster wie The Suicide Squad und Fast and Furious 9 vor der Kamera. Zuvor aber wagt der starke Mann einen weiteren Ausflug in die Region der Familienkomödie und präsentiert sich in Playing with Fire als Hauptdarsteller, dem anscheinend keine Peinlichkeit zu gross ist, um sein Publikum zu unterhalten.

Nach Wonder Park und Dora and the Lost City of Gold ist Playing with Fire die dritte Produktion von Nickelodeon im Jahr 2019. Die Richtung ist somit vorgegeben, und diese Feuerwehrkomödie geht genau den Weg, den wir von einer "Familienkomödie" erwarten: Starke Männer werden in vermeintlich witzige Situationen gebracht, aus der sie sich mit viel Peinlichkeiten und Slapstick befreien müssen. Dass dabei eine Gruppe von Kids eine wichtige Rolle spielt, überrascht nicht, auch wenn die Witze und Gags inzwischen so altbacken sind, dass die Zuschauer bald das Interesse an den Geschehnissen verlieren.

Sei es der sabbernde Hund oder auch der schweigende Axtträger - die klassischen Comedyelemente sind zwar in Playing with Fire vorhanden, werden aber leider nur auf die übliche Weise genutzt, so dass Spannung oder gar Überraschungen vollkommen fehlen. Mittendrin im Schlammassel agiert John Cena sehr steif und überkorrekt, was seinen Charakter nur bedingt sympathisch macht. Das haben die Filmemacher natürlich erwartet, weshalb vor allem Keegan-Michael Key (The Predator) und John Leguizamo (John Wick) als Hampelmänner für Action sorgen und Sympathiepunkte einheimsen dürfen.

/ muri

Trailer Deutsch, 01:32