Play (2019)

Play (2019)

  1. 105 Minuten

Filmkritik: Shaky Cam Boyhood

«Ist das Ding an?»
«Ist das Ding an?»

1993: Der 13-jährige Max (Mathias Barthélémy) bekommt von seinen Eltern seine erste Videokamera geschenkt. Fortan nimmt er alles auf und dokumentiert so die nächsten 25 Jahre seines Lebens. Egal ob Erfolge oder weniger schöne Momente: Max richtet seine Kamera immer drauf. Damit hält er zwar fest, was vor seinen Augen geschieht, doch er lässt selten Leute an sich heran. Als er im Alter von 38 (Max Boublil) vor einer der schwierigsten Entscheidungen seines Lebens steht, beschliesst er, sich all das gesammelte Filmmaterial anzusehen und zu einem Film zusammenzuschneiden.

Mit Play geht es unter anderem zurück in die Neunziger, wo mit dem passenden Sound die Nostalgiker voll abgeholt werden. Es wird dabei eine sympathische Coming-of-Age-Story erzählt, wobei die zentrale Figur sich auch mit über 30 nicht wirklich wie ein Erwachsener benimmt. Es dauert zwar ein bisschen, bis man in der zerhackten Story drin ist - der ganze Film wird nur mit dem Material erzählt, welches Max mit seinen Kameras aufgenommen hat -, doch am Ende weiss dieser Shaky-Cam-Boyhood durchaus zu berühren. Applaus zudem für das Casting-Departement, das überzeugende und ähnlich aussehende Jungdarsteller für ihre Erwachsenen gefunden hat.

/ crs