Nuestras madres (2019)

Nuestras madres (2019)

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  2. 78 Minuten

Filmkritik: Erschütternde Wahrheit

Viel Leid
Viel Leid © trigon-film

Guatemala, 2018: Das Land war während dreissig Jahren im Bürgerkrieg und nun versuchen Forensiker, die Menschen zu identifizieren, die in jener Zeit verschwunden sind. Auch der junge Forensiker Ernesto (Armando Espitia) versucht zu helfen, indem er unter anderem Skelette zusammensetzt, die in Massengräben gefunden wurden. Eines Tages wird er von Nicolasa (Aurelia Caal) aufgesucht. Die Indigene hofft, dass Ernesto ihr behilflich sein kann, damit ihr vor 36 Jahren erschossener Ehemann aus einem Massengrab geborgen werden kann. Auf einem Foto, welches Nicolasa dabei hat, glaubt Ernesto seinen eigenen Vater zu erkennen, der ebenfalls verschwunden ist.

In seinem in Cannes für das beste Erstlingswerk ausgezeichneten Film erzählt Regisseur und Autor Cesar Diaz vom Bürgerkrieg in Guatemala. Dabei verzichtet er auf das Zeigen von Gräueltaten. Die schlimmen Sachen kommen anhand von Erzählungen ans Licht, Rückblenden gibt es keine. Der Film bleibt dabei immer ruhig und unaufgeregt. Protagonist Ernesto ist ein stiller Leidender, wie auch der Grossteil der anderen Figuren. Diaz zeigt so ein vom Schrecken fast gelähmtes Land, das aber für Gerechtigkeit und (inneren) Frieden kämpft. Das ist bewegend, aber mit 78 Minuten Laufzeit aufgrund des Themas etwas gar kurz.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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