Murder Mystery (2019)

Murder Mystery (2019)

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  2. 97 Minuten

Filmkritik: Der Butler war's nicht, oder?

Netflix

Nick Spitz (Adam Sandler) ist ein Cop aus New York, der die Prüfung zum Detective diverse Male vermasselt hat. Seiner Frau Audrey (Jennifer Aniston) sagt er nichts davon und lässt sie im Glauben, dass er endlich Karriere macht. Nun ist das Paar auf dem Weg nach Europa - nach 15 Jahren Ehe wollen sie endlich die Hochzeitsreise nachholen. Im Flugzeug lernt Audrey bei einem Ausflug in die erste Klasse den charmanten und stinkreichen Charles Cavendish (Luke Evans) kennen, der sich als Lord ausgibt und alles verkörpert, was Nick nicht (mehr) ist. Die Spitz' werden von ihm tatsächlich auf dessen Jacht eingeladen und nehmen dies natürlich an. Die Alternative im überfüllten Touristenbus wollen sie sich ja nicht wirklich antun.

Auf dem riesigen Boot hat sich bereits eine illustre Schar von Gästen versammelt. Vom Filmstar (Gemma Arterton) bis zum General will die Gruppe der Hochzeit von Übervater Malcolm Quince (Terrence Stamp) beiwohnen, der aber sein ganzes Vermögen seiner blutjungen neuen Ehefrau vermachen will und die Familie enterbt. Kurz vor der Unterschrift geht das Licht aus, und ein paar Sekunden später liegt Malcolm mit einem Messer in der Brust am Boden. Ein Mord auf hoher See, eine Gruppe Menschen mit Tatmotiv und mittendrin ein amerikanisches Touristenpaar, das sich bald als Hauptverdächtige wiederfindet - jedenfalls im Notizbuch des bald ermittelnden Inspektor De La Croix (Danny Boon). Wie kommen Nick und Audrey da bloss wieder raus...?

Adam Sandler und Netflix: Diese Zusammenarbeit ist zwar sicher eine lukrative Angelegenheit, doch Murder Mystery ist ein Schnarcher. Der Film bietet zwar einen Kriminalfall, schlägt daraus nicht wirklich Kapital. Bald wird klar, was da passiert ist, die Auflösung ist unspektakulär, und sogar die Chemie zwischen Aniston und Sandler war in ihrem ersten Film um einiges besser.

Adam Sandler bringt wegen seines exklusiven Deals mit Netflix bekanntlich in regelmässigen Abständen neue Filme unter die Leute, die auf dem Streamingportal laufen. Sein neues Werk heisst Murder Mystery und vereint ihn mit seiner Kollegin aus Just go with it, Jennifer Aniston. Gemeinsam platzen sie in einen Mordfall, der trotz ein paar bekannter Gesichter nur langsam in die Gänge kommt und sich schlussendlich als zähes und blödes Sandler-Vehikel entpuppt.

Mit Luke Evans (Beauty and the Beast), Terrence Stamp (Superman II), Gemma Arterton (Clash of the Titans) und dem französischen Komiker Danny Boon (Rien à déclarer) holt sich Sandler zwar bekannte Starpower als Unterstützung, nur leider müssen sich die Stars mit entweder sehr kleinen Rollen zufriedengeben oder kriegen in ihren Charakteren keine Möglichkeit, ihr Können zu entfalten. Der Fokus liegt auf Sandler/Aniston, und die haben ihr Pulver schon bald verschossen.

Der Mordfall, den es aufzuklären gilt, scheint auf den ersten Blick spannend und verzwickt. Die Motive werden verteilt, die Tatverdächtigen verhalten sich mysteriös, und erst nachdem die Positionen bezogen sind, macht sich Murder Mystery in der letzten halben Stunde an die Auflösung. Vorher kriegen wir schöne Bilder aus Monaco geboten, verfolgen Sandler beim Blödeln und freuen uns, dass Jennifer «Rachel Green» Aniston auch mal wieder in einer grösseren Produktion zu sehen ist. Interessant aber ist der Film zu keinem Zeitpunkt, und das Dahinplätschern der Handlung wird durch nette Aufnahmen der Gegend oder des schönen Bootes unterstützt.

/ muri

Kommentare Total: 2

yan

Murder Mystery ist eine Gurke. Weder Aniston noch Sandler sind witzig, die Dialoge schmerzen und die Story ist in etwa so spannend und originell wie der Filmtitel.

muri

Filmkritik: Der Butler war's nicht, oder?

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