Mr. Iglesias (2019)

Mr. Iglesias (2019 / Serie)

  1. 30 Minuten

Serien-Review: He's not big. He's FLUFFY!

«Smile, you're on camera!»
«Smile, you're on camera!»

In einer öffentlichen Schule in Long Beach (Kalifornien) steht der Geschichtslehrer Mr. Gabriel «Fluffy» Iglesias vor seiner Klasse. Seine Schüler sind zwar nicht die hellsten Kerzen auf der Torte, bringen aber nebst einem grossen Herz und viel Leidenschaft einen schwierigen Background mit. Gemeinsam mit ihnen will sich Iglesias durch die Sommermonate unterrichten und dabei die Gruppe für einen Wissenskampf gegen Intelligenzbolzen vorbereiten. Natürlich kommen immer wieder kleine Probleme dazwischen, mit denen sich die Lehrer- und Schülerschaft täglich konfrontiert sieht.

«Wer weiss es?»
«Wer weiss es?»

Unterstützt wird Iglesias von Kumpel Tony (Jacob Vargas), der die klügeren Schüler unterrichtet und von ihnen bald übertrumpft wird. Ausserdem vor Ort sind Schulleiterin Paula Madison (Sherri Shepard), Landei Abigail (Maggie Geha) und Coach Dixon (Christopher McDonald), die mit ihren Kommentaren und Aktionen immer wieder für Unruhe sorgen. Dabei werden Themen wie Streik, Schülertyrannie, Ungerechtigkeiten, Wissenslücken, verschwundene Väter oder gar Liebeskummer behandelt. Letzteres betrifft sogar Mr. Iglesias selbst.

Mr. Iglesias hat ein paar Schenkelklopfer und viele nette Gags zu liefern, bleibt aber stets im Rahmen des Anständigen und Harmlosen. Das macht die Serie (noch) nicht zum Überhit, hinterlässt aber eine sehr angenehme Grundstimmung. Einzelne Figuren stechen immer wieder hervor. Eine durch und durch sympathische Vorstellung, von der man sich eine weitere Ausgabe wünscht.

Gabriel «Fluffy» Iglesias hat sich in den letzten Jahren mit seinen Stand-up-Comedy-Programmen in die Herzen der Zuschauer gespielt. Seine Tourneen sind ausverkauft und seine stets positive und witzige Art kommen an. Die Stimme des schwergewichtigen Mexikaners konnte man bereits in Coco oder The Nut Job hören, und The Fluffy Movie einen schönen Einblick in sein Komikerleben. Gemeinsam mit Netflix hat er nun eine Serie entwickelt, die ihn als Mr. Iglesias in den Mittelpunkt stellt und in zehn jeweils 30 Minuten langen Folgen eine saubere Mischung aus Witz, Ernsthaftigkeit und viel Herz bietet.

Die verschiedenen Folgen haben, wie so häufig innerhalb einer Staffel, unterschiedliche Qualität. Allerdings fällt hier keine gegenüber den anderen wirklich ab. Die Stimmung, die sich über alle zehn Episoden legt, ist frisch, sympathisch, nett und witzig. Die ganz grossen Gags bleiben zwar Mangelware, aber zum Grinsen und Schmunzeln geben sie alleweil etwas her. Vor allem dann, wenn Iglesias himself versucht, aus seinem Charaktergerüst auszubrechen und einfach mal den Mund laufen lässt. Dann kommen sie, die sarkastischen Schüsse aus der Hüfte, von denen man sich eigentlich noch viel mehr erhofft hat.

Die ganze Staffel spielt sich im Umfeld der Schule ab; die Lehrer kommen im Lehrerzimmer und die Schüler im Klassenzimmer zu Wort. Die Jungdarsteller finden bald ihre Rollen und Charaktere, nützen die ihnen zur Verfügung gestellten Sequenzen und machen allesamt einen guten Eindruck. Bei den Erwachsenen sieht die Performance ähnlich aus, wobei insbesondere das Zusammenspiel von Iglesias und seinem Kollegen Vargas optimal ausgearbeitet wurde. Einzig Christopher «Coach» McDonald hampelt ein bisschen gar viel durch die Gänge und entwickelt sich zum Störfaktor. Glücklicherweise lassen sich seine Auftritte an einer Hand abzählen.

/ muri