Midnight Traveler (2019)

Midnight Traveler (2019)

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  3. 88 Minuten

Filmkritik: Reise der Hoffnung

Kein Netz, dafür ein Zaun.
Kein Netz, dafür ein Zaun. © trigon-film

Afghanistan, 2015: DIe Taliban setzen auf den Regisseur Hassan Fazili ein Kopfgeld aus. Aus diesem Grund verlässt der Filmemacher zusammen mit seiner Frau Fatima Hussaini sowie den beiden Töchtern Nargis (11) und Zahra (6) die Heimat und hofft auf ein sicheres Leben im fernen Europa. Doch der Weg dorthin ist lang und beschwerlich und eigentlich fast nur mit Hilfe von Schleppern möglich. Hassan hält die Reise mit Hilfe von drei Smartphones filmisch fest und dokumentiert so unmenschliche Situationen in Flüchtlingslagern sowie blanken Rassismus, der nicht nur der vierköpfigen Familie entgegenschlägt.

Bilder von Flüchtlingslagern kennt man aus den Nachrichten. Regisseur Hassan Fazili zeigt in seinem Dokfilm nun am Beispiel seiner selbst und seiner Familie, wie gefährlich es ist, überhaupt in ein solches zu kommen und wie zermürbend dann ein Aufenthalt darin sein kann. Das ist gewiss nicht immer einfach zum Anschauen, doch dank seiner beiden Töchter wird die Menschlichkeit in diesem Reisebericht nie aus den Augen gelassen. Das ist immer wieder sehr berührend. Die Wucht eines For Sama besitzt Midnight Traveler zwar nicht, sehenswert ist diese "Reise der Hoffnung" aber allemal.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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