Men in Black: International (2019)

Men in Black: International (2019)

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  3. 115 Minuten

Filmkritik: London Calling

Just a normal day on the job...
Just a normal day on the job...

Als Molly (Tessa Thompson) noch ein Kind war, sah sie ein kleines Alien bei sich im Haus. Die Alien-Kontrolleure der "Men in Black" waren damals zwar schnell vor Ort, doch löschten sie nur bei Mollys Eltern die Erinnerung an das Wesen aus dem All. Seither ist Molly fasziniert von dieser fremden Welt und versucht alles, um selbst ein Teil der "Men in Black" zu werden. Nach Jahren der Beharrlichkeit wird sie tatsächlich aufgenommen und von Agentin O (Emma Thompson) als Agentin auf Probe nach London geschickt.

"Sieht gefährlich aus. Lass' uns alle Knöpfe drücken!"
"Sieht gefährlich aus. Lass' uns alle Knöpfe drücken!"

Dort soll die nun als Agentin M agierende Molly zusammen mit ihrem Kollegen Agent H (Chris Hemsworth) in einem geheimen Nachtclub auf ein Alien aufpassen. Doch die Mission geht schief und das Alien wird getötet. Für M ist klar, dass es innerhalb der Men in Black einen Verräter gehen muss. Ist es London-Chef High T (Liam Neeson), der nervige Agent C (Rafe Spall) oder vielleicht sogar Agent H?

Men in Black: International ist dank der Action und den vielen Locationwechseln (das "International" im Titel ist verdient) flottes Popcornkino, in dem Chris Hemsworth und Tessa Thompson als neue Agenten zwar überzeugen, auch wenn sie humormässig sehr wenige Treffer landen. Die Geschichte ist unnötig kompliziert, vor allem auch weil der grosse "Twist" schon nach gut 15 Minuten offensichtlich ist. "Geblitzdingst" muss nach dem Film aber niemand werden.

Die "Men in Black" sind zurück. Also, einfach irgendwelche Agenten der Organisation und nicht unbedingt die Leute, mit denen wir die ersten drei Abenteuer verbrachten. Tommy Lee Jones und Will Smith tauchen nur auf einem Bild im Büro von Liam Neesons High T auf. Stattdessen löst nun das Thor: Ragnarok-Duo Chris Hemsworth/Tessa Thompson heikle Situationen, in die heimlich auf der Erde lebende Aliens verwickelt sind. Hier wird die Ausgangslage jedoch noch um einen Verräter innerhalb der MiB verkompliziert. Dabei dürfte eigentlich schon nach mehreren Minuten klar sein, was genau gespielt wird. Trotzdem wird der Zuschauer mit den Protagonisten in einer verschwurbelt vorgetragenen Geschichte um den halben Erdball geschickt. Man merkt, dass hier zwei Drehbuchautoren am Werk waren, die unter anderem auch Transformers: The Last Knight mitverschuldet haben.

Immerhin ist das Ganze von Actionspezialist F. Gary Gray (Fast & Furious 8) flott inszeniert. Eine im wahrsten Sinne des Wortes abgehobene Actionszene in Marrakesch ist toll, wie auch turbulente Stopps in Italien, Frankreich und England. Während die eigentliche Geschichte immer wieder lahmt, halten die ständigen Locationwechsel und ein kleines Alien mit dem Namen "Pawny" für grosse Strecken des Filmes die Langweile in Schach.

Während mit Laserkanonen und anderen Waffen überzeugend um die Wette geballert wird, bleibt der Humor etwas auf der Strecke. Hemsworth hat in den Marvel-Filmen und auch in Ghostbusters bewiesen, dass er ein Top-Komödiendarsteller sein kann. Doch hier kriegt er kaum Gelegenheiten dies zu zeigen. Er ist einfach ein Siebesiech, dem scheinbar alles gelingt. Wirklich sympathisch ist das nicht. Das gleiche kann auch über Thompsons MiB-Neuling gesagt werden. Obwohl sie eigentlich in eine ihr fast komplett fremde Welt eintaucht, hat sie alles nach nur wenigen Minuten bestens im Griff. So kommt es, dass beide Agenten zu ähnlich ausfallen und so können sie sich auch nicht gegeneinander auftreiben, wie das noch bei Agent J und K der Fall war. So entsteht auch kein humorvolles Hin und Her und die meisten abgefeuerten Spitzen werden sehr schnell weggelächelt. Lustig ist das leider nicht.

Am besten ist der Film immer dann, wenn er die Figuren auf ihre Missionen schickt und die Agenten in halsbrecherische Situationen geraten. Vor allem gegen den Showdown hin hat das Tempo, Style und ist schon verdammt cool. Trotzdem bleibt dieser internationale Einsatz hinter dem ersten und dem dritten zurück. Immerhin muss niemand nach Men in Black: International "geblitzdingst" werden. Diese Ehre kommt einem anderen Film in der Franchise zuteil - glauben wir auf jeden Fall. Wir können uns nur nicht mehr richtig daran erinnern, welcher Film das war ...

/ crs

Kommentare Total: 3

solanumnigrum

Unterhaltsam ja, die Story aber sehr absehbar - keine grossen Überraschungen.
Die Schauspieler spielen ihre Stärken aus. Optisch gut gemacht.

Einziger "Makel" finde ich, dass man weniger Wert auf Ausserirdische gelegt hat als in anderen MIB-Filmen.
Das hätte man besser machen können. Mehr wichtige Aliens!

th

Gmögige Popcorn-Unterhaltung mit zahlreichen kleinen Highlights

crs

Filmkritik: London Calling

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