Ma (2019)

Ma (2019)

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  2. 99 Minuten

Filmkritik: Mei-mei, Ma!

"Wer wott na ufes Käffeli innecho?"
"Wer wott na ufes Käffeli innecho?"

Nach der Scheidung von ihrem Mann zieht Erica (Juliette Lewis) mit ihrer Teenager-Tochter Maggie (Diana Silvers) zurück in ihren alten Heimatort. Für Maggie bedeutet das unter anderem auch eine neue Schule, doch findet sie dort in der Clique um Andy (Corey Fogelmanis) und Haley (McKaley Miller) schnell Anschluss. Als sie eines Tages vor einem Schnapsladen herumlungern, um Erwachsene zu überreden, ihnen Alkohol zu kaufen, treffen sie auf die Tierarzt-Assistentin Sue Ann (Octavia Spencer).

"OMG, sie hat keinen Zucker!!!"
"OMG, sie hat keinen Zucker!!!"

Nicht nur kauft Sue-Ann ihnen den begehrten Alkohol, sondern bietet ihnen auch bald an, dass sie bei ihr zuhause im Keller die Getränke konsumieren und Partys feiern können. Die Teenager nehmen das Angebot dankend an und erleben legendäre Nächte bei Sue Ann, die von allen bald nur noch "Ma" genannt wird. Als Maggie jedoch bemerkt, dass mit Sue Ann etwas gar nicht in Ordnung ist, könnte es schon fast zu spät zu sein...

Der Psycho-Horror-Thriller Ma ist erschreckend ungruselig, weil von Anfang klar ist, in welche Richtung es geht. Anstatt dann jedoch Spass mit dem Szenario zu haben, zieht der Film trotz vieler Klischees das Programm mit grimmiger Miene bis zum Schluss durch. Auch wegen der dummen Tennie-Protagonisten geht die Spannungskurve so schnell nach unten, dass selbst eine beherzte Performance von Hauptdarstellerin Octavia Spencer nichts mehr daran ändern kann.

In den Teenagerjahren fällt man ja bekanntlich wegen jugendlichen Leichtsinns oder anderer Dinge nicht unbedingt die besten Entscheidungen. Übertroffen wird man da eigentlich nur von Teeangern in Horrorfilmen. Neustes Beispiel: Ma.

Es ist ja wahrlich nichts Neues, dass Figuren in Horrorfilmen nicht gerade die hellsten sind. Im Film von Tate Taylor fasst man sich jedoch deutlich über dem Normalmass an den Kopf ab der Naivität und Dummheit der Charaktere. "Komm, wir gehen zu einer Frau, die wir gerade kennengelernt haben, Party machen." Sogar mit drei Promille im Blut würde man es sich zweimal überlegen, sowas zu tun. Das ist nur sehr schwer ernstzunehmen. Doch das Schlimmste ist, dass Taylor und seine Crew den ganzen Film ernstnehmen.

Es geht um Mobbing und Rache, wobei der Film nicht weiss, was er nun genau sein möchte. Das Skript schreit nach B-Movie, die Umsetzung ist es aber nicht wirklich. Anders als zum Beispiel der Isabelle-Huppert-Psycho-Schocker Greta weiss Taylor nicht, wann er die Zügel lockerer machen muss, damit die Zuschauer wenigstens ein bisschen Spass mit dem Film haben können. Je länger Ma dauert, desto mehr wird er zur mässigen, nicht sonderlich spannenden und sogar langweiligen Seifenoper - ein Problem, das auch Taylors Romanadaption The Girl on the Train hatte, die die Zuschauer jedoch mit einem Mysterium dranbleiben liess.

Das hat Ma nicht. Von Anfang ist klar, was und wie hier gespielt wird. Nur das "Wieso" bleibt länger im Dunkeln, bis es dann schön und säuberlich erklärt wird. Doch wegen dieser Ausführungen, bei denen auch auf Flashbacks zurückgegriffen wird, ist die titelgebende "Ma" trotz einer durchaus überzeugenden Octavia Spencer irgendwann nicht mehr unheimlich. Sollen wir etwa Mitleid mit der Psychopathin haben? Was bringt es uns, die Hintergründe zu kennen? Das bremst auch den Erzählfluss und lässt den Film so zum zähen Seherlebnis werden. So ist Tate Taylors Grusler einer der schwächsten Filme des Studios Blumhouse (Get Out, Happy Death Day). Statt "Yo-Yo, Ma" ist das eher "Mei-mei, Ma".

/ crs

Kommentare Total: 2

ma

Haha herrlich das Wortspiel mit dem Cellisten.

Den Fiilm fand ich ganz okay und mal was Anderes...Der Shift im letzten Akt war ziemlich ueberraschend und hay das Publikum merklich verbluefft. Einzig Ma s Backstory hat sehr genervt und der Film liess einige Sachen offen. So haette ich die Geschichte von Genie gerne etwas ausfuerhlicher gesehen

crs

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