Little Monsters (2019)

Little Monsters (2019)

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  3. 94 Minuten

Filmkritik: Baby, I'm just gonna shake, shake, shake, shake, shake it off.

1. OutNow Film Festival 2020
«Erdbeerschlacht!»
«Erdbeerschlacht!» © Splendid Film

Der heruntergekommene Ex-Musiker Dave (Alexander England) hat sich soeben von seiner Freundin getrennt und ist als Notlösung bei seiner Schwester untergekommen. Dort trifft er auf seinen Neffen Felix (Diese La Torraca), mit dem er sich zuerst gar nicht anfreunden kann. Als Dave ihn eines morgens in den Kindergarten bringt, trifft er auf die charmante Lehrerin Miss Caroline (Lupita Nyong'o), in die er sich sofort unsterblich verliebt.

Es ist eine Antiklima-Demo.
Es ist eine Antiklima-Demo. © Splendid Film

Als die Klasse eine Hilfsperson für einen Tagesausflug benötigt, meldet sich Dave freiwillig, in der Hoffnung, Miss Caroline dadurch näherzukommen. Am Ziel des Ausflugs angekommen, findet er heraus, dass Miss Caroline bereits verlobt ist und auch noch der ehemalige Kinder-TV-Star Teddy McGiggle (Josh Gad) sein Auge auf die Lehrerin geworfen hat. Wie es das Schicksal will, liegt neben dem Vergnügungspark und Streichelzoo eine Militärbasis, aus der durch einen dummen Unfall ausgerechnet Zombies ausbrechen und sich auf den Weg zum Park machen.

Little Monsters hält, was er verspricht: Die Horrorkomödie von Drehbuchautor/Regisseur Abe Forsythe ist ein witziger Trip im australischen New South Wales, in dem die Zombies zwar die tödliche Gefahr darstellen, in der Erzählung aber nie Überhand nehmen. Lupita Nyong'o und Alexander England verkörpern das atypische und doch sympathische Duo in seiner ganzen Oberflächlichkeit überaus sympathisch.

Inspiriert durch die eigenen Kindergarten-Erfahrungen seines Sohnes hat Abe Forsythe das Drehbuch geschrieben und daraus eine Horrorkomödie entwickelt, die beim Sundance Film Festival Premiere feierte. Mit Lupita Nyong'o (Us) an Bord hatte Little Monsters natürlich auch sofort die gewünsche mediale Aufmerksamkeit. Hand aufs Herz: Nyong'o ist das grosse Plus des Filmes und ihre überaus sympathische Rolle der Kindergartenlehrerin auch das tragende Element. Das ist Feminismus auf eine sehr herzerwärmende Art.

Aber was ist mit den Zombies? Ja, die gibt es natürlich auch, und sie stellen laut der Inhaltsangabe auch die grosse Gefahr dar. Etwas klischiert, wenn auch nicht ins Lächerliche gezogen, werden die Hirnfresser dezent eingesetzt. Die Effekte passen, hie und da spritzt ein wenig Blut, aber Forsythe setzt dies gekonnt zum Setting ein: als würde man die Horrorgeschichte einer Kindergartenklasse erzählen und die blutigen Details kindergerecht umschreiben. Da wird das Blutgemetzel kurzerhand zur «Erdbeerschlacht», als eines der Kinder fragt, warum das gelbe Kleid der Lehrerin rot befleckt ist.

Die grösste Stärke steckt bei Little Monsters definitiv in all den zwischenmenschlichen Momenten, in denen wir keine Zombies zu Gesicht kriegen. Lupita Nyong'o und Filmpartner Alexander England mimen ein sympathisches Duo, das sich immer wieder den neuen Gegebenheiten anpasst und mit Konflikte mit dem nötigen Humor löst. Die Rolle des heruntergekommenen Ex-Musikers ist zwar auch keine Neuerfindung, fügt sich aber schön ins Setting ein. Und auch Josh Gad als (vor Problemen nur so strotzender) Entertainer hat hie und da seine Momente.

Eigentlich kann man Little Monsters fast nichts anhaben. Wie schon bei Cooties oder anderen ähnlichen Filmen ist die Horrorkomödie bewusst als leichter Snack konzipiert und mit durchgehender Selbstironie teilweise auch wirklich lustig. Mit Kinderrollen ist der Jöö-Effekt sowieso garantiert, und man kann sich ausdenken, dass bis zum Schluss keine grossen Twists and Turns zu erwarten sind. Da lohnt es sich, bei den Kindergarten-Songs lauthals mitzusingen und eine grosse Tüte Popcorn bereitzuhalten.

/ woc

Kommentare Total: 2

pps

Ich fand den Film am Anfang recht unangenehm zu schauen. Der Onkel ist da ein so unausstehliches Männerbaby, dass ich den Film schon fast als Flop abgeschrieben hatte. Mit dem Auftauchen der strahlenden Lupita Nyong'o schafft der Film dann aber doch noch die Kurve. In der zweiten Hälfte ist es tatsächlich eine recht herzige Zombiekomödie mit sympathischen Figuren. Schön.

woc

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