The Lion King (2019)

The Lion King (2019)

Der König der Löwen
  1. , ,
  2. 118 Minuten

Filmkritik: Gut gebrüllt, Simba!

Jööööö-Explosion!
Jööööö-Explosion!

In der Obhut seines Vaters Mustafa (Stimme: James Earl Jones), wächst das Löwenjunge Simba (JD McCrary) heran. Der kleine Racker weiss, dass er eines Tages die Position seines Vaters einnimmt und der König der Tiere wird. So lernt er von ihm die wichtigen Regeln des Lebens, um dereinst seinen Pflichten nachkommen zu können. Simba bemerkt schnell, dass man auch als König nicht alles machen darf und es gewisse Grenzen gibt.

Schwein muss man haben.
Schwein muss man haben.

Ausserdem lauern Gefahren. Onkel Scar (Chiwetel Ejiofor) ist verärgert, dass Simba und nicht er den Platz des Königs einnehmen wird. Aus diesem Grund schmiedet er mit einem Rudel Hyänen einen hinterhältigen Plan, um Mufasa und Simba aus dem Weg zu räumen. Alles scheint für Scar zu laufen, doch mit Hilfe des Erdmännchens Timon (Billy Eichner), des Warzenschweins Pumbaa (Seth Rogen) und seiner Jugendfreundin Nala (Beyoncé Knowles-Carter) findet der herangewachsene Simba (Donald Glover) die Kraft, um seinem Onkel die Stirn zu bieten.

Die Neuverfilmung von The Lion King ist ein tricktechnisches Wunder, das einen mit seinen perfekt ausgeführten Effekten umhaut. Auf der Erzählebene gibt es jedoch nicht viel Neues zu entdecken, aber die Geschichte packt einen noch immer. Die Umsetzung ist bildgewaltig und auch aufgrund der vielen herzigen Tiere (allen voran das Duo Timon/Pumbaa) ist dies ein Streifen, den man sich unbedingt auf der grossen Leinwand ansehen sollte. Gut gebrüllt, Simba!

In der Entwicklung der visuellen Effekte hat die Filmindustrie während den letzten 20 Jahren riesige Sprünge nach vorn gemacht. Man braucht sich nur die lebensecht wirkenden Tiere des The Jungle Book-Updates anzusehen, die allesamt aus dem Computer kommen. Besser gehe es kaum, dachte damals so mancher. Doch Disney will mit The Lion King noch einen obendrauf setzen. Man kann dem natürlich mit den Worten Dr. Ian Malcolms argwöhnisch begegnen: «Sie konzentrieren sich nur darauf, ob man etwas tun kann, und stellen sich nie die Frage, ob man es auch tun soll.» Wohl wahr, die genau gleiche Geschichte noch einmal zu erzählen, zeugt nicht gerade von grossem Einfallsreichtum. Dieses Vorwurfs kann sich Jon Favreau mit seinem Remake nicht erwehren, denn er übernimmt nahezu 1:1 die Story der Vorlage.

Die Tiere sprechen auch hier immer noch die Sprache der Menschen, doch verhalten sie sich im Gegensatz zum Original mehr wie Tiere und werden in ihrem Aussehen und in ihren Bewegungen nicht stark vermenschlicht. So gibt es zum Beispiel zu Beginn des Films keine Umarmung zwischen Rafiki und Mufasa, sondern der Affe streichelt dem stolzen Löwen-Papa die Nase. Auch sonst haben sich Favreau und sein Team an die Gegebenheiten und Grenzen des Tierreiches gehalten. Auch während der traurigsten Szene des Filmes - es dürften wohl alle wissen, wovon die Rede ist - werden keine Tränen vergossen, schliesslich weint kein Tier aus emotionalem Antrieb heraus. Das hat dann auch zur Folge, dass einer wie der Vogel Zazu keine ausgefallene Mimik zu bieten hat. Auf der Gefühlsebene bleibt diese Neuauflage so im Direktvergleich mit der Vorlage klarer Zweiter.

Aber - oh, mein Gott - ist das ein wunderschöner, beeindruckender und atemberaubender Film geworden! Die Effekte sind umwerfend und man vergisst komplett, dass 99.9% des Ganzen aus dem Computer kommt. Die Songs lösen immer noch Gänsehaut aus und Baby Simba ist zum Dahinschmelzen herzig. Billy Eichner und Seth Rogen sorgen als Timon und Pumbaa für die humoristischen Highlights und verweisen sogar in ihrem besten Moment auf einen anderen Disney-Klassiker. Von den Stimmen sind auch Erwachsenen-Simba Donald Glover, Chiwetel Ejiofor als Scar, Florence Kasumba als Hyäne Shenzi und natürlich James Earl Jones als Mufasa toll - Letzterer sprach seinen Part bereits 1994.

Mit seinen 118 Minuten ist der Film fast 30 Minuten länger als das Original. Diese Zeit braucht Favreau, um immer wieder aufzuzeigen, wie alles in dieser Welt zusammenhängt und verleiht damit den Lehrworten Mufasas Nachdruck. Zudem darf Nala-Sprecherin Beyoncé noch einen eigenen Song zum Besten geben. Diese Zusätze stören keineswegs, denn die prächtigen und wuchtigen Bilder sowie die Animationen der Tiere ziehen einen richtiggehend in diese Welt hinein, sodass keine Längen entstehen. Auch wenn die Geschichte nicht viel Neues bietet, wird man hier von der Bildgewalt regelrecht weggeblasen, sodass am Ende viele sagen werden: «Hakuna Matata!» («Alles in bester Ordnung!»)

/ crs

Kommentare Total: 5

cathline2

Sehr schöner Film. Tolle Musik. Wir waren begeistert, wie natürlich alles wirkte.

yan

Die Erwartungen an den "neuen" Lion King waren ziemlich gering. Disneys Realverfilmungen haben mich bisher kaum aus den Socken gehauen. Cinderella, Jungle Book und Beauty and the Beast haben mir zwar gefallen, aber im Vergleich zu den Original-Zeichentrickfilmen hinken sie alle hinterher. Dies ist bei The Lion King nicht anders und doch ist Disney, die mit Abstand beste Realverfilmung geglückt. Die Animationen sind absolut unglaublich. Hier wurde die Messlatte nach ganz weit oben gelegt. Der Nostalgie-Effekt hat mich zudem, trotz der etwas weniger emotionsgeladener Inszenierung zu Tränen gerührt. Lion King ist ein Must-see, keine Frage!

Übrigens: "Asante Squana Matschbanana" habe ich auch vermisst ;)

solanumnigrum

Ich stimme Reptile in so vielen Dingen zu.
Wenn man diesen grossartigen Film zum Beispiel mit Aladdin vergleicht, muss man seine Perfektion einsehen.
Da ich diesen Film auswendig kenne und die Dialoge teils mitsprechen kann, sind mir auch einige fehlende Dialoge aufgefallen. Stichwort "Hofknicks" oder auch der "Asante Squana Matschbanana"- Song von Rafiki hätte ruhig in die Story eingebunden werden können.

Trotzdem - Fast 1:1 wie das Original! Richtig gut gemacht!

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