Last Christmas (2019/II)

Last Christmas (2019/II)

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  3. 102 Minuten

Filmkritik: Und täglich grüsst der ewig mufflige Weihnachtself

Weihnachtszeit - Freude herrscht!
Weihnachtszeit - Freude herrscht!

Das Leben scheint sich gegen Kate (Emilia Clarke) verschworen zu haben. Sie arbeitet als Elf in einem Weihnachtsladen und träumt von einer Karriere als Sängerin. Doch das Glück lässt auf sich warten. So stolpert Kate zynisch und verbittert von einem Fettnäpfchen ins andere. Dabei findet sie sich immer wieder mitten in selbstverschuldetem Chaos wieder. Bis eines Tages Tom (Henry Golding) in ihr Leben tritt.

Und plötzlich ist Weihnachten nur halb so schlimm
Und plötzlich ist Weihnachten nur halb so schlimm

Toms Freundlichkeit und seine positive Einstellung wirken auf Kate zunächst etwas befremdlich. Doch mit der Zeit fasst sie Vertrauen in diesen geheimnisvollen jungen Mann. Einen Mann, der sein Smartphone immer zu Hause lässt, tagelang spurlos verschwindet und genauso plötzlich wiederauftaucht. Ihm gelingt es, Kate wieder Lebensfreude und Selbstvertrauen zu schenken. Mit einem Mal scheinen die Mauern einzustürzen, die Kate nach einer schweren Krankheit um ihr Herz aufgebaut hat. Als sie aber endlich den Mut findet, Nähe zuzulassen, muss sie feststellen, dass nichts so ist, wie es zunächst den Anschein gehabt hat.

Last Christmas beginnt schwungvoll und witzig, perfekt besetzt mit der gut aufgelegten Emilia Clarke, die als weitaus weniger gut aufgelegte Kate ihr Leben zu meistern versucht und dabei jeden erdenklichen Fehltritt begeht. Leider verliert der Film nach der ersten Hälfte diesen Schwung. Die bis dahin mit viel Wortwitz und Situationskomik angereicherte Komödie wird zu einem Liebesdrama, das zu viele Themen gleichzeitig aufgreifen will. Daher bleibt die Geschichte zu seicht und vermag keine Tiefe zu erzeugen.

Inspiriert von George Michaels Musik entstand eine vorweihnachtliche Liebeskomödie mit viel Witz und sympathischen Figuren. Schauspielerin Emma Thompson, die im Film Kates Mutter spielt, schrieb zusammen mit Bryony Kimmings das Drehbuch dazu. Die Regie übernahm der US-Amerikaner Paul Feig, der für gewöhnlich einen Hang zu derbem, klamaukigem Humor hat, wie er bisher mit Filmen wie Bridesmaids, The Heat und Spy unter Beweis gestellt hat. Mit Last Christmas zeigt er allerdings, dass er auch anders kann. Mit viel Fingerspitzengefühl und einem guten Timing für humorvolle Pointen inszeniert er eine Geschichte, die gleichzeitig unterhält und berührt.

Allerdings gelingt es weder der Regie noch den gut gewählten George-Michael-Songs, die Schwächen des Drehbuchs auszubügeln. Während die erste Hälfte des Films durch viel Situationskomik und besonders das komödiantische Talent von Emilia Clarke überzeugt, schleichen sich zum Ende hin immer mehr Längen ein. Das liegt vor allem daran, dass der Film versucht, neben der Liebesgeschichte noch sozialkritische Themen einzubringen. Die Spannbreite der Themen reicht vom Brexit über Fremdenhass bis zur Migrationsfrage. Dadurch werden Themen eingeleitet, die aktuell grosse Brisanz haben, die aber nur oberflächlich gestreift werden können. So wirkt die Geschichte bald einmal zu überladen und schwerfällig, und lässt die Leichtigkeit des Anfangs vermissen.

Last Christmas ist ein für die Vorweihnachtszeit typischer Film, der besonders durch seine Darsteller und einem trockenen Humor überzeugt. Allerdings wird der Film erheblich geschwächt durch den Versuch, möglichst viele verschiedene Emotionen hervorzurufen.

/ sul

Kommentare Total: 3

la_trulla

weihnachtlich herzig, absehbar.

Anfänglich ist der Film mit viel Witz und Komik gespickt, die "plötzliche" Wende zeichnet sich jedoch schon vorher ab und danach verliert sich der Film in der Gesellschaftskritik und düppelt unkooridiniert vor sich hin ehe er dann halb-happy endet.

Seichte Unterhaltung als Einstimmung für Weihnachten.

MovieFrak

Weihnachtsstimmung pur! Schöner, emotionaler Film mit guten Charakteren und Geschichte. Taschentücher nicht vergessen!

sul

Filmkritik: Und täglich grüsst der ewig mufflige Weihnachtself

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