Klaus (2019)

Klaus (2019)

  1. , ,
  2. 96 Minuten

Filmkritik: The Brunches! Don't forget about the Brunches!

Netflix
Ich freu mi!!
Ich freu mi!!

Jesper (Stimme von Jason Schwartzman) ist ein verwöhnter junger Mann, der in Papas Postbotendienst arbeiten soll, sich dabei aber absichtlich dumm anstellt, damit er niemals als Pöstler einen Job bekommt. Natürlich durchschaut der Vater das Getue vom Junior und versetzt ihn aus Trotz nach Smeerensburg, ein kleines Städtchen im eisigen Nirgendwo. Dort soll er ein Postbüro eröffnen und eine bestimmte Anzahl von Briefen befördern. Erst dann ist die Rückkehr akzeptiert. Sollte er versagen, wird ihm das Geld und der Luxus gestrichen!

Saminigginäggi auf der Lauer
Saminigginäggi auf der Lauer

In Smeerensburg erwartet Jesper aber das totale Unheil. Die Stadt liegt im Dunkeln, die Menschen sind zerstritten und auf einen Pöstler hat eh niemand gewartet. So beginnt für Jesper ein Krampf um Briefe und Akzeptanz, der ihn nach einiger Zeit in die Einsamkeit eines Einsiedlers namens Klaus (Stimme von JK Simmons) führt. Dieser, ein Spielzeugmacher, wird nun ins Boot geholt, um die Kids des Dorfes zu beschenken, wenn sie einen Brief schreiben, frankieren und verschicken. Doch mit der aufkommenden Freude an Spielzeug und dem Schenken tut sich Widerstand auf. Denn die Anführer der zerstrittenen Familien haben keine Lust auf Einigkeit und Freundschaften. Sie wollen dem Pöstler und seinem weissbärtigen Helfer die Tour verderben!

Klaus passt hervorragend in die Vorweihnachtszeit, liefert schöne Stimmung, herzige Figuren und Erinnerungen an klassische Trickfilme, die damals die Kinos gefüllt haben. Natürlich ist nicht alles geglückt und wir machen Abzüge beim Storytelling und der Charakterentwicklung, aber als Gesamtpaket überzeugt Klaus. Gut gemacht!

Während wir in den Kinos dieses Jahr mit Frozen 2 einen kitschigen Weihnachtsfilm erwarten dürfen, liefert Netflix die optimale Alternative. Mit der Produktion von Klaus wird uns nämlich ein herrlicher Festtagsfilm geboten, der aus den Händen von Künstlern stammt, die sich glücklicherweise an die klassisch animierten Animationsfilme erinnerten und nun genau so einen präsentieren. Regisseur Sergio Pablos, seines Zeichens Charakter Designer bei Filmen wie Rio oder A Goofy Movie, besinnt sich seiner Stärken und trifft mit Klaus ins Schwarze!

Wir begleiten Jesper, der natürlich die erwartete Entwicklung vom verwöhnten Gör zum sich kümmernden Mitglied der Gesellschaft wandelt. Seine Ankunft im grauen Smeerensburg, die kurrligen Charaktere und die schöne Animationskunst überzeugen und machen den Weg frei für einen Weihnachtsfilm (eine Art «Originstory»), die zwar nicht gross überrascht, aber mit Stil, Farbe und Bewegung an vergangene Klassiker erinnert. Halt wie einer dieser schönen Filme, die Disney irgendwann in den letzten Jahren vergessen und abgeschoben hat.

Während die Story sicherlich noch etwas mehr Spannung oder Witz hätte vertragen können, zielt man in Klaus auch aufs Herz. Untermalt von passender und opulenter Musik schauen wir zu, wie sich der Einsiedler Klaus für die gute Sache öffnet, Kinder strahlen und sich an den Geschenken freuen. Das Ganze ist umgesetzt mit viel Charme und sympathischen Aktionen. Ein paar Figuren werden zwar gegen Ende recht schnell abgehandelt, aber der Fokus liegt nun mal auf Jesper und Klaus, die ein ungewöhnliches, aber dynamisches Duo abgeben.

/ muri