John Wick: Chapter 3 - Parabellum (2019)

John Wick: Chapter 3 - Parabellum (2019)

John Wick: Kapitel 3
  1. ,
  2. 130 Minuten

Filmkritik: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen - schmeiss besser Messer!

"It's raining, man. Hallelujah!"
"It's raining, man. Hallelujah!"

Auftragskiller John Wick (Keanu Reeves) steckt richtig in der Klemme. Er hat ein Mitglied des "High Table" - einer Organisation, welche über die Welt der Killer wacht - erschossen. Deren Mitglieder gefällt das natürlich gar nicht. Sie exkommunizieren John und setzen ein Kopfgeld von 14 Millionen Dollar auf ihn aus. Es dauert nicht lange, da ist ein ganzes Heer von Killern hinter John her. So bleibt ihm nur noch die Flucht. Verzweifelt und unter hohem Zeitdruck versucht er die letzten ihm wohlgesinnten Leute aufzusuchen, um irgendwie aus New York City rauszukommen.

Wüstenhunde?
Wüstenhunde?

Zur gleichen Zeit trifft in New York "The Adjudicator" (Asia Kate Dillon) ein. Sie soll für den "High Table" sicherstellen, dass Wick auch wirklich das Zeitliche segnet und dass mögliche Fluchthelfer bestraft werden. Dafür holt sie sich die Hilfe vom Killer und Martial-Arts-Spezialisten Zero (Mark Dacascos) und seiner Gang. Ein blutiges Aufeinander zwischen Wick und Zero scheint unausweichlich.

John Wick: Chapter 3 - Parabellum steht seinen Vorgängern in nichts nach. Auch dieser dritte Teil geizt nicht mit eindrücklichen, weil kreativen Actionsequenzen, bei denen vieles noch handgemacht ist. Der Film gibt schon ab der ersten Minute Vollgas und schickt den Zuschauer auf eine wilde Achterbahn, die zwar im Mittelteil etwas ermüdend ist, aber in der letzten halben Stunde so richtig geil fetzt.

In einem Interview mit Collider gab Regisseur Chad Stahelski zu, dass er vor ein paar Jahren begann jeweils ein Notizbuch mit sich zu führen. Darin schrieb das frühere Stuntdouble - unter anderem für Keanu Reeves in The Matrix - den ganzen "Weird Shit" nieder, den er gerne mal in einem Film sehen möchte. Als er gefragt wurde, ob er nach den ersten beiden Filmen auch den dritten Teil der John-Wick-Saga inszenieren wolle, sagte er: "Aber nur wenn ich mein Notizbuch benutzen darf." Die Produzenten willigten ein und so werden wir nun Zeuge von vielen wilden Ideen, bei denen einem die Kinnlade immer wieder herunterfällt. Ja, auch John Wick: Chapter 3 - Parabellum ist die erwartete/erhoffte Action-Granate, welche in vielerlei Hinsicht die Erwartungen zu übertreffen weiss.

Die Geschichte beginnt hier laut dem Regisseur gerade einmal 45 Minuten nach dem letzten Film: Reeves' Auftragskiller muss so schnell es geht raus aus New York. Warum dieser Herr mit seinem Hund so in Eile ist, wird erst später nochmals erklärt. Möchte man als Zuschauer von Anfang voll dabei sein, lohnt es sich, das Ende von Chapter 2 noch einigermassen im Gedächtnis zu haben. Parabellum gibt gleich von der ersten Minute an Vollgas und haut schon früh einige Highlights raus, wobei sogar Pferde als Waffe benutzt werden. Es gibt sogar eine Schiesserei mit Messern - das mag jetzt zwar etwas seltsam klingen, doch kann diese Szene fast nicht anders beschrieben werden. In den ersten 30 Minuten gibt es kaum eine Verschnaufpause.

Auch später wird das Tempo nicht wirklich gedrosselt. Es wird einmal um den halben Planeten geflogen, nur um dort weiteren Leuten den Garaus zu machen. Im Mittelteil wirkt Parabellum deshalb auch ein bisschen wie eine reine Aneinandereihung von Actionsequenzen. Die Geschichte nimmt da wortwörtlich ein paar Umwege, die hauptsächlich dazu da sind, um noch mehr "Weird Shit" reinzupacken und um diese geheime Killerwelt, in welcher der Film spielt, nochmals zu vergrössern. Diese ist immer noch over-the-top und absurd, gibt aber auch diesem Abenteuer wieder einen netten Zusatzreiz. Es gibt jedoch einen Punkt, an dem man die genannten Regeln und Konsequenzen zur Genüge gehört hat und man sich auf den Moment freut, in welcher Reeves' Wick in einer Referenz an The Matrix nach "Guns, lots of Guns" verlangt.

Diese Worte sind dann der Startschuss zu einem sensationellen Finale, in dem auch Marc "Crying Freeman" Dacacus sowie Yayan Ruhian und Cecep Arif Rahman (bekannt aus The Raid 2) heftigst mithauen und mitkicken. Bei den gleich mehreren Showdowns in einem mehrstöckigen Glashaus haben sich die Kämpfer, Choreografen und auch die Leute hinter der Kamera so richtig austoben können. Danach ist man auch als Zuschauer gerädert - aber auch glücklich. Denn für solche tammigeilen Sequenzen ist die Reihe berühmt geworden und setzt hier noch einen obendrauf. Das grösste Kunstück, welches dieser Film vollbringt, ist, dass jede noch so coole und wohl kaum toppbare Actionsequenz zehn Minuten später tatsächlich getoppt wird. Da können auch etwas weniger überzeugende letzte Minuten verziehen werden. John Wick: Chapter 3 - Parabellum ist ein absolutes Muss für jeden Action-Fan. Wir können uns nur wiederholen: "Genau so geht Actionkino!"

/ crs

Kommentare Total: 3

Miss Dixon

Brutales Action-Ballet, welches das Herz jedes Martial Arts Fan schneller schlagen lässt. Geniale Stunts bis zum Abwinken und mit einem Keanu Reeves, der mit 54 zur Höchstform aufläuft.

muri

Kommt natürlich nicht an Teil 1 heran und verkommt in der letzten Stunde zum reinen Ballerspiel. Wenigstens hat man mit Mark Dacascos einen richtig guten Gegner für Johnnyboy gefunden. Schön, das man die B-Recken auch mal wieder laufen lässt.

Actionmässig sicher okay, aber halt schon in der Nähe des Overkills. Ausserdem fehlt der Schwung in der Story, die sich hauptsächlich von einer Zerstörungssequenz zur nächsten hangelt.

Trotzdem, kann man gucken. Auch wenns nur darum ist, die Trilogie abzuschliessen.

crs

Filmkritik: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen - schmeiss besser Messer!

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