Jay and Silent Bob Reboot (2019)

Jay and Silent Bob Reboot (2019)

Filmkritik: Put your f*cking Plants down!

Einmal gebratene Kuh, bitte!
Einmal gebratene Kuh, bitte! © Universal Pictures Home Entertainment

«Cock Smoker» heisst das Kifferlädelchen, das Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith) am Laufen hatten und das nun von den Cops eingenommen wird. Vor Gericht werden sie zwar von jeglichem Unrecht freigesprochen, müssen aber erfahren, dass die Filmcompany, die vor Jahren den auf Jay and Silent Bobs Charakteren basierenden Film «Bluntman and Chronic» produzierte, einen Reboot plant und den Kerlchen deswegen sogar die Rechte an ihren Namen gerichtlich abnimmt. Das können unsere beiden Kifferkumpels nicht zulassen und machen sich auf nach Hollywood, um diesen Scheiss zu verhindern!

Die Gurkentruppe.
Die Gurkentruppe. © Universal Pictures Home Entertainment

Auf ihrem Trip nach Kalifornien treffen die zwei auf Jays Exfreundin Justice (Shannon Elizabeth), die Big News zu berichten hat: Jay hat eine Tochter! Milly (Harley Quinn Smith) will raus aus ihrem Elternhaus und zwingt ihren leiblichen Vater, sie mit nach Hollywood zu nehmen. Dort, auf der grossen «Chronic-Con», soll Regisseur Kevin Smith (ausgerechnet der...) die grosse Actionszene für das Reboot filmen. Doch bevor Jay und Silent Bob das verhindern können, müssen sie zuerst mal in diese Convention kommen.

Die Verweise auf die Film- und Popkultur sind in Jay and Silent Bob Reboot zwar zahlreich und die Dichte der Stars ebenso. Dumm einfach, dass der Spass, die Skurrilität und die Frechheit vergangener Tage vergessen gegangen sind. So präsentiert Kevin Smith eine Story, die zwar cool sein will, aber sich am Ende als flach und überwiegend blöd herausstellt. Schade, da waren die alten Sachen doch einiges besser!

Kevin Smith hat mit neben seinen New-Jersey-Filmen wie Clerks oder Mallrats, dem genialen Dogma und Werken wie Cop Out vor allem die Kunstfiguren Jay und Silent Bob gepflegt. Immer wieder durften die beiden Kerle in den Filmen auftreten, bekamen mit Jay and Silent Bob strike back ihr eigenes Abenteuer und nun, auf ihre älteren Tage, noch ein lahmes Reboot namens Jay and Silent Bob Reboot.

Kevin Smith ist ein witziger Kerl, der viel über Filme weiss, sich bei den Comicveranstaltungen daheim fühlt und bei seinen eigenen Filmen darauf achtet, dass am Set der Spass nicht vergessen geht. So hat er auch bei Jay and Silent Bob Reboot nicht den grossen Wert auf Storytelling oder die Geschichte an sich gelegt, sondern lässt sich und seinen Kumpels vielfach freien Lauf. Das ergibt ein paar herrliche Sequenzen für Smith-Fans, lässt die «normalen» Zuschauer aber relativ kalt. Und da Jay and Silent Bob Reboot vorwiegend auf Referenzen und Querverweise setzt, macht sich währen den ganzen 100 Minuten nie die gleiche Stimmung breit, wie es damals bei den älteren Produktionen der Fall war.

Wer auf Stars steht, kriegt in Jay and Silent Bob Reboot jede Menge zu gucken: angefangen mit Kevin Smiths leiblicher Tochter Harley Quinn, über Ben Affleck, Matt Damon (er war «Loki», bevor es cool war), Jason Lee, Rosario Dawson bis hin zu Jason Biggs und Val Kilmer. Man kennt die Stars und guckt ihnen gerne beim Blödeln zu, aber lustig sind sie leider nicht (mehr). Das gleiche gilt für Kevin Smith, der diesen Film zwar sicher nur aus Spass an der Freude gemacht hat, dabei aber an seinem Publikum so ziemlich vorbeischiesst.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Trailer Englisch, 02:22