It Chapter Two (2019)

It Chapter Two (2019)

Es - Teil 2
  1. ,
  2. 169 Minuten

Filmkritik: Ein erwachsener Film

Ein Rummelplatz: DER wahre Horror!
Ein Rummelplatz: DER wahre Horror!

Vor 27 Jahren hat sich in der Kleinstadt Derry eine Gruppe von Kindern dem mörderischen Clown Pennywise (Bill Skarsgård) entgegengestellt und ihn besiegt. So dachten sie auf jeden Fall. Doch jetzt ist das auch als «Es» bezeichnete Böse zurückgekehrt. Mike (Isaiah Mustafa), der als Kind selbst ein Teil des sogenannten "Losers Club" war, ist im Gegensatz zu den anderen in Derry geblieben und beginnt nach dem grausamen Mord an dem Homosexuellen Adrian Mellon (Xavier Dolan) seine Freunde von damals zu kontaktieren.

Der will doch nur spielen - NOT!
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Doch Beverly (Jessica Chastain), Bill (James McAvoy), Richie (Bill Hader), Eddie (James Ransone) und Ben (Jay Ryan) wissen nicht mehr genau, was vor 27 Jahren geschehen ist. Es ist, als wären mit dem Verlassen von Derry die Erinnerungen an Es gelöscht worden. Mike hilft ihnen auf die Sprünge und schon bald werden die Losers erneut von Pennywise heimgesucht, der allem Anschein nach noch stärker geworden ist. Haben sie gegen einen solch übermächtige Gegner überhaupt eine Chance?

It Chapter 2 ist die gelungene Fortsetzung, weil Regisseur Andrés Muschietti die erwachsenen Themen von Stephen Kings Buchvorlage sensationell gut trifft. Zum Erschrecken gibt es aber selbstverständlich immer noch genug, auch wenn dafür ein etwas repetitiver Mittelteil die Folge ist. Mit 169 Minuten ist dieser Abschluss zwar etwas lang, aber trotzdem einer der besseren Horrorfilme der letzten Jahre.

Stephen King war clever, als er in den Achtzigern den Bestseller «IT» schrieb. Er erzählte die Geschichte abwechselnd auf zwei Zeitebenen, und da die älteren Figuren unter einer Form der Amnesie litten, erfuhr der Leser dann erst von den Kinderereignissen, wenn sich die erwachsenen Figuren zurückerinnerten oder man als Leser bei einer Rückblende zu ihnen kam. Im Film probierte Christopher Nolan mit Memento etwas Ähnliches.

So etwas auch für IT umzusetzen, ist jedoch alleine aufgrund der 1'100 Seiten dicken Buchvorlage zu viel verlangt. Da müsste ein Studio einen Fünfstünder ins Kino bringen, der bei der Erzählung dauernd hin- und herspringt. Zu anstrengend für die grosse Masse, um in nur einem Film erzählt zu werden, und das Studio Warner sah sich bestätigt, als der erste Film der It-Saga aus dem Jahre 2017, der nur die Kindheitsgeschichte erzählte, über 700 Millionen Dollar einspielte - Rekord für einen Horrorfilm. Der Film war auch qualitativ gelungen und traf zudem mit seinen Stranger Things-igen Figuren und der Achtzigerjahre-Nostalgie den Nerv der Zeit. Diese Trümpfe hat die Fortsetzung nun mit Ausnahme von einigen Rückblenden nicht mehr in der Hand.

Doch schlecht ist dieses Sequel keinesfalls. Das Monsterdesign ist immer noch 1A, es gibt einige fiese Jump-Scares und ein Ensemble von Schauspielern, die durchs Band überzeugen. Jessica Chastain, James McAvoy und Bill Hader ragen natürlich aufgrund ihres Bekanntheitsgrades heraus und sorgen obendrein noch für eine Reunion: Alle drei wirkten auch schon beim leider etwas untergangenen Liebes-Drama The Disappearance of Eleanor Rigby mit.

Passend zu den Charakteren wirkt It Chapter 2 deutlich erwachsener. Zwar darf Richie immer noch blöde Sprüche machen, doch geht es hier um Traumabewältigung, Verdrängung und wie man in alte Muster zurückfallen kann, wenn man sich nicht seinen Ängsten stellt. Hier trifft die Fortsetzung perfekt den Ton der Vorlage. «Come for the scares, stay for the feels», wäre ein passender Spruch fürs Poster.

Mit 169 Minuten ist It Chapter 2 jedoch ein bisschen zu lang geraten. Dies ist besonders im repetitiven Mittelteil zu merken, in denen die Mitglieder des Losers' Club sich einzeln auf die Suche nach persönlichen Artefakten machen. Der Ablauf ist dabei fast immer gleich: Die Person erreicht einen aus der Kindheit wichtigen Ort, schaut sich dort um und kriegt es entweder in Rückblenden, in der Gegenwart oder gleich in beiden Zeiten mit einer Form von Pennywise zu tun.

Und genau wegen diesem Pennywise kommen die Leute ja ins Kino. Die Macher haben sich bei ihm nochmals richtig ausgetobt und präsentieren einiges an neuem Albtraummaterial. Auch dank dem Score von Benjamin Wallfisch und der Kamerarbeit von Checco Varese ist das herrlich gruselig.

Ob Muschietti mal noch einen Zusammenschnitt der beiden Filme präsentieren wird, bleibt abzuwarten. Gutes Material wäre aber in beiden Filmen vorhanden, um einen ansehnlichen Fünfstünder auf die Beine zu stellen. Sehenswert wäre es sicher - auch aufgrund dieses gelungenen zweiten Kapitels.

/ crs

Kommentare Total: 10

db

It Chapter Two hat die Aufgabe den Handlungsbogen abzuschliessen und ES ein für alle Mal zu vernichten. Dabei übernehmen jetzt die alten Versionen der Figuren das Zepter und müssen zuerst nicht nur aus ihrem Alltag gerissen, sondern auch wieder in das verschlafene Kaff gebracht werden. (Schade, dass auf ihr aktuelles Leben nur sehr am Rande eingegangen wird) Ab da beginnt die Schnitzeljagt bei der sie sich zuerst aufrüsten um dann gegen den Clown in den Kampf ins Feld zu ziehen.

Im Gegensatz zum ersten Teil, der zwar uninspiriert aber insgesamt gut und teilweise intensiv daherkam, ist der zweite jedoch enttäuschend. Die alten Versionen hampeln sich wie lobotomisierte Hühner durch die Szenen und es ist beinahe eine wohltat, wenn die jungen wieder ein Flashback haben. Grundsätzlich kann es nur bedingt an den Schauspieler liegen - denn der Cast wäre gut - aber durch den ganzen Film wirkt es so als ob sie sich nie zwischen Komödie und Grusler entscheiden konnten und mischen alles munter durcheinander.

Von der Handlung her bleibt It Chapter Two weit von dem langen aber auch immer intensiver werdenden Handlungsbogen vom ersten Teil weg. Primär werden dabei viele stand-alone Gruselszenen aneinandergereiht bei denen die Hauptcharaktere ihr Artefakt suchen müssen und gleichzeitig irgendwelche anderen Personen gekillt werden. Dies und das wechseln zu deutlich mehr CGI macht das ganze zu einer sehr repetitiven Angelegenheit, bei der vieles an ein Freddy Krueger Spin-off erinnert und erst am Ende wieder zu den Urängsten der Kids aus dem ersten Teil zurückkehrt.

Das macht vieles zu einer stop-and-go Angelegenheit bei der die alten Versionen der Charaktere grauenhaft abschneiden - denn selbst wenn viele ein Trauma mit sich ziehen, wirkt es primär brutal überzeichnet als ob sich die erwachsenen sich durch ein Script hampeln müssen, das für Kinder geschrieben wurden. Die finale Konfrontation bleibt an dieser stelle unkommentiert - aber primär macht sie viele der sowieso eher bemühenden Szenen überflüssig, was das ganze noch zusätzlich störend macht. Zudem interessiert man sich an dem punkt primär nur noch für Jessica Chastain, James McAvoy und Jay Ryan, denn die anderen sind wirklich nur noch nervendes Ballast.

Fazit: Als Film wirkt It Chapter Two wie einst Star Wars Solo. Ein Frankenstein bei dem sie sich nicht einig waren, was sie jetzt für einen Film machen wollen. Komödie oder Schocker. Denn beides wechselt sich ab und der Komödien Teil ist eher auf der sehr schwachen Seite. Die Charaktere sind strunz doof geschrieben und im Gegensatz zum ersten Teil kann man sich nur mit den wenigsten wirklich anfreunden. Von dem her ein sehr durchzogener Abschluss der eher frustriert als begeistert / erschüttert zurücklässt. Schade.

yan

Bereits der zweite Teil von Tommy Lee Wallace war alles andere als ein guter Film. Im Direktvergleich ist die TV-Verfilmung aber sogar besser, als das von allen Seiten heiss erwartete Blockbuster-Geisterhaus It Chapter 2. Ob Andy Muschietti der Richtige war um dieses schwierige Buch ein zweites Mal zu verfilmen, ist nach diesem verkorksten zweiten Teil, eine mehr als berechtigte Frage. Zwar wird der Film am Box Office gute Zahlen einspielen, ein guter Film ist dem Mama-Regisseur aber nicht gelungen.

Während der erste Teil von seinem 1980er-Feeling und den witzigen Kids lebte, musste nun ein anderer Fokus her. Einen Fokus, den Muschietti im ganzen Film nie findet. Ob Grusel, Horror, Drama oder Komödie: It Chapter 2 weiss zu keiner Zeit was er eigentlich sein möchte und obwohl er knapp drei Stunden Zeit hatte, gelingt es ihm nicht den Figuren Tiefe zu vermitteln oder eine einigermassen strukturierte Story zu erzählen. Der Film wirkt mehr wie ein stundenlanger Trailer für einen bösartig-grotesken Clown.

Ein Blick auf die Szene beim Abendessen genügt um die ganzen Probleme des Films zu erkennen: Anstatt wie in der ersten Verfilmung mit einer gewissen Subtilität an die Szene heranzugehen und die Figuren die Dinge spürbar erleben zu lassen, ersetzt Muschietti dies einfach mit CGI-Glückskeksen, dummen Mutter-Jokes und einer völlig überzogenen Eskalation. Die Glückskeks-Monster sehen zwar nett aus, aber ein Mehrwert für den Film stellen sie nicht dar. Im Gegenteil, die leise und subtile Art das Böse näher zu bringen, hätte tausendmal besser funktioniert.

Von einem Regisseur, der bisher nur im Horrorgenre tätig war und abgesehen von Chapter 1 nur den zeitgemässen "Kreischer" Mama vorzuweisen hat, war es schon ein wenig absehbar, wie der Film aussehen wird. Bereits der erste Teil war als Horrorfilm unbrauchbar und repetitiv. Blumhouse-Jumpscares und Soundeffects für die modernen Kino-Schreihälse. Chapter 2 steht dem ersten in dieser Hinsicht in nichts nach. Der Paranormal Activity-Fan wird zwar abgeholt, aber einen Sinn für Suspense oder einer bedrohlichen Atmosphäre fehlt komplett. Handwerklich wäre zwar nicht so viel auszusetzen, aber die vielen CGI-Effekte versalzen die Suppe.
Es gäbe noch so viel auszusetzen.

Einzig die Kameraarbeit und Bill Skarsgård gefallen.

Nein, It Chapter 2 ist bei weitem nicht einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. It Chapter 2 ist "Horror" für die Masse und so weit von Stephen King entfernt, dass es weh tut.

Guinness

Kapitel 1 war schlicht und einfach Grossartig. Der Horror hat zwar auch dort nicht immer funktioniert, aber das war jammern auf hohem Niveau.
Nun hier bei Kapitel 2 funktioniert der Horroranteil leider noch weniger da für meinen Geschmack zu viel, ja viel zu viel CGI benutzt wird, und das leider oft ziemlich schwach. Auch fehlt dem Film ein wenig der Charme des Ersten. Aber alles in allem ist der Film immer noch Starkes Blockbuster Horrorkino mit einigen Top Szenen, die Eröffnung z.B. und allen voran die Unter der Tribüne Sequenz sind ziemlich grimmig und gehören zum Besten des ganzen Films. Der Cast ist durch die Bank grandios.
Zusammen gefasst ist es so dass der 2. ein Hammer Film der aber leider nicht ganz an den ersten ran kommt.

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