The Hole in the Ground (2019)

The Hole in the Ground (2019)

  1. 90 Minuten

Filmkritik: Mamma knows best!

19. Neuchatel International Fantastic Film Festival 2019
Creepy Kid Alarm in 3 ... 2 ... 1 ...
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Sarah (Seána Kerslake) ist alleinerziehend und zieht mit ihrem Sohn Christopher (James Quinn Markey) in ein abgelegenes Haus. Die Mutterliebe ist gross und der Drang einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen ebenso. Als Chris aber einmal im Wald verschwindet, beginnt die Idylle zu bröckeln. Der Junge wird neben einem riesigen Krater wiedergefunden und scheint danach nur äusserlich unversehrt. Eine verrückte Nachbarin ist die erste, die Zweifel hegt, ob es sich immer noch um denselben Jungen handelt. Bald ist sich auch Sarah der Sache nicht mehr ganz so sicher. Was hat es mit dem Loch im Wald auf sich?

The Hole in the Ground ist eine frische Spuk-Geschichte, die mit den üblichen Elementen des Genres spielt. Vor allem die sehr geerdete Alleinerziehende im Zentrum der Story (Newcomerin Seána Kerslake) macht den Satansbraten feiss. Genügend gruselig für Horror-Fans und sehr effektiv in der Umsetzung: ein Doppelgänger von The Babadook.

Die Horror-Klischees sind zahlreich in The Hole in the Ground: Das Doppelgänger-Motiv, die creepy Nachbarn oder das einsame Haus sind jetzt nicht die frischeste Ware in der Thriller-Auslage beim Filmdienst Deines Vertrauens. Worin sich aber der Erstling des Iren Lee Cronin unterscheidet, ist, dass er auf eine dümmliche Scream-Queen im Zentrum verzichtet.

Seána Kerslake als patente Single Mom renoviert nicht nur die Wände ihrer neuen Bleibe selber, sie kreischt auch nicht einmal während des gesamten Films, bei dem ihr doch einige Male übel mitgespielt wird. Kerslake ist ein Top-Hauptdarstellerin, weil sie eben normal wirkt. Wenn mit ihrem Filmsohn was nicht stimmt, dann geht's in The Hole in the Ground halt erstmal zum Kinderarzt. Und die Figur bekommt auch eine kleine, feine Backstory.

Deshalb muss man aber nicht auf geisterhaftes Türenknarren, Rumschleudern von Körpern und gruselig-verwirrte Grosis mit glasigem Blick verzichten. Auch das bietet The Hole in the Ground zur Genüge mit seiner Story, die jederzeit ins Übersinnliche wechseln oder doch auf irdischen Realitäten bauen könnte. Ein robuster Filmspass wie der beige Range Rover der Hauptdarstellerin, mit dem man locker über jedes Loch im Wald düsen kann.

/ rm