Die Heinzels - Rückkehr der Heinzelmännchen (2019)

Die Heinzels - Rückkehr der Heinzelmännchen (2019)

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  2. 76 Minuten

Filmkritik: Wir heinzeln das!

Kuchenbad in 3, 2, 1...!
Kuchenbad in 3, 2, 1...!

Der Sage nach lebten die Heinzelmännchen einst im Geheimen in der Menschenwelt und halfen Handwerkern in der Nacht bei der Ausübung ihres Berufs. Doch als eine neugierige Schneidersfrau die kleinen Helferchen unbedingt sehen wollte, stellte sie ihnen eine bösartige Falle. Als Folge daraus zogen sich die kleinen Wesen für immer von den Menschen zurück und bauten sich eine eigene unterirdische Welt auf. Noch immer lernt jeder Heinzel ein Handwerk, doch den bösen Menschen hilft längst niemand mehr.

Ausflug mit Furzantrieb
Ausflug mit Furzantrieb

Auch das Heinzelmädchen Helvi (Stimme: Jella Haase) soll ein Handwerk erlernen, doch keines scheint zu ihr zu passen. Also beschliesst sie, die öde Höhlenwelt hinter sich zu lassen und an die Erdoberfläche zu reisen. Begleitet vom gutmütigen Butz (Stimme: Leon Seidel) und dem leicht hochnäsigen Kipp (Stimme: Louis Hofmann) entdeckt sie die Menschenwelt und trifft schliesslich auf den grummligen Konditor Theo (Stimme: Detlef Bierstedt). Dieser steht nur eine Woche davor, seine geliebte Bäckerei für immer an seinen geldgierigen Bruder Bruno (Stimme: Ralf Berg) zu verlieren. Doch Helvi setzt alles in Bewegung, um dies zu verhindern und hofft dabei, selbst eine Meisterbäckerin zu werden.

Beim Titel, der den Namen der liebenswerten Helferchen modernisierend abkürzt, könnte man vermuten, dass Die Heinzels - Rückkehr der Heinzelmännchen in erster Linie darum bemüht ist, ein bewährtes Sagenmotiv voll auf Update zu trimmen. Dem ist glücklicherweise nicht so, schafft der deutsche Animationsfilm doch gekonnt die Balance zwischen heimeliger Märchengeschichte und modernem Trickfilmabenteuer. Dies gelingt dank sympathischen Figuren, einer stimmig-liebenswerten Ästhetik und einer herzigen Story, die nur gelegentlich durch Furzwitze garniert wird und so selbst ältere Semester abholen kann.

Nein, es sind nicht die bemützten Männchen aus den TV-Spots, die hier ein modernes Kinoabenteuer bekommen. Vielmehr erhalten die gutmütigen Wichtel - der Sage nach sind es Kölner Hausgeister - ein peppiges Filmabenteuer, in dem neben gluschtigmachenden Backwaren und ausgeklügelten Spielzeugkonstruktionen vor allem die liebenswerten Figuren zu gefallen wissen. Regisseurin Ute von Münchow-Pohl, die zuvor bereits für Animationsfilme wie Der kleine Rabe Socke und Die Häschen-Schule verantwortlich zeichnete, versammelt dafür einen sympathischen Voice-Cast.

Herz des Filmes ist zweifellos das clevere Heinzelmädchen Helvi, dem Fack ju Göhte-Dödeline Jella Haase sympathisch und selbstbewusst Leben einhaucht. Weiter zu hören sind die Jungstars Louis Hofmann und Leon Seidel (beide waren bereits gemeinsam als Tom Sawyer und Huck Finn auf der Leinwand zu sehen) sowie Kabarettistin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich als grantige Monobrow-Wichtelanführerin.

Freilich lässt sich die eigentliche Zielgruppe nicht durch prominente Namen ins Kino locken. Den Promi-Bonus benötigt der Film aber eigentlich auch gar nicht. Mit der frechen Heldin und ihren Kumpanen, den turbulenten Actionsequenzen sowie der kinderfreundlichen Botschaft gelingt dem Heinzelabenteuer die genau richtige Mischung, um auch ganz kleine Kids zu unterhalten, dabei aber auch erwachsene Zuschauer bei der Stange zu halten. Dabei ist sogar so viel an Story zu erzählen, dass nur ein einziges Mal gesungen wird. Schön ist auch, dass der Film nicht in einem diffus-unspezifischen Märchenland spielt, sondern eindeutig im heutigen Köln angesiedelt ist.

Flotte Sprüche und herzige Momente zwischen Heinzels und ihrem menschlichen Freund wirken notabene nur, wenn auch die filmische Umsetzung und Animation stimmen. Mit dem einladenden Animationsstil in warmen Farben setzt sich der Film von vielen anderen europäischen Produktionen ab, die im Vergleich zu den grossbudgetierten US-Produktionen schnell mal etwas billig aussehen. Die Heinzels - Rückkehr der Heinzelmädchen bietet dagegen tolle Bilder mit knuffigen Heinzelfiguren und Süsswaren, die man am besten gleich von der Leinwand herab essen würde.

/ pps