Guns Akimbo (2019)

Guns Akimbo (2019)

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  3. 95 Minuten

Filmkritik: Killerspiel

44th Toronto International Film Festival
Hogwarts sah auch schon bessere Tage.
Hogwarts sah auch schon bessere Tage. © Courtesy of TIFF

Der Smartphone-Game-Entwickler Miles (Daniel Radcliffe) führt ein ziemlich beschissenes Leben. Seine Freundin ist weg und bei der Arbeit wird er von seinem muskelbepackten Chef gemobbt. So etwas wie Freude entwickelt Miles momentan nur, wenn er ins Internet gehen und dort in verschiedenen Kommentarsektionen die Leute anpissen kann. Eines Abends tut er dies jedoch am falschen Ort. Miles provoziert User auf einer Website namens "Skizm". Die Betreiber dieser Website organisieren illegale Kämpfe auf Leben und Tod, die live gestreamt und von mehreren Millionen Menschen auf der ganzen Welt verfolgt werden.

Gleich am nächsten Morgen wird Miles von den Leuten von "Skizm" aufgesucht und zum neusten Teilnehmer bei einem sogenannten Deathmatch gemacht. Miles muss gegen den Star der ganzen Show, die schiesswütige Nix (Samara Weaving), antreten. Damit er den Hauch einer Chance hat, werden ihm Schusswaffen an seine Hände gebohrt. Da er mit den Knarren Mühe hat, eine Hose anzuziehen, rennt Miles fortan in Unterhosen um sein Leben.

Guns Akimbo hat lustige Ideen zu bieten, ist jedoch auch ein Sammelsurium von schlechtem Geschmack, das etwas zu chaotisch inszeniert und geschnitten wurde. Die Energie und das Tempo sind aber trotzdem bewunderswert. Daniel Radcliffe zeigt wieder einmal seine humoristische Seite und tut dies auf überzeugende Art und Weise. Ein Fest für Fans von Crank und Polar!

Wie gerne würden wir an dieser Stelle schreiben, dass Daniel Radcliffe mit der Rolle in diesem Film noch nie so weit weg von seinem Zauberlehrling Harry Potter gewesen sei. In Guns Akimbo spielt der Brite nämlich einen Internet-Troll, der mit an seine Hände gebohrte Waffen reihenweise Gegner umnietet. Doch dann würden wir lügen, denn seine Rolle als furzende Leiche in Swiss Army Man ist nur schwer zu toppen. Man muss Regisseur Jason Lei Howden (Deathgasm) jedoch anrechnen, dass er es mit seiner gestörten Actionkomödie trotzdem versucht hat.

Vom Stil her erinnert Guns Akimbo klar an die Filme des Duos Neveldine/Taylor, das mit Crank was richtig Geiles fabrizierte, danach jedoch nur noch Gugus fertigbrachte. Auch Howdens hyperaktives Werk ist ständig in Bewegung und reiht fleissig Szenen voller schlechtem Geschmack aneinander - der Mads-Mikkelsen-Netflix-Streifen Polar ist ein weiterer guter Vergleichsfilm. Einiges ist hier ganz lustig, anderes jedoch nur daneben. Müssen wir denn wirklich sehen, wie Radcliffes Miles mit den beiden Knarren versucht, auf die Toilette zu gehen?!

Howden outet sich mit Guns Akimbo zudem immer wieder auch als Liebhaber von Actionfilmen. Vor allen John Woo scheint es ihm angetan zu haben. Die von Samara Weaving (Nichte von Hugo Weaving) gespielte Nix verpasst Protagonist Miles den Spitznahmen "Mr. Hard Boiled", und eine Szene aus Hard Target ist kurz in einem Fernseher zu sehen. Um das zu bemerken, muss der Kopf jedoch bei der Sache sein. Denn die mehrheitliche Handkamera-Inszenierung ist dermassen wacklig, dass es zwischendurch schwer ist, überhaupt etwas zu erkennen. Hier hätte Howden die Vorbilder besser studieren sollen.

Zu sehen gibt es so vornehmlich viel Chaos, durchgeknallte Figuren (hello, Rhys Darby) und mit Radcliffe einen nicht gerade unsympathischen Helden, dem wir gerne beim Durch-die-Szenerie-stürcheln zusehen.

/ crs

Kommentare Total: 3

behar

Geiler Film, total schräg, irre, wahnsinnig, brutal, amüsant, dämlich, lustig, easy unterhaltsam, tolle twists, endlich wieder mal was ungewöhnliches als Action Unterhaltung, mutig ist dieser Film alle mal!

yan

Ein knallbunter Ballerfilm. Nicht mehr und nicht weniger. An gewissen Stellen war dies für meinen Geschmack aber etwas zu viel des Guten. Dann schau ich mir lieber noch einmal Polar an, der hat mich insgesamt deutlich besser unterhalten.

crs

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