Five Feet Apart (2019)

Five Feet Apart (2019)

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  2. 116 Minuten

Filmkritik: Küssen verboten!

Zum Glück ist Swimmingpool-Wasser 100 % steril ...
Zum Glück ist Swimmingpool-Wasser 100 % steril ...

Die 17-jährige Stella Grant (Haley Lu Richardson) leidet an Mukoviszidose und verbringt deshalb sehr viel Zeit im Krankenhaus. Um mit der unheilbaren Krankheit umgehen zu können, führt sie einen Videoblog, in dem sie von ihrem Alltag berichtet, den sie streng durchorganisiert hat. Regeln nicht zu befolgen, ist für sie völlig unvorstellbar. Deshalb will sie erst gar nichts vom gleichaltrigen Mitpatienten Will Newman (Cole Sprouse) wissen, der zwar ziemlich cool und charmant ist, von Disziplin aber überhaupt nichts hält.

"And at last I see the liiiight!"
"And at last I see the liiiight!"

Mukoviszidose-Patienten dürfen sich sowieso niemals näher als sechs Fuss kommen, um eine lebensgefährliche Kreuzinfektion zu verhindern. Doch während sich Stella an diese Vorgabe halten und höchstens per Skype mit Will in Kontakt treten will, möchte dieser mehr als bloss eine digitale Freundschaft. Tatsächlich kommen sich die beiden Teenager allmählich auch emotional näher. Aber können sie wirkliche Gefühle zulassen, wenn sie sich nicht einmal berühren dürfen?

Mit Five Feet Apart haken die La Llorona-Autoren Mikki Daughtry und Tobias Iaconis die typischen Punkte bisheriger "Sick Lit"-Verfilmungen ab, auch wenn hier für einmal keine Buchvorlage zugrunde liegt. Präsentiert wird wie üblich ein ansprechendes Darstellerpaar in einer tragischen Lovestory, wobei besonders Ex-Kinderstar Cole Sprouse positiv auffällt. Allerdings ist der Filmverlauf doch reichlich vorhersehbar und das rührselige Finale wird durch ärgerlich doofe Entscheidungen der Figuren vergeigt.

Die von wahren Begebenheiten inspirierte Lovestory im Zentrum von Five Feet Apart hätte eigentlich alles, was eine tragisch-schöne Romanze braucht, geht es doch um junge Menschen, die jederzeit mit dem Tod rechnen müssen und sich verlieben, obwohl auch dies potenziell tödlich enden könnte. Eine tragische verbotene Liebe, was will das Publikum denn mehr?! Gerade zu Beginn scheint der Film auch einiges richtig zu machen, und dies trotz einem sehr gesuchten ersten Aufeinandertreffen und einem wenig eleganten Pakt zwischen den beiden Protagonisten. Dass das Ganze (vorerst) funktioniert, liegt vor allem an den sympathischen Jungdarstellern; besonders Riverdale-Darsteller Cole Sprouse kommt mit seiner rebellisch-eigensinnigen Art authentisch rüber, ohne auf die stereotype Zu-cool-für-alles-Schiene vieler Teenie-Filmjungs zu geraten.

Auch die Art und Weise, wie das junge Darf-nicht-Paar zueinander findet und versucht, trotz auferlegtem Abstand Nähe zu erleben, ist ziemlich herzig eingefangen. So wird beispielsweise ein Billard-Queue zweckentfremdet, um den nötigen Abstand zu wahren. Leider erweist sich der Film ansonsten immer wieder als äusserst vorhersehbar. Wenn etwa tragische Ereignisse das junge Glück überschatten, kommt das nie überraschend und, fast noch schlimmer: Es kitzelt auch kaum die Tränendrüse der Zuschauenden, denen doch grosse Emotionen versprochen wurden.

Wirklich ärgerlich ist vor allem der letzte Akt, dessen Handlung ähnlich einem Horrorfilm nach Schema F nur deshalb funktioniert, weil die Protagonisten derart dumme Entscheidungen treffen, dass man sich echt nur noch an den Kopf langen kann. Five Feet Apart bietet somit nette Schauwerte, ansprechende Darsteller und eine Liebesgeschichte, die sich zwar zum Mitschwärmen- und -leiden eignet - aber nur dann, wenn man das Gehirn völlig abstellt. Bis auf den männlichen Darsteller bleibt so am Ende wenig, was länger im Gedächtnis bleiben dürfte. Den unvermeidlichen Vergleich mit The Fault in Our Stars hat dieser Film also kaum verdient.

/ pps