Fighting with My Family (2019)

Fighting with My Family (2019)

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  3. 108 Minuten

Filmkritik: Take the Horn!

Familienbande
Familienbande

Die Knights in Norwicht sind Wrestling-verrückt. Vater Rick (Nick Frost) und Mutter Julia (Lena Headey) führen eine kleine Liga, die regelmässige Shows veranstaltet, und die Kids Zak (Jack Lowden) und Saraya (Florence Pugh) sind seit ihrer Kindheit ein Teil dieses Sports. Über die Jahre haben sich die Geschwister zu ansprechenden Showkämpfern entwickelt und hoffen auf ein Engagement in der grössten Wrestling-Promotion der Welt, der WWE. Als sie bei einem Abendessen den erhofften Anruf von WWE-Talentsucher Hutch Morgan (Vince Vaughn) erhalten und ein Probetraining in London absolvieren dürfen, scheint sich dieser Traum zu erfüllen. Schlussendlich jedoch nur für Saraya, die als "Paige" die Qualifikation schafft und in den USA bei der Entwicklungsliga der WWE antreten darf.

Victory!
Victory!

Doch so schön und herrlich, wie sich das Leben bei den "Grossen" anhört, ist es dann doch nicht. Das lernt "Paige" relativ schnell, als sie mit ihrem Aussehen und ihrer Art nicht auf offene Ohren stösst, sondern sich gegen harte Konkurrenz durchsetzen muss. Hutch Morgan, stets mit der "Aufgabe-Tröte" vor Ort, quält und schleift die jungen Kandidaten (und Kandidatinnen), wobei sich Woche für Woche ein paar aus dem Camp verabschieden müssen. Auch Paige scheint das nötige Durchhaltvermögen nicht zu zeigen und steht kurz vor dem Abschuss. Ist ihr Traum, in einem vollen Stadion für die WWE antreten zu dürfen, bereits wieder ausgeträumt?

Basierend auf der wahren Geschichte einer jungen Frau, bietet Fighting with my Family vor allem einen Blick ins Leben ausserhalb des Wrestling-Rings. Das Training, die Überzeugung, die Leidenschaft und der Wille, es bis nach oben zu schaffen stehen im Mittelpunkt. Das ergibt am Ende einen Film, der sich nicht gross von anderen, bereits bekannten Sportlerdramen unterscheidet, aber trotzdem sympathisch vorgetragen wird. Für Fans des Sports ist das sicher einen Blick wert.

Dass Dwayne "The Rock" Johnson einst Wrestler war, bevor er zu einem der höchstbezahlten Akteure Hollywoods avancierte, ist bekannt. Nun hat er sich mit seiner Produktionsfirma "Seven Bucks", die auch Filme wie Jumanji: Welcome to the Jungle oder den kommenden Shazam! mitproduziert, einer Story angenommen, die märchenhaft klingt und in der aktuellen Wrestlingwelt wahr geworden ist: Eine junge Frau aus dem trüben Norwich schafft den Sprung zur grössten Wrestlingliga der Welt und erfüllt sich ihren Kindheitstraum. Die Geschichte von Fighting with my Family ist real, lebensecht und mit viel Gefühl erzählt.

Das Leben schreibt manchmal die schönsten Geschichten. So lernen wir eine etwas schräge Familie aus Nordengland kennen, die sich ganz dem Wrestling verschrieben hat. Mutter, Vater, Bruder, Schwester, alle performen sie im Ring und leben ihre Leidenschaft vor Zuschauern aus. Dass diese Welt aber nicht nur Glamour und Glitzer bedeutet, hat uns 2008 schon The Wrestler beeindruckend klargemacht. In Fighting with my Family suchen wir aber vergebens nach grossen, persönlichen Tragödien, sondern begleiten die junge Paige auf ihrem Weg ins grosse Scheinwerferlicht. Das Schicksal des "vergessenen" Bruders lässt nämlich so ziemlich kalt.

In ihrem Fall erfordert das nebst dem harten Training auch viel Kraft neben dem Ring, wenn Freundschaften geschlossen werden, Kollegen das Camp verlassen müssen und sich ein paar Hürden in den Weg stellen. Immer dabei ist Coach Vince Vaughn, der - wie es sich gehört - hart, aber halt eben auch fair auftritt und so unserer Prinzessin immer wieder einen Schubs in die richtige Richtung gibt.

Da Dwayne Johnson den Film produziert hat, darf er auch als Darsteller nicht fehlen. Allerdings taucht er nur kurz auf, bringt ein bisschen Lockerheit in das eher verklemmt vorgetragene Biopic und macht dann wieder Platz für die Jungschauspieler, die sich bald in ihren Rollen finden, aber allesamt recht glatt und kantenlos bleiben. Für etwas Humor sorgen die Eltern der Knights, die von Nick Frost (Hot Fuzz, Shaun of the Dead) und Lena Headey (300) sehr herzlich gegeben werden. Auch Regisseur Steven Merchant darf auftauchen und macht als steifer Engländer eine gute Falle.

/ muri

Kommentare Total: 2

yan

Die Geschichte ist okay. Für Wrestling-Fans gibts hier vielleicht was zu holen, für alle anderen ist zu wenig Fleisch am Knochen.

muri

Filmkritik: Take the Horn!

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