Fast & Furious: Hobbs & Shaw (2019)

Fast & Furious: Hobbs & Shaw (2019)

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  3. 134 Minuten

Filmkritik: Big ba-da boom!

Beifahrersitz nicht gefunden?
Beifahrersitz nicht gefunden?

Die MI6-Agentin Hattie Shaw (Vanessa Kirby) sollte mit ihrem Team eigentlich eine gefährliche Bio-Waffe in ihren Besitz bringen. Doch der cybergenetisch optimierte Anarchist Brixton (Idris Elba) hatte den gleichen Plan. So kommt es, dass sich Hattie den Virus schnell selber injiziert, bevor Brixton ihn in die Finger bekommt. Der jungen Frau bleibt nun nicht mehr viel Zeit, um die Waffe aus ihrem Körper zu bekommen. Sonst kommt es zur Katastrophe.

Wie romantisch, fehlt nur noch das Kerzenlicht...
Wie romantisch, fehlt nur noch das Kerzenlicht...

Um Hattie so schnell wie möglich ausfindig zu machen, heuert die CIA Hatties Brüder Deckhard Shaw (Jason Statham) und DDS-Agent Luke Hobbs (Dwayne Johnson) an. Obwohl sich Luke und Deckard überhaupt nicht ausstehen können, müssen sie sich zusammenraufen. Es geht immerhin um das Schicksal der ganzen Welt und es dauert nicht lange, bis auch die beiden Streithähne in das Visier von Brixton geraten. Werden die beiden eine Chance gegen diesen übermächtigen Gegner haben?

Hobbs and Shaw lässt die ernsteren Züge der "Fast & Furious"-Reihe aussen vor und setzt während 135 Minuten fast komplett auf Action und Spass. Dank Dwanye Johnson, Jason Statham, Vanessa Kirby und einer rasanten Inszenierung, die nie viel Zeit zwischen Actionszenen verstreichen lässt, klappt das ganz gut - obwohl dem Streifen gegen Ende hin dann doch etwas die Puste ausgeht.

Eines unserer grössten Probleme mit Fast and Furious 8 hatte ausgerechnet mit Franchise-(Glatz-)Kopf Vin Diesel zu tun. Denn während der Rest des Main Cast seinen Spass mit der Prämisse um fliegende Autos und ferngesteuerte U-Boots hatte, spielte der gute Vin alles mit einer unglaublich ernsten Miene. Chill doch emal, Vin. Anscheinend war Universal der gleichen Meinung und entfernte für das erste Spin-off der Reihe gleich mal die Figur des Dominic Toretto. Dem passt dies mal gar nicht, so liess er seinem Unmut auf Instagram freien Lauf und schoss dabei auch immer wieder gegen Co-Star Dwayne Johnson. Deshalb dürften Diesel nun auch die folgenden Worte gar nicht gefallen: Fast and Furious: Hobbs and Shaw ist ein höllisch unterhaltsamer Blockbuster, der genau weiss, was er ist und seine Stärken mit voller Power auszuspielen vermag.

Denn weg ist das ernste Getue und das übermässige Familiengequatsche. Stattdessen chlöpft und tätscht es fast alle fünf Minuten, wobei sich Regisseur David Leitch so richtig austoben kann. Es wirkt bisweilen so, als führten Leitch und sein Kumpel Chad Stahelski einen privaten Wettstreit durch. Denn die beiden ehemaligen Stuntmänner drehten gemeinsam den ersten John Wick und scheinen sich seither mit ihren solo inszenierten Filmen gegenseitig in Sachen Actioninszenierung überbieten zu wollen. Hobbs and Shaw ist nun die brachiale Antwort auf John Wick 3.

Dwayne Johnson und Jason Statham sind voll in ihrem Element, wie auch Vanessa Kirby als toughe Hattie. Die drei ballern und prügeln, was das Zeug hält - manchmal sogar noch länger. Eine Szene in der Ukraine gehört zu den durchgeknalltesten Szenen der jüngsten Actiongeschichte, die zwar - typisch für die Franchise - nicht viel mit den physikalischen Gesetzen zu tun hat, aber dermassen atemberaubend inszeniert ist, dass man irgendwann ab dem ganzen Bombast fast nur noch laut herauslachen kann. Mit Logik hat das Ganze nicht viel zu tun, was auch immer wieder auf der Plotebene zu bemerken ist. Die Helden dürften eigentlich nie so weit kommen, wie sie es tun. Allgemein wurde bei der Geschichte wohl am wenigsten Arbeit reingesteckt und die Ausgangslage des im eigenen Körper transportierten Virus ist auch noch von Mission: Impossible 2 geklaut - allgemein nicht gerade der beste Ort, um sich zu bedienen.

Zudem geht dem Streifen nach dem Besuch in der Ukraine die Puste aus und schleppt sich trotz eines Showdown auf Samoa eher schlecht als recht über die Ziellinie. Doch wer satte Action, freche Sprüche und coole Schauspieler sehen will, kann bei dieser sich selbst kaum ernstnehmenden Gaga-Show eigentlich nicht viel falsch machen. Um es mit den Worten von Milla Jovovich zu sagen: "Big ba-da boom!"

Achtung: Während dem Abspann unbedingt sitzenbleiben. Es gibt noch gesamthaft drei Szenen zu sehen. Bei der mittleren ist jedoch Vorsicht geboten, denn sie spoilert die letzte Staffel von Game of Thrones.

/ crs

Kommentare Total: 3

yab

Fertige Chabis!
Auf beinahe sämtlichen Ebenen wurde gespart, die Story ist hanebüchen und hätte auf einem Fingernagel Platz. Mit Fast and Furious hat das ganze nur noch wenig zu tun. Was aber am meisten ärgert, sind die sinnlosen Kamerafahrten, welche über die Köpfe von Statham und The Rock hinweg- und an ihnen vorbeifliegen, als hätte man die beiden verpasst. Die Action ist zu hastig geschnitten, zu unübersichtlich (Prügeleien, wie auch Verfolgungsjagden).
Nein nein nein, das könnt ihr besser!

solanumnigrum

Es stimmt. Mit "F+F" hat das ganze nichts mehr zu tun. Der Titel wird lediglich als Kundenmagnet in Szene gesetzt.
Diverse Nebendarsteller, unter anderem Ryan Reynolds, machen den Film aber mehr als sehenswert. Er bringt nämlich eine kräftige Ladung Humor in den Action-Alltag von Hobbs und Shaw.

Aber: Der Film zieht sich unglaublich in die Länge. Der Plot ist auch eher schmal und unspektakulär. Er wirkt zwar teilweise futuristisch, was irgendwie auch seinen Charme hat, allerdings ist er in manchen Szenen sehr unrealistisch.

3.8 von 6 Sternen - seichte Action, welche einem zumindest nicht einschlafen lässt.

crs

Filmkritik: Big ba-da boom!

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