Escape Plan: The Extractors (2019)

Escape Plan: The Extractors (2019)

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  2. 97 Minuten

Filmkritik: Muskelmänner unter sich

«Wo sind die Ferienfotos?»
«Wo sind die Ferienfotos?»

Sicherheitsexperte Ray Breslin (Sylvester Stallone) findet neben seinem anstrengenden Beruf immer mal wieder Zeit, sich mit seiner schönen Freundin Abigail (Jaime King) über die gemeinsame Zukunft zu unterhalten. Die hat so einiges, worauf sie verzichten könnten, mit ihnen vor. Als die Tochter eines asiatischen Investors brutal entführt wird, ist Ray wieder mittendrin im Chaos. Er will seine Crew zusammentrommeln, als er auf dem Handy mitverfolgt, wie seine Abigail vom gleichen Bösewicht gekidnappt wird. Nun gibt es für Breslin kein Halten mehr.

«Huch, eine Spinne!»
«Huch, eine Spinne!»

Er holt seine Spezialisten Hush (Curtis Jackson) und Trent (Dave Bautista) zurück ins Team, wird von Kampfsportexperten aus dem Osten unterstützt und findet schliesslich die Geiseln in einem alten, verlassenen und unübersichtlichen Gefängnis, der berüchtigten «Devil's Station», wieder. Nun müssen Breslin und sein Team gegen eine Armada von Gegnern vorgehen, die sich nicht nur hinter dicken Mauern verschanzen und durch schmale Gängen fortbewegen, sondern auch damit angefangen haben, die Geiseln zu töten. Und der Gegenspieler, ein alter Bekannter, hat seine Taten genauestens geplant und scheint zu allem entschlossen.

Escape Plan: The Extractors erfindet den Actionfilm nicht neu und es dauert auch eine Weile, bis seine Geschichte lanciert ist. Vor allem aber in Halbzeit zwei geht es schön zur Sache und der Film punktet mit guten Actionsequenzen und zeigt die nötige Brutalität. Darstellerisch kriegen wir zwar nichts besonderes geboten, aber Stallone und auch Bautista verstehen es, immer wieder schöne Momente zu kreieren. Auch wenn diese hauptsächlich in Szenen vorkommen, in denen sich die Bad Guys mit Riesenknarren spektakulär über den Haufen knallen.

2013 brachte Sylvester Stallone mit Escape Plan einen interessanten Actionfilm unter die Leute, in welchem er mit Arnold Schwarzenegger gemeinsame Sache machte. In der Fortsetzung musste sich Stallone den Investoren aus Asien fügen und trat nur noch als Nebenfigur auf. Nun kommt der dritte und wohl auch letzte Teil der Reihe, der eine Spur härter, brutaler, aber auch interessanter daherkommt als seine Vorgänger.

Eine Rachestory kommt bekanntlich immer gut an, vor allem wenn Sylvester Stallone mit von der Partie ist. Unterstützt wird er hier vornehmlich von Dave Bautista, der endlich mal wieder seine rauhe Art und die imposanten Oberarme so einsetzen kann, wie man es gerne sieht. Dass dabei Knochen knacken, Blut spritzt und Körper explodieren, nehmen wir gerne hin. Zu einer solch ‹dreckigen› Produktion gehört schliesslich auch ein entsprechendes Gewaltlevel und Escape Plan: The Extractors spart nicht an Action. Sei es brachiale Power, ausgeklügelte Kampftechniken oder einfach die Faust ins Gesicht, Stallone und Kollegen lassen es schön krachen.

Dass neben der Action, die besonders in der zweiten Filmhälfte gut umgesetzt wird, die Story nicht ganz so ansprechend sein darf, scheinen die Macher vorausgesetzt zu haben. So wird die Suche nach den Geiseln in Escape Plan: The Extractors relativ schnell erledigt, ebenso das Eindringen in den Gefängniskomplex. Manche Sequenz mit den bösen Buben dürfte mehr Tiefe haben. Aber immerhin kriegen wir unseren Lieblings-Action-Schweizer Daniel Bernhardt mal wieder zu sehen. Er, welcher in Filmen wie Atomic Blonde, Logan oder auch John Wick seinen Mann gestanden hat, darf auch in Escape Plan: The Extractors heftig austeilen. Schade nur, dass er kein Schweizerdeutsch platzieren durfte.

/ muri