Comrade Drakulich - Drakulics elvtárs (2019)

Comrade Drakulich - Drakulics elvtárs (2019)

  1. 95 Minuten

Filmkritik: Vampire Diaries

NIFFF 2020
"Schau mir auf keinen Fall in die Augen, Kleines!"
"Schau mir auf keinen Fall in die Augen, Kleines!" © NIFFF

Ungarn in den Siebzigerjahren: Mária Magyar (Lili Walters) und László Kun (Ervin Nagy) sind ein glückliches Paar. Auch im Bett läuft es gut, vor allem für László. Beide sind Angestellte der ungarischen Geheimpolizei. Ihr Vorgesetzter eröffnet ihnen, dass der ungarische Held der kubanischen Revolution der Fünfzigerjahre, Comrade Fábián (Zsolt Nagy), in die Heimat zurückkehrt. Grund dafür ist eine grosse Blutspendenaktion für das befreundete kommunistische Land Vietnam. Beim Heimkehrer ist in der Vergangenheit offenbar Wunderliches passiert. Er scheint seit seinen Heldentagen keinen Tag gealtert.

Als bei Mária bei der Blutspendenaktion Blut abgezapft wird und gleichzeitig auf Fábiáns Freundin Ibolya (Alexandra Borbély) ein Chloroform-Anschlag ausgeübt wird, geht allerlei schief. Das Blut spritzt nur so umher, und anstatt dass sich Comrade Fábián Sorgen um seine umgekippte Freundin macht, scheint er sich mehr für das Blut zu interessieren.

Diese sehenswerte Komödie beinhaltet sehr viele skurrile Momente. Die Geschichte ist ein witziger Mix zwischen Casanova- und Vampir-Geschichte. Die Hauptdarsteller wissen zu überzeugen. Lediglich ein paar zusätzliche interessante Nebencharaktere hätten Comrade Drakulich - Drakulics elvtárs gut getan.

Nach Isteni müszak ist Comrade Drakulich - Drakulics elvtárs erst der zweite Langspielfilm von Regisseur Márk Bodzsár. Und wie schon bei seinem Regiedebüt schrieb er auch bei diesem Film das Drehbuch. Die Darsteller sind praktisch ausschliesslich aus ungarischen Produktionen bekannt.

Eine der bekannteren Akteurinnen ist sicherlich Alexandra Borbély On Body and Soul, welche die anfängliche Freundin von Fábián spielt. Eine nervig-komische, aber leider nur kleine Rolle. Von der schauspielerischen Leistung her gilt es ganz klar Ervin Nagy herauszuheben, der den ultraeifersüchtigen Kun László spielt. Wenn er gerade nicht mit seiner Eifersucht beschäftigt ist, kann er sich dem Denken widmen, was aber auch nicht zu seinen Stärken gehört und zu allerlei komischen Szenen führt

Comrade Drakulich - Drakulics elvtárs, was sinngemäss «Genosse Dracula» heisst, lebt vor allem von seiner Skurrilität und der Dreiecksgeschichte der drei Hauptdarsteller. Der Film macht sehr viel Spass und ist nie langweilig, zuweilen ist der Film sogar richtig spannend. Ein Film, bei dem es sich vermutlich lohnt, ihn ein zweites Mal zu schauen. Denn all die schrägen Situationen beim ersten Schauen mitzukriegen, ist eine Herausforderung - ob es um Judo unter Wasser geht, um das ungewöhnliche Verstecken einer brennenden Zigarette oder auch um Fábiáns Erinnerungen an Begegnungen mit Stars von früher. Und zu guter Letzt ist Comrade Drakulich - Drakulics elvtárs auch eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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