Daughter of the Wolf (2019)

Daughter of the Wolf (2019)

  1. ,
  2. 88 Minuten

Filmkritik: Heul doch!

«Wo ist Baby Yoda?»
«Wo ist Baby Yoda?» © Tiberius Film

Clair Hamilton (Gina Carano) ist eine ehemalige Soldatin, deren kleiner Sohn entführt wurde. Die Geldübergabe geht schief und einer der Kidnapper, Larsen (Brendan Fehr), kann mit dem Geld in den tiefen Schnee fliehen. Natürlich macht sich Clair sofort an dessen Verfolgung und es dauert nicht lange, bis sie ihr Ziel erreicht. Doch Larsen ist nur eine kleine Nummer im grossen Ganzen, das von einer Gruppe Gangster unter der straffen Führung von «Father» (Richard Dreyfuss) geplant und umgesetzt wurde.

«So triffst du mitten ins Herz!»
«So triffst du mitten ins Herz!» © Tiberius Film

Nun dreht Clair den Spiess um, nimmt sich Larsen als Geisel und kämpft sich mit ihm durch die bittere Kälte und an Wölfen vorbei, bis sie schliesslich auf die Spur der Entführer kommt. Doch die sind nicht das einzige Problem, das Clair bei ihrer Rettungsaktion im Weg stehen wird. Wölfe haben sich organisiert und warten nur darauf, bis einer der Menschen Schwäche zeigt, um dann gnadenlos zuschlagen zu können. Dabei sticht vor allem ein schwarzes Exemplar heraus, mit dem Clair offenbar eine spezielle Verbindung zu haben scheint.

Daughter of the Wolf lebt von den schönen Bildern und dem kleinen Nostalgiegefühl, wenn Richard Dreyfuss in die Pedale tritt. Ansonsten wird uns ein solider Thriller erzählt, der mit Actionmomenten etwas aufgemotzt wird und sich ganz passabel als filmische Zwischenmahlzeit eignet. Mehr aber sicher nicht.

Gina Carano ist aktuell in aller Munde, seitdem sie in ihrer Rolle als Cara Dune Teil des inzwischen globalen Erfolgsphänomens The Mandalorian geworden ist. Auch in Deadpool und Kickboxer: Vengeance hat die ehemalige MMA-Kämpferin ihre filmischen Spuren hinterlassen, wobei sie nun auch öfters Filme alleine tragen darf. Daughter of the Wolf ist ein Vertreter dieser Art, wobei sie in ihrem Kampf gegen Kälte, böse Buben und knurrende Wölfe ja nicht ganz allein ist.

Einer ihrer Filmpartner ist Brendan Fehr (remember Roswell?), dessen Filmkarriere auch nie die Dimensionen angenommen hat, die man sich damals ausgemalt hatte. Der grösste Coup in Daughter of the Wolf ist auf jeden Fall Altstar Richard Dreyfuss (Jaws, Close Encounters of the Third Kind), der uns hier einen bärtigen, brutalen und verschlagenen Bösewicht gibt. Auch wenn es ungewöhnlich ist, ihn in einer Rolle zu sehen, so schlägt er sich nicht schlecht darin. Etwas Angewöhnungszeit braucht es aber.

Die Geschichte hinter Daughter of the Wolf ist eigentlich eine ganz einfache. Angesiedelt und erzählt in einer wunderbaren, tief verschneiten Umgebung, entwickelt sich die Jagd einer kampferprobten Mutter gegen eine Bande Bösewichte zwar als nicht besonders spannend, aber als solide und angenehm präsentiert. Immer wieder werden Actionmomente eingestreut und mit dem Auftauchen der Wölfe kann die Story sogar kurz einen Gang höher schalten.

Dass Gina Carano (noch) keine grosse Schauspielerin ist, beweist sie in Daughter of the Wolf eindrücklich. Ihre Mimik ist eingefroren, die Gefühlslage kaum erkennbar, aber wenn Knarren, Gewehre oder Faustkämpfe auf dem Tagesplan stehen, fühlt sie sich sichtlich wohl. Könnte durchaus sein, dass sie keine grossen Sprünge mehr macht und inskünftig überwiegend mit Rollen in Haudrauf-Filmen bedient wird.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. facebook
  5. Instagram
  6. Website