Countdown (2019/III)

Countdown (2019/III)

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  2. 90 Minuten

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Lueg mal, es blinket!
Lueg mal, es blinket!

Was haben uns doch die vielen Apps das Leben erleichtert. Wir kriegen Sportergebnisse direkt aufs Handy, bestellen Essen oder chatten, wie die Wilden. Und jetzt geht die sogenannte «Countdown»-App um - die berechnet nicht weniger, als die Tage, die der User noch zu leben hat. Für die einen ein kleiner Gag mit noch vielen Lebensjahren - für andere der wahrgewordene Albtraum, wenn die verbleibende Zeit in Tagen oder gar Stunden angezeigt wird. Krankenschwester Quinn (Elizabeth Lail) kommt das erste Mal mit dieser App in Verbindung, als sie von einem Patienten darauf angesprochen wird. Dieser wird kurz darauf im Treppenhaus tot aufgefunden, mit dem Countdown auf Null.

De-Installieren wo?
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Quinn (wie auch grosse Teile der Belegschaft des Krankenhauses) lädt sich die App herunter und soll nur noch drei Tage zu leben haben. Sie macht sich daran, die Hintergründe dieser App zu erforschen und stösst dabei auf viele Opfer, die scheinbar einer Kreatur erlegen sind, die dann auftaucht, wenn der «Todesplan» nicht aufgeht. Aber kann das wirklich sein oder ist Quinn paranoid? Mit geistlicher Hilfe und Unterstützung eines Handy-Spezialisten muss das Rätsel doch zu lösen sein, denn Quinn's Zeit läuft langsam ab...

Countdown reiht sich in die Grusler ein, die man nach Filmende bald wieder vergessen hat. Zwar ist die Idee mit der App für einmal etwas aussergewöhnlich, aber die Umsetzung ist leider etwas gar fahl und unspektakulär geworden. Ein nett gemachter Dämon und ein paar flott in Szene gesetzte Ableben reichen halt nicht aus, um etwas Nachhaltigeres zu produzieren. Trotzdem darf man sich Countdown durchaus gönnen - für ein paar Erschrecker reicht's allemal. Zumal ja der "Schrecken" noch nicht ganz vorbei sein könnte...

Apps, die auf ein Mobiltelefon installiert werden und dann den Benutzer so derart faszinieren, dass dieser gebannt auf den kleinen Bildschirm starren muss. Das kennen wir, wenn wir nur mal einen Blick auf das Trottoir werfen und uns darüber amüsieren, wenn Menschen wie Zombies über die Strasse schleichen. Regisseur Justin Dec liefert in seinem Langfilmdebüt Countdown genau so ein Beispiel ab, wie eine App die Herrschaft über Leute erreicht. Dass dahinter viel mehr steckt, als auf den ersten Blick sichtbar, dürfte nicht überraschen, denn mit einem Dämon in der Hinterhand geht der Film diesbezüglich auf Nummer sicher.

Bereits vor dem Intro mit Titelbild werden wir Zeuge eines solchen Todesfalls, der den Rhythmus des Filmes schon mal anspielt. Menschen kriegen ihr Todesdatum, sind schockiert, wehren sich dagegen, springen dem Tod von der Schippe und werden dann vom bösen Dämon eingesackt. Das klingt ein bisschen wie Final Destination, kommt aber nicht an dessen Unterhaltungsfaktor heran. Überhaupt, die Sache wird mit gehörigem Ernst präsentiert und beraubt sich so selber der Leichtigkeit, mit welcher man die Story noch akzeptiert hätte.

Aus der Riege der auftauchenden Darsteller kennen wir Elizabeth Lail aus diversen TV-Produktionen, Peter Facinelli aus Twilight und Talitha Bateman aus Annabelle: Creation. Den Rest des Casts können wir ignorieren, weil A) nicht gefordert und B) deren Charaktere nicht auffallen. Dafür ist der Dämon nett gezeichnet, sofern man ihn denn mal zu Gesicht bekommt. Ein bisschen mehr Biest und weniger Gebabbel hätte dem Film eh geholfen, einen höheren Unterhaltungsfaktor zu bekommen.

/ muri