Cold Blood Legacy (2019)

Cold Blood Legacy (2019)

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  3. 91 Minuten

Filmkritik: Wenn Killer in die Jahre kommen...

Schwester Leon
Schwester Leon

Tief im winterlichen Wald, in der Nähe der Grenze zu Kanada, steht ein Holzhaus. Darin lebt ein einzelner Mann namens Henry (Jean Reno), der die Einsamkeit sucht und schlichtweg nicht gefunden werden will. Verständlicherweise, denn als ehemaliger Profikiller will er von der Landkarte verschwinden, damit Konkurrenten und ehemalige Auftraggeber ihn nicht finden. Nun aber wird die einsame Stille gestört, als eine junge Frau, Melody (Sarah Lind), mit dem Schneemobil verunglückt und Henry ihr Leben retten muss.

Allzeit bereit!
Allzeit bereit!

Die Verletzte wird gepflegt und man fängt an, sich zu beschnüffeln. Henry findet bald heraus, dass die junge Frau keinesfalls per Zufall aufgetaucht ist. Ihr fehlt ein Ausweis, und mit seinen routinierten Augen hat der alte Killer natürlich auch die Knarre am Rucksack entdeckt. Doch wieso taucht die Frau in der Wildnis auf? Wer schickt sie? Was hat sie für Absichten? Während Henry nun also versucht, hinter das Geheimnis von Melody zu kommen, hat in der Stadt bereits die Suche nach ihr begonnen. Denn dort weiss man genau, was sie vorhat und was ihre Motive sind...

Cold Blood Legacy ist über weite Strecken schlichtweg langweilig und legt erst gegen Ende etwas an Spannung zu. Dann aber, wenn die Story aufgelöst wird und die Charaktere endlich ihre wahren Gesichter zeigen, ist es leider zu spät, um aus dem «Thriller» noch einen guten Film zu machen. So toll wir Jean Reno auch finden, mit diesem Geknorze hier hat er sich keinen Gefallen getan. Nächstes Mal bitte das Drehbuch besser lesen!

1994 erlebte Jean Reno mit Léon: The Professional seinen internationalen Durchbruch. Inzwischen hat er viele verschiedene Charaktere erfolgreich auf die Leinwand gebracht, wird aber seinen Ruf als stiller Killer nicht wirklich los. So überrascht es nicht, dass er in Cold Blood Legacy als genau solcher wieder in Erscheinung tritt. Älter geworden, die Tränensäcke nochmals zusätzlich gefüllt und wortkarg. Aber so gut wie damals kommt der Franzose leider nicht mehr rüber.

Der Film startet auf leisen Pfaden, zeigt wunderbare Landschaften und mittendrin ein rasendes Schneemobil, das bald verunglückt. Somit wird auch die Story mit dem Killer und der Unbekannten lanciert, die sich aber enttäuschend träge und zäh entpuppt. Man wartet auf Spannung oder Action. Vielleicht mal eine überraschende Wendung, ein unkontrollierter Wutausbruch oder ein Twist in der Story? Nein, Cold Blood Legacy bleibt ruhig, still und somit ziemlich langweilig. Zwar schauen wir Jean Reno immer noch gerne zu, wenn er agiert und geheimnisvolles Genuschel von sich gibt, aber die Story packt nicht und braucht enorm viel Sitzfleisch.

/ muri