Child's Play (2019)

Child's Play (2019)

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  2. 90 Minuten

Filmkritik: A Toy Story - Alles hört auf mein Kommando

Schachtmatt, du Gnom!
Schachtmatt, du Gnom!

Der Konzern Kaslan stellt verschiedene elektronische Geräte her, die clever miteinander vernetzt sind und so das Leben ihrer Besitzer erleichtern. Eines dieser Produkte ist auch die Puppe Buddi. Die Konsumenten können Buddi Sprachbefehle erteilen, welche dann von der Puppe drahtlos an die entsprechenden Geräte weitergegeben werden. Damit der Kleine jedoch keine Revolution der Maschinen anzettelt, sind in Buddi jede Menge Sicherheitsprotokolle einprogrammiert.

Dick in a Box
Dick in a Box

Als bei einem Buddi jedoch diese Protokolle in der Produktionsstätte in Vietnam böswillig abgestellt werden, hat dies weitreichende Konsequenzen. Genau diese Puppe landet über Umwege bei der Verkäuferin Karen (Aubrey Plaza) und ihrem Sohn Andy (Gabriel Bateman). Als sich Andy in den kommenden Tagen ein paar Mal unglücklich über Leute in seiner Umgebung äusserst, hat der ganze Wohnblock, in dem Karen und Andy leben, schnell riesige Probleme mit einer Mörderpuppe.

Child's Play 2019 ist nicht ein Remake, sondern eine Neuinterpretation des Stoffes um eine Mörderpuppe. Diese wird nicht aufgrund von Voodoo-Gugus zum Killer, sondern aufgrund ihres Umfelds und einem böswilligen Produktionsfehler. So fühlt sich der Film auch nicht wie billige Geldmacherei an, sondern ist ein durchaus clever gemachter und kreativer Gruselfilm, der einigen Spass mit seinem Szenario hat, was sich locker auch auf die Zuschauer überträgt. Wie das Original ergibt dies keinen Überfilm, aber garantierte 90 unterhaltsame Minuten.

Chucky ist nicht totzukriegen. Seit dem ersten Auftritt im Jahre 1988 hat sich die Mörderpuppe bereits durch sieben Filme gemeuchelt, wobei Erschaffer Don Mancini immer seine Finger im Spiel hatte. Der letzte Film, Cult of Chucky, kam erst gerade 2017 heraus und eine TV-Serie soll in den nächsten Jahren über die Bildschirme flimmern. Während der Original-Chucky also immer noch voll im Saft steht, hat sich das Studio MGM ohne Mancini an ein Reboot gemacht. Das ging, weil MGM zwar die Rechte an der Figur Chucky Anfang der Neunziger an Universal verkauft hatte, jedoch noch Remake/Reboot-Rechte am Original-Film hält. Wer jetzt aber glaubt, dass hier einfach nochmals der gleiche Film abgedreht wurde, erlebt eine Überraschung: Child's Play 2019 ist vielmehr eine Neuinterpretation - und dabei eine sehr unterhaltsame.

Steckte in den bisherigen Filmen der Geist des Serienmörders Charles Lee Ray (Brad Dourif) in dem Körper der Puppe, ist der Ansatz hier ein anderer. Passend zur heutigen Zeit, in der verschiedenste Geräte miteinander verbunden sind und miteinander kommunizeren können, ist die Buddi genannte Puppe ein Gerät, welches sehr an Amazon Echo erinnert. Zudem ist die Puppe im Film lernfähig, möchte geliebt werden und erinnert trotz des sinistren Gesichtsausdruck zwischendurch recht an David aus Steven Spielbergs Artificial Intelligence: AI. So gibt es sogar hier kurz Momente, in denen man Mitleid mit dem Kleinen hat, der doch eigentlich nur macht, was man ihm sagt oder was ihm gezeigt wird. Aufgrund ausgeschalteter Sicherheitsprotokolle und dem Anschauen von Texas Chainsaw Massacre 2 nimmt der Film dann kurz vor der Hälfte Fahrt auf und bringt Blut, Geschrei und Gore.

Die Macher haben sichtlich Spass daran, Chucky drahtlos mit anderen Kaslan-Geräte spielen zu lassen. Der für die deutschen Sprachregionen gewählte Titel von Toy Story 4, "A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando", kann hier leicht zu "A Toy Story: Alles hört auf mein Kommando" angepasst werden. Auch die Figur des jungen Andy kriegte wie Chucky ein Update. Andy ist nicht nur einfach Opfer, sondern auch ein bisschen Täter mit seinen Äusserungen über unliebsame Mitmenschen. Anstatt Chucky zu verpfeiffen, versucht er stattdessen danach aber die Taten der Puppe unter den Teppich zu kehren. Leute, die als Kinder früher was ausgefressen haben und es zu vertuschen versuchten, werden sich da an die Kindheit zurückerinnert fühlen. Auch dank den guten Jungdarstellern und einigen 80s-Referenzen wird Child's Play so zum schmissigen Nostalgietrip. Ein paar Längen gibt es zwischendurch schon und Mark Hamill kommt aufgrund der Ausgangslage seines Chuckys nicht an die fiesen Sprüche von Dourif heran. Trotzdem gehört diese Neuinterpretation zu den besten Chucky-Filmen, da sie sich nicht sklavisch ans Original hält und so der Mörderpuppe einen frischen Anstrich verpasst. Hoffentlich wird hier bald weitergespielt.

/ crs

Kommentare Total: 2

crs

Filmkritik: A Toy Story - Alles hört auf mein Kommando

muri

Leider über einen Grossteil der 90 Minuten recht nichtssagend und nervend. Erst als Chucky einen Gang höher schaltet, der Gore Eintritt hält und das Blut spritzt, kann man sich etwas unterhalten. Diese Sequenzen sind dann auch die Highlights eines ansonsten braven und unspektakulären Films.
Gut, das waren die "alten" ja auch schon, aber da sah Chucky wenigstens nach was aus und hatte eine Psychomörder-Geist-in-Puppe-fahren-Hintergrundgeschichte. Nun ist es ja einfach mal wieder so ein technisches Dingens, das durchdreht ;)

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