Aquaslash (2019)

Aquaslash (2019)

  1. 71 Minuten

Filmkritik: Bahn frei!

«Sie, da häts Stückli im Wasser!»
«Sie, da häts Stückli im Wasser!» © Soulfood

Die Schule ist vorbei, die grosse Party kann beginnen! Aus diesem Grund quartieren sich die Abschlussklassen der lokalen Schule im etwas in die Jahre gekommenen Wasserpark «Wet Valley» ein und starten ein Wochenende, das sie so schnell nicht vergessen werden. Am ersten Abend wird gekokst, gepimpert und gesoffen, während man sich auf das grosse Wettrutschen freut, das am nächsten Tag durgeführt werden soll.

Das könnte weh tun.
Das könnte weh tun. © Soulfood

Dass in diesem Park bereits vor über 30 Jahren Leute auf bislang ungeklärte Art und Weise ums Leben gekommen sind, stört heute niemanden mehr. Die Rutschgruppen sind bald einmal organisiert und der grosse Wettbewerb kann beginnen. Dass aber über Nacht ein Wahnsinniger meterlange Rasierklingen in der Röhre angebracht hat, weiss zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Wer die falsche Rutsche nimmt, wird das Ziel nicht in einem Stück erreichen.

Aquaslash ist eine dieser Gurkenproduktionen, die viel versprechen, den interessierten Zuschauer neugierig machen und diesen dann mit dem Gefühl zurücklassen, dass die letzten 70 Minuten verschwendet wurden. Die Lust am Wasserrutschen dürfte den Fans aber mit diesem Film nicht genommen worden sein. Immerhin.

Wasserparks sind cool, die Rutschen fetzig und gute Laune garantiert. Regisseur Renaud Gauthier zielt mit seinem Aquaslash genau auf diese Art von Unterhaltung und versucht verzweifelt, uns den Spass am schnellen Rutschen zu nehmen. Und wenn dann die Show endlich losgeht, dürfte sich vielleicht dem einen oder anderen Zuschauer der Magen kurz umdrehen.

Mit einer angegebenen Laufzeit von nur gerade 71 Minuten hätte man aus Aquaslash einen kleinen, aber dafür umso dreckigeren Slasher machen können, der Albträume bereitet und von dem man gerne seinen Freunden erzählt. Das alles bleibt hier leider Wunschdenken, denn obwohl Aquaslash nur so kurz dauert, ist er grauenhaft langweilig. Zumal die grosse Metzgete erst in den letzten zehn Minuten so richtig zelebriert wird. Allerdings hält das Ganze dann in keinster Weise, was wir uns erhofft haben.

Mit einer grossen Storyline oder gar qualitativen Darstellern kann Aquaslash sowieso nicht punkten. Geschenkt, denn eigentlich wollen wir bei einem Film, der als «Slasher» vermarktet wird, ja vor allem Blut und ekliges Zeugs sehen. Aber selbst das kriegen wir in den letzten Minuten lieb- und fantasielos vorgesetzt. Ja, die Köpfe rollen, Körperteile werden abgetrennt und das Wasser färbt sich rot. Und jetzt? Dass dabei so viele «Zufälle» mithelfen, kein Mensch zu Hilfe eilt oder sich die Figuren derart dämlich anstellen, fassen wir schon fast als Beleidigung des Zuschauers auf.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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