Alita: Battle Angel (2019)

Alita: Battle Angel (2019)

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  3. 122 Minuten

Filmkritik: I'm a Cyborg, but that's ok!

Ready to rumble!
Ready to rumble!

Erde, 26. Jahrhundert: Dr. Ido (Christoph Waltz) findet auf dem Schrottplatz der schwebenden Stadt Zalem einen noch lebenden Teil eines Cyborg-Körpers. Diesen nimmt er mit zu sich nach Hause. Er selbst lebt und arbeitet als Arzt unterhalb von Zalem, in der von Kopfgeldjägern besiedelten Stadt Iron City. Dort fertigt er aus den gefundenen Teilen einen neuen Cyborg an, welchen er Alita (Rosa Salazar) tauft. Alita erwacht ohne Erinnerungen daran, wer sie einst war. Sie findet sich schnell zurecht in Iron City und lernt bald den Jungen Hugo (Keean Johnson) kennen, mit dem sie sich anfreundet.

Don't battle with Alita.
Don't battle with Alita.

Bald muss Alita feststellen, dass sie in eine dunkle Welt hineingeboren wurde, die durch den auf Zalem lebenden Nova (Edward Norton) und seine in Iron City stationierten Gefolgsleute mit bösen Absichten geleitet wird. Hugo verspricht Alita, sie bei der Zurückgewinnung ihrer Erinnerungen zu unterstützen. Dabei merkt Alita, dass sie über besondere Kräfte verfügt, welche ihr auch im Kampf zugutekommen...

Ursprünglich angekündigt für den Juli 2018, wurde der Starttermin für Alita: Battle Angel zweimal verschoben, doch nun ist es so weit: Das Cyborg-Mädchen Alita darf sich durch die kämpfenden Metallmassen prügeln. Alita bleibt jedoch menschlicher als erwartet. Optisch gefällt diese Welt am gesellschaftlichen Abgrund, und auch die toll inszenierte Action in Form von Martial-Arts-Fights oder dem actiongeladenen Rollerball können überzeugen. Weniger Spass macht hingegen die gestresste Story, welche kaum Zeit zum Atmen lässt. Und wer war nun nochmals Vector?

Es ist ein dystopisches Weltbild, das in Alita: Battle Angel gezeichnet wird. Sci-Fi-Mastermind James Cameron spannte für die Verfilmung von Yukito Kishiro's Manga "Battle Angel Alita" mit dem Gorehound Robert Rodriguez zusammen, welcher die Regie übernehmen durfte. Cameron selbst ist seiner eigenen Aussage nach auf Lebzeiten mit den Avatar-Fortsetzungen beschäftigt, was erklärt, weshalb er nicht selbst im Regiestuhl Platz nahm, sondern "nur" als Produzent in Erscheinung trat.

Das Problem an Alita: Battle Angel ist die Laufzeit. Die Manga-Verfilmung will zu viel Geschichte in 122 Minuten hineinpressen. Dies führt zu einem teilweise ziemlichen Durcheinander, die Figuren werden schlecht bis gar nicht eingefüht; es ist nicht nachvollziehbar, welcher Charakter auf welcher Seite kämpft oder aus welchen Gründen die Seite wechselt. So wirkt alles sehr gehetzt!

Durchaus zu überzeugen wissen jedoch die Action-Kampf-Sequenzen, wenn Alita in bester Capoeira-Manier um die Gegner herumtanzt, um sie mit gezielten Schlägen ausser Gefecht zu setzten. Dabei dreht sie sich in einer Szene spiralförmig in der Luft, zwischen den ausgefahrenen tödlichen Tentakel-Fingern von Grewishka. Hier kommen Slow-Motion-Aufnahmen zur Verwendung, um den Szenen die nötige Dramaturgie zu verschaffen. Die Rollerball-Sequenzen sind fantastisch inszeniert, eine klare Kameraführung verschafft - trotz Dynamik - stets Übersicht darüber, welcher Cyborg-Körper gerade auf welchen trifft. Sie erinnern etwas an Death Race, denn wie dort winkt bei einem Sieg ein Aufstieg aus der Gesellschaftsschicht in eine höhere. Grossartig inszeniert ist die Szene, in der Alita Dr. Ido bei einer nächtlichen Tour folgt und die Kamera aus der Vogelperspektive einfängt, wie an einer Strassenecke auf der einen Seite Dr. Ido bewaffnet auf die an der anderen Seite heraneilende Nyssiana wartet, während Alita auf einer Terrasse steht und die ganze Szenerie von oben beobachten kann.

Die dystopische Welt wird durch die Kamera ebenso bei Nacht beeindruckend eingefangen. Wenn sich Neonlichter in den Pfützen der dunklen Gassen spiegeln, fühlt man sich beinahe an Watchmen erinnert.

Unterlegt mit einem epischen Soundtrack, welcher die Kampfszenen umschmeichelt, weiss Alita: Battle Angel optisch und audiovisuell durchaus zu gefallen, die Mängel im Storytelling können leider nicht ganz überdeckt werden.

/ yab

Kommentare Total: 8

yan

Rosa Salazar als Alita sieht mit grossen Augen einfach weird aus. Da kann Rodriguez und Co. noch lange meckern, dass man beim Film kein Whitewashing betrieben hat. Ja, der Comic wurde zwar von einem Japaner gezeichnet, die Geschichte um Alita spielt aber nicht in Japan bzw. Asien. Dennoch hätte man gerne eine asiatische Darstellerin in der Hauptrolle gesehen, auch wenn an Salazar nicht viel auszusetzen ist. Sie macht ihren Job ganz gut.

Allgemein ist Alita: Battle Angel ein unterhaltsames Kino-Kunststück mit tollen Effekten. Der grössten Störfaktorn hat th schon erwähnt, die Nebenfiguren sind schwach und der Film endet im dümmsten Moment. Auch eine andere Kritik: das sich der Film anfühlt, wie der Anfang einer Serie, kann ich gut nachvollziehen. Ging auch mir am Ende so. Die angedeutete Fortsetzung ist zwar schön und gut, aber den Film hätte man auch etwas packender zu Ende erzählen können.

th

tolle popcorn-unterhaltung mit leider etwas gar laschen nebendarstellern... und ausgerechnet dann, wo die keine rolle mehr spielen, hört der film auf. fies!

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Im IMAX 3D wirklich sehr empfehlenswert. Der Film ist aus technischer Sicht einwandfrei und bei Allita habe ich teilweise vergessen, dass sie eigentlich ein Cyborg ist. Storymässig eher hölzern mit zu vielen eindimensionalen Charakteren. Die Machart zieht aber das ganze auf ein "Gut" rauf.

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