47 Meters Down: Uncaged (2019)

47 Meters Down: Uncaged (2019)

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  3. 90 Minuten

Filmkritik: Unter Wasser hört dich keiner schreien!

Steig ein, Mädel!
Steig ein, Mädel! © Concorde Filmverleih

Eine Bucht, in der man Touristen vergebens sucht? Eine unterirdische Ruine, die zwar noch von Profis erforscht wird, aber aktuell verlassen ist? Das tönt verlockend und deshalb verwundert es nicht, dass sich Mia (Sophie Nélisse), Sasha (Corinne Fox), Nicole (Sistine Stallone) und Alexa (Brianne Tju) einen Jeep mieten, Tauchausrüstung besorgen und abdüsen, um unbeschwerte Stunden unter Wasser zu verbringen. Zwar zicken sich die Mädels vorab an, aber scheinbar reichen klares Wasser und strahlende Sonne, um trotzdem eine gute Stimmung zu verbreiten. So taucht die Gruppe bald ab ins Dunkel, entdeckt schmale Gänge und schlussendlich auch die Ruine, die spannend und wunderschön aussieht. Was kann da schon schiefgehen...

Opfer unter sich
Opfer unter sich © Concorde Filmverleih

Aber da unten, in den dunklen Gängen und in der absoluten Stille ist man nicht gezwungenermassen allein. Nebst den kleinen und kurrlig aussehenden Fischchen tauchen plötzlich auch gefrässige Haie auf! Grosse Viecher, blind zwar, aber mit geschärften Sinnen, machen bald Jagd auf Frischfleisch. Und da sich die Mädels selbstverständlich panisch verhalten, ist das Chaos vorprogrammiert. Die Luft geht ihnen aus, der Rückweg fällt in sich zusammen und bald schon ist klar, dass nur noch ein Wunder die Tauchgruppe von da unten retten kann. Und an diesen Haien vorbei zu kommen, ist praktisch unmöglich...

47 Meters Down: Uncaged macht eigentlich vieles richtig und erzählt nach einer entsprechenden Einführung eine spannende und dramatische Story unter Wasser. Dass dabei Grusel und Thrill ganz oben stehen, ist angenehm und passt. Leider sind die Figuren so dermassen schwach charakterisiert und das Ende schlichtweg "too much", dass der Unterhaltungswert etwas geschmälert wird. Da sich aber die blinden Haifische besonders gut machen, ist der Film trotzdem sehenswert.

2017 wurden wir in 47 Meters Down Zeuge, wie junge Damen im Haifischkäfig um ihr Leben kämpfen mussten. Nun legt Regisseur Johannes Roberts noch einen obendrauf. Mit einem grösseren Budget darf er sich in 47 Meters Down: Uncaged austoben und schickt eine Gruppe junger Frauen in die grauslige Tiefe. Dort unten warten vernarbte und blinde Haifische, die sich über Frischfleisch freuen. Den Zuschauer freut's auch, auch wenn nicht alles zusammenzupassen scheint.

Gestartet wird genau so, wie wir es in solchen Filmen erwarten. Viel Geplapper, uninteressante Figuren und ein paar familiäre Problemchen, die mittels eines Tauchausflugs aus dem Weg geschafft werden sollen. So richtig Fahrt nimmt 47 Meters Down: Uncaged dann erst auf, wenn es in die Tiefe geht und wir nach etwas zu langer Wartezeit auch den ersten Haifisch sehen. Gruselig, unheimlich und hungrig - so müssen Gruselhaifische sein! Sobald diese Viecher aufdrehen und die Panik beginnt, hat der Film auch seine stärksten Momente. Zwar sind einem die Charaktere noch immer egal, aber immerhin legt die Spannung einen schönen Zahn zu.

Leider zieht der Regisseur diese Spannung nicht wirklich bis zum Ende durch, sondern präsentiert uns noch eine etwas gar übertriebene Schlussphase, die man halt einfach akzeptieren muss. Gefallen tut sie weniger und zur einigermassen realistischen Story scheinen diese Szenen dann auch nicht zu passen.

Darstellerisch müssen wir ein bisschen suchen, um bekannte Gesichter zu entdecken. Nebst John Corbett (Sex and the City 2) entdecken wir dann aber immerhin die Töchter von Jamie Foxx und Sylvester Stallone in tragenden (oder kreischenden) Rollen. Im Gedächtnis bleiben die Damen leider nicht, denn obwohl sie physisch einiges durchmachen müssen, bleiben ihre Figuren uninteressant. Die Attraktionen dieses Films sind aber auch nicht die Taucherinnen, sondern die vernarbten Haifische.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Trailer Englisch, 01:13