21 Bridges (2019)

21 Bridges (2019)

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  2. 99 Minuten

Filmkritik: Escape from New York

Black Panther, übernehmen sie.
Black Panther, übernehmen sie.

Eines Nachts in New York: Die beiden Kriminellen Michael (Stephan James) und Ray (Taylor Kitsch) werden von einem Drogenbaron angeheuert, um dessen Konkurrenten um 30 Kilogramm Kokain zu erleichtern. Doch als Michael und Ray beim Drogenversteck ankommen, finden sie stattdessen 300 Kilos Kokain vor und wenig später auch Polizisten, mit denen sie sich ein heftiges Schussgefecht liefern. Mehrere Gesetzeshüter kommen dabei ums Leben, während die Diebe mit viel Glück entkommen.

"Ne, sorry, einen Spider-Man kenne ich nicht."
"Ne, sorry, einen Spider-Man kenne ich nicht."

Es dauert nicht lange, da trifft auch Detektiv Andre Davis (Chadwick Boseman) am Tatort ein und veranlasst die Abriegelung von ganz Manhatten, da er die beiden Flüchtigen auf der Insel vermutet. Während Michael und Ray versuchen, die Drogen schnell in Geld umzuwandeln, bemerken auch sie die erhöhte Polizeipräsenz um sie herum. Dabei scheinen die Männer und Frauen in Blau sehr darauf bedacht zu sein, dass die Kriminellen nicht im Gefängnis, sondern gleich in einem Leichensack landen. Irgendetwas ist an dieser Geschichte faul, was bald auch David herausfinden wird.

Die Verbrecherhatz 21 Bridges hat genügend Action und Thrill, um für etwas mehr als 90 Minuten zu unterhalten. Zwar kommt am Ende alles so, wie sich das die erprobten Thriller-Fans gedacht haben, trotzdem ist Regisseur Brian Kirk ein rasanter Film gelungen, bei dem sich der Zuschauer auch mal auf die Seite der gejagten Verbrecher schlägt.

Fun Fact: Dieser Film hiess noch vor einem Jahr "17 Bridges". Erst in der Hälfte der Produktion fiel einem Crew-Mitglied auf, dass nicht 17, sondern 21 Brücken nach Manhattan führen, das der im Film von Chadwick Boseman gespielte Detektiv für seine Mördersuche abriegeln muss. Zum Glück wurde in die Inszenierung mehr Energie als beim Research-Departement gesteckt, denn 21 Bridges gefällt als rasanter und knallharter Action-Thriller, der an dreckige Räuber-und-Poli-Filme wie Street Kings oder Brooklyn's Finest erinnert.

Wer jedoch auf Überraschungen aus ist, wird enttäuscht werden. Auch wenn der Film versucht, uns ein paar Sachen als Twists zu verkaufen, sind diese Dinge für trainierte Film-Augen eigentlich schon recht schnell klar. Die letzte Szene des Filmes ist zudem recht ärgerlich und macht auch nicht wirklich viel Sinn. Doch alles, was zuvor gezeigt wird, hat genug Speed und Action, damit der Zuschauer für knapp mehr als 90 Minuten unterhalten bleibt. Das liegt nicht unbedingt an Chadwick "Black Panther" Boseman, dessen Gesetzeshüter etwas gar blass bleibt und nur durch eine tragische Backstory ein bisschen Tiefe erhält. Stattdessen ist es der Blick auf die "böse Seite", jener auf die beiden Kriminellen, die mitzureissen vermag. Klar, sie haben schlimme Taten begangen, doch ihre Versuche aus aussichtslosen Situationen zu entkommen, lassen den Puls beim Zuschauer trotzdem noch oben schnellen. Denn am Ende möchte man schon erfahren, was hier genau gespielt wird und nur das Überleben der Verbrecher bringt einen näher an die Wahrheit.

Zu Gute kommt dem Film dabei auch seine No-Bullshit-Inszenierung. Diese halsbrecherische Verbrecherjagd mit Schussgefechten und Verfolgungen zu Fuss wurde ohne den Einsatz von Wackelkameras oder anderem unnötigen Schnickschnack umgesetzt. So ist 21 Bridges dann auch eher ein erwachsener Thriller und ist nach all den PG-13-Blockbustern des Jahres eine kleine Wohltat für Leute, die eine etwas härtere Action-Gangart bevorzugen. Den Originalitätspreis gewinnt der Film zwar nicht, dafür aber die Zufriedenheit von Fans der oben genannten Filmen.

/ crs