Wuff (2018)

Wuff (2018)

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  2. 114 Minuten

Filmkritik: Ans Bein gepinkelt, ohne Pfötchen zu geben

In Deckung! Wir müssen uns vor den Zecken in Acht nehmen
In Deckung! Wir müssen uns vor den Zecken in Acht nehmen © DCM

Ella (Emily Cox) und Oscar (Holger Stockhaus) sind ein Paar. Beide sind scharf auf den Posten des Chefreaktors. Nur weil Ella sich eine Familie wünscht, bekommt Oscar den Posten. Da sie nicht das klassische Frauenbild sein möchte, verlässt Ella Oscar prompt. Im Tierheim holt sie sich einen schwer vermittelbaren Hund Bozer, der so traurig ist wie sie. Unterwegs reisst Bozer aus und rennt in Richtung Wald. Ella nimmt die Verfolgung auf. Mitten im Grün lernt sie den Förster Daniel (Kostja Ullmann) kennen, der Bozer gefunden hat.

Wo ist Frauchen?
Wo ist Frauchen? © DCM

Oli (Frederick Lau) bringt seine Nachbarin Frau Klein (Katharina Thalbach) mit Rollator und ihrem Hündchen Elfriede nach Hause, doch sie fällt in Ohnmacht. Weil Frau Klein nun weiterhin im Krankenhaus bleiben muss, verdonnert sie Oli dazu, 14 Tage lang auf ihren Hund aufzupassen. Er hofft, das Tier bei Silke (Marie Burchard) in ihrer Hundepension abgeben zu können. Doch es ist ihm zu teuer. Und Oli hat Schulden. Auch bei Cécile (Johanna Wokalek) sieht es nicht so rosig aus: Ihr Mann Max (Urs Jucker) ist Konzert-Pianist und ständig unterwegs, während sie sich um ihre Tochter, ihren Sohn mit Down-Syndrom und den Hund Simpson kümmert, den Max gar nicht leiden kann.

Wuff ist eine Romantik-Komödie von Detlef Buck, der es wesentlich an Glanz und Überzeugung fehlt. Die Charaktere kommen zwar sympathisch rüber, bleiben aber oberflächlich und klischeehaft. Das Drehbuch bietet nichts Neues, was man nicht schon anderweitig gesehen hat - da können selbst die Hunde nichts Grossartiges beisteuern. Die Gags kann man an einer Hand abzählen und die Story ist sehr dünn geraten. Mit der Dauer des Films wird er damit sowohl schnell vorhersehbar als auch bald mal langweilig. Von Buck haben wir schon Besseres gesehen.

WUFF - ein Titel, den man sofort mit dem besten Freund des Menschen in Verbindung bringt. Zwar haben die Hunde im Film einen Einfluss auf die Geschichte, doch die erste Geige spielen sie darin nicht. Dafür aber ihre blass geratenen Herrchen bzw. Frauchen, die alle mit ihren Problemen zu kämpfen haben. Nur in Hollywood können Hunde menschliche Schwierigkeiten aus dem Weg räumen. In Europa ist man da etwas realistischer.

Einen freudigen Eindruck hinterlässt der kreativ geratene Vorspann; sogar die Hunde werden darin vorgestellt. Und wenn man sich in einen zotteligen Vierbeiner versetzt, wäre dies der Zeitpunkt, an dem man gespannt drauf wartet, was im Napf landet. Häppchenweise werden die menschlichen Charaktere nacheinander vorgestellt. Ist aber erst einmal bei jedem die Ausgangslage klar, ist inzwischen auch schon über ein Drittel des Filmes verronnen. In harten, aber gut angesetzten Schnitten verfolgt man jede Entwicklung der einzelnen Storys. Das ist zwar abwechslungsreich, nur verbinden sich die Geschichten nicht wirklich zu einem Ganzen, was irgendwann etwas auf die Nerven geht. Diese Erzählweise wird bis zum Schluss durchgezogen, was anstrengend ist und den Film lang macht, da man irgendwann das Interesse an den Figuren verliert und auf das Ende hofft.

Obwohl der Cast namhaft und gut gewählt ist, bietet das Drehbuch keine grossartige Entwicklung bei den Figuren. Sie verharren in ihren anfangs vorgestellten Charaktereigenschaften. Am besten schneidet dabei Marie Burchard als Silke ab. Sie kommt frech, souverän und schlagfertig rüber. Bei den Damen wird typischerweise über die Männer genörgelt, und die Männer schlagen sowieso nicht den Weg ein, den sie offensichtlich sollten. WUFF zeigt nur die menschlichen Klischees und spielt damit nicht mal so richtig. Vermengt mit Beziehungsproblemen, Geldsorgen oder Familienwunsch, haut diese Mischung hier nicht vom Hocker.

Die Hunde, die die Protagonisten begleiten, sind so eher Beigemüse. Sie dienen der Story, sind niedlich und bieten nichts Besonderes, allerdings mit einer Ausnahme: Ein kleines Highlight des Films stellt das Hundefussball dar. Wie die Vierbeiner mit ihrer Schnauze den Ball fangen und versuchen, ihn ins Tor zu stupsen und dabei friedlich auf dem Platz harmonieren, bekommt man nicht alle Tage zu Gesicht. Diese Szenen sind knackig gehalten und amüsant anzusehen.

WUFF ist für eine Rom-Com unharmonisch, zäh und langwierig geraten. Viele simple Handlungsstränge zu verfolgen, ist langweilig. Der knappe Zweistünder bremst sich dadurch selbst aus und kommt kaum in Fahrt. Es passiert zwar einiges im Film, es bleibt aber mehrheitlich bedeutungslos. Somit ist WUFF eine seichte, verwaschene Rom-Com. Da ist Rubbeldiekatz von Buck die bessere Variante. Hundi, AUS!

Arsen Seyranian [sen]

Arsen, ein James Bond-Fan mit einem Faible für Soundtracks, begann als Freelancer und durfte sogar ein halbes Jahr lang die rechte (und linke) Hand des Chefredaktors sein. Zwar nicht immer der Schnellste, wenn das Neuste im Kino läuft, aber letztlich landet so ziemlich jeder Film vor seinen Augen.

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Trailer Deutsch, 01:57